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Fences

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 13. Februar 2017

Fences

Der mit einem Pulitzerpreis ausgezeichnete Dramatiker August Wilson versuchte mit seinem zehnteiligen Pittsburgh-Zyklus Erfahrungen aus Sicht von Afroamerikanern wiederzugeben, wobei er sich bei einer jeden Inszenierung auf ein anderes Jahrzehnt konzentrierte. „Fences“ ist das sechste Stück seiner Reihe, welches in den 1950er Jahren angesiedelt ist und bei seiner Wiederaufführung auf dem Broadway mit Begeisterung aufgenommen wurde.

FencesDer etwa 50-jährige Troy Maxson (Denzel Washington) versucht in den 1950er Jahren irgendwie über die Runden zu kommen. Tagsüber leert er mit seinem besten Freund Bono (Stephen McKinley Henderson) die Mülltonnen der Stadt, während des Abends seine liebende Ehefrau Rose (Viola Davis) auf ihn wartet, die mit eiserner Mine den grimmigen alten Kerl erträgt, dem man irgendwie nichts wirklich recht machen kann.

Troys Bruder Gabe (Mykelti Williamson) wurde im Zweiten Weltkrieg verwundet und ist seitdem geistig beeinträchtigt, doch die wirklich großen Sorgen hat Troy ausgerechnet mit seinen beiden Söhnen. Während der eine unbedingt mit einem Football Stipendium aufs College gehen will, versucht sich der andere als nur wenig talentierter Musiker durchs Leben zu schlagen, was ein ums andere Mal mit einer kleinen Geldspende des Vaters finanziert werden muss. Im Grunde eine Situation mit der alle beteiligten zumindest halbwegs umgehen können, wenn Troy nicht eines Tages mit einem Geständnis die Familie auf eine harte Probe stellen würde.

FencesDer im Jahre 2005 verstorbene Dramatiker August Wilson hat im Grunde alles im Leben erreicht, denn neben seinen recht erfolgreichen Inszenierungen erhielt er nicht nur einen Tony Award, sondern ebenso den Pulitzerpreis, für sein 1987 uraufgeführtes Stück. Im Jahre 2010 wurde „Fences“ schließlich auf dem Broadway neu inszeniert, was den beiden Hauptdarstellern Denzel Washington (Training Day) und Viola Davis (The Help) ebenso einen Tony Award einbrachte und Washington zu der Aussage verleiten ließ, eben dieses Stück eines Tages zu verfilmen.

Die filmische Adaption hält sich zum Großteil sehr nah am Original, was auf der einen Seite erfreulich ist, es auf der anderen aber auch in ein recht starres Gerüst zwängt. So spielt sich die erste Hälfte des Films beinahe vollständig im Haus und auf dem angrenzenden Hinterhof ab, wo mit einer Vielzahl an Dialogen beschrieben wird was irgendwann einmal geschah, was allerdings nicht zusätzlich durch irgendetwas belegt wird. So vergehen recht anstrengende 60 Minuten, in denen der Zuschauer Geschichten aus alten Zeiten gebannt zuhört, dabei ein ums andere Mal aber auch kurz vorm Einschlafen ist, sucht man diese gewisse Leichtigkeit doch vergebens.

FencesEs geht in erster Linie um die alte Zeit und um einen klagenden Familienvater, der seine unglückliche Karriere als Sportler einzig und allein auf seine Hautfarbe reduziert. Daraus ergeben sich weitere Probleme, denn genauso wie er als Sportler keinen Erfolg hatte, traut er eben diesen Erfolg auch seinem Sohn nicht zu. Ab der Hälfte des Films folgt schließlich eine brachiale Wendung, wodurch der Zusammenhalt innerhalb der Familie zum Geduldsspiel wird, zum anderen aber auch aufzeigt, wie es in den 1950er Jahren zugegangen ist. Damals verließ man nicht mal eben seinen Partner, damals ging man noch durch dick und dünn, auch wenn dies bedeutete, dass man gleich mehrmals über seinen eigenen Schatten springen musste.

Ähnlich des Bühnenstücks, liegt auch hier der Erfolg oder Misserfolg ganz auf Seiten der Hauptdarsteller, von denen alle daran beteiligt sind, „Fences“ zum Erlebnis werden zu lassen. Viola Davis ist als liebende Ehefrau und Mutter wahrlich eine Wucht, während Denzel Washington als griesgrämiger alter Mann vor allem alles negative darstellt, dass sich in vielen Jahrzehnten angesammelt hat. Eine ungewöhnliche Rolle für diesen, was selbst beim Zuschauer Spuren hinterlassen wird.

Trotz einer sehr zähen ersten Hälfte schafft es Denzel Washington das bekannte Bühnenstück sehenswert für die große Leinwand zu adaptieren. Einzelne Schwächen innerhalb der Inszenierung überspielen Viola Davis und Denzel Washington gekonnt, sodass man diesen Film jedem nur ans Herz legen kann.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount

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Fences

Länge: 139 min

Kategorie: Drama

Start: 16.02.2017

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 139 min
Kategorie: Drama
Start: 16.02.2017

Bewertung Film: (7,5/10)

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