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A United Kingdom

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 27. März 2017

A United Kingdom

Mit ihrem historischen Drama „Dido Elizabeth Belle“ bewies Filmemacherin Amma Asante bereits im Jahre 2013 ihr Gespür für die Darstellung des Rassismus in England des frühen 18. Jahrhunderts. Mit „A United Kingdom“ setzt sie diesen Weg nun konsequent fort, indem sie die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer einfachen britischen Büroangestellten und eines afrikanischen Königs erzählt, die für ihre Liebe unbeschreibliche Hindernisse zu überwinden hatten.

A United KingdomLondon im Jahre 1948: Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die Schäden des Krieges wurden zumindest in den Großstädten beseitigt, da tanzt die Jugend bereits wieder ausgelassen in die Nacht hinein. In dieser Nacht begleitet die Mittzwanzigerin Ruth (Rosamund Pike) ihre jüngere Schwester zu einer Tanzveranstaltung, wo sie auf einen leidenschaftlichen schwarzen Redner trifft. Es handelt sich um den in Oxford studierenden Seretse (David Oyelowo), der vor Kommilitonen von der Gleichberechtigung spricht und dabei seine Augen nicht von Ruth lassen kann.

Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, woraufhin weitere gemeinsame Abende folgen, bis Seretse ihr schließlich einen Heiratsantrag macht. Freudestrahlend nimmt Ruth diesen Antrag an, doch so sehr sich beide auch freuen, so sehr ist bereits jetzt die jeweilige Verwandtschaft gegen diese Heirat. Der Vater von Ruth verstößt seine Tochter kurzerhand, während Seretses Onkel ebenso gegen diese Heirat ist, hat dieser doch als zukünftiger König von Botswana etwas Besseres verdient. Gegen aller Wiederstände zum Trotz wird die Heirat vollzogen, doch bereits in Botswana brechen über beide die nächsten Probleme herein.

A United KingdomEine große Liebe die sich gegen alle Wiederstände zu behaupten versteht, Stoff für einen großen Film, der insbesondere beim Thema Rassismus und Gleichberechtigung großen Chancen auf einen Oscar hat. Im Falle von Amma Asantes (Where Hands Touch) „A United Kingdom“ war dies leider nicht der Fall, was weniger an seinen Hauptdarstellern lag, als vielmehr am Drehbuch von Guy Hibbert (Eye in the Sky), der den Roman von Susan Williams adaptierte.

Das Grundproblem von „A United Kingdom“ ist es, gleich zwei überaus wichtige Themen unter einen Hut zu bekommen. Auf der einen Seite haben wir eine Liebe die sich gegen alle Wiederstände zu behaupten versucht, auf der anderen haben wir das politische Geschehen in Afrika, wo grade die Apartheit zum großen Thema wird. Letzteres kann Amma Asantes immer nur in Auszügen darstellen, wenn sie britische und afrikanische Wünsche und Sehnsüchte gegenüberstellt und dies mit längeren Monologen untermauert.

A United KingdomWesentlich gelungener scheint dagegen die Liebesgeschichte an sich zu sein, wenn eine einfache britische Büroangestellte einen zukünftigen afrikanischen König heiratet, dafür von ihrer Familie verstoßen wird und selbst in Afrika keine Ruhe findet. Ruth muss sich mit rassistischen Anfeindungen abgeben, was bereits von einigen halbstarken Engländern zu Beginn eingeleitet wird, sich um ein Vielfaches in Afrika aber noch verstärken soll. Durch eine spätere Trennung wird die Liebe beider auf eine harte Probe gestellt, was von Rosamund Pike (Gone Girl – Das perfekte Opfer) und David Oyelowo (A Most Violent Year) wirklich hervorragend dargestellt wird.

Die Darbietung von David Oyelowos Reden kommt zwar nicht an jene aus „Selma“ heran, doch kann er auch hier als zukünftiger starker König überzeugen, der für sein Land und seine Liebe eintritt und dafür selbst Repressalien in Kauf nehmen muss. Ganz ähnlich verhält es sich aber auch mit Rosamund Pike, die nicht nur hervorragend mit Oyelowo harmoniert, sondern die es versteht mehr als nur die Frau an seiner Seite zu sein. Beiden nimmt man ihre Liebe zweifelsohne ab, was leider nicht von allen Darstellern in Liebesfilmen zuletzt behauptet werden konnte.

Erwähnenswert ist aber auch das wirklich hervorragende Kostüm- und Set-Design, dass das Flair der frühen 1950er Jahre einfängt und mit seiner detailtreue zu begeistern versteht.

Amma Asante beweist mit „A United Kingdom“ einmal mehr sehr viel Geschick, wenn sie die auf historischen Tatsachen basierende Geschichte zweier Menschen erzählt, die gegen jedwede Vorurteile und Rassenfragen für ihre Liebe gekämpft haben. Leider besitzt die Inszenierung auf der politischen Ebene deutliche Defizite, was aber zu verschmerzen ist.

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Copyright: Alamode Film

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A United Kingdom

Länge: 111 min

Kategorie: Biography, Drama, Romance

Start: 30.03.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 111 min
Kategorie: Biography, Drama, Romance
Start: 30.03.2017

Bewertung Film: (6/10)

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