cinetastic.de - Living in the Cinema

Den Sternen so nah

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 2. Februar 2017

Den Sternen so nah

Mit dem Film „Passengers“ sahen wir erst kürzlich eine Science-Fiction-Romanze mitten im Weltraum, doch so sehr sich Jennifer Lawrence und Chris Pratt auch bemühten, der Funke wollte für den Zuschauer einfach nicht überspringen. Ganz anders sieht es nun in der neuesten Regiearbeit von Peter Chelsom aus, der mit gewohnter Leichtigkeit die wohl ungewöhnlichste Fernbeziehung aller Zeiten präsentiert.

Den Sternen so nahFür den Visionär Nathaniel Shepherd (Gary Oldman) gab es bereits seit frühester Kindheit nur einen Wunsch. Er möchte die Erde hinter sich lassen, die Probleme vergessen und irgendwo mit der Menschheit noch einmal ganz von vorn beginnen. Viele Jahrzehnte später ist es schließlich soweit, denn sein Unternehmen hat zusammen mit der NASA die erste bemannte Stadt auf dem Mars errichtet, die nun von sechs waghalsigen und überaus mutigen Astronauten und Wissenschaftlern besetzt werden soll.

Eine unter ihnen ist Chefastronautin Sarah Elliot (Janet Montgomery), doch bei eben dieser stellt sich mitten auf der Reise eine Schwangerschaft heraus, woraufhin sie das Kind auf dem Mars zur Welt bringt und dabei leider verstirbt. Um diesen Vorfall nicht mit schlechter PR zu verbinden, beschließt die NASA den jungen Gardner (Asa Butterfield) fortan als Verschlusssache zu betrachten, woraufhin er die kommenden sechszehn Jahre in der Obhut von Wissenschaftlern aufwächst, stets behütet durch seine Ersatzmutter Kendra (Carla Gugino). Als er dann allerdings im Internet die gleichaltrige Tulsa (Britt Robertson) aus Colorado kennenlernt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als diese auf der Erde zu besuchen, doch kann sein Körper überhaupt die erhöhte Schwerkraft bewältigen?

Den Sternen so nahPeter Chelsoms (Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück) „Den Sternen so nah“ basiert ausnahmsweise einmal nicht auf einem erfolgreichen Jugendbuch, sondern stammt aus der Feder von Stewart Schill (Dexter), wodurch bereits jede Menge Mut bei der Umsetzung bewiesen wurde. Als Mischung aus Science-Fiction und einer locker-leichten Teenager-Romanze versucht Chelsom etwas Neues zu kreieren, was ihm – so viel darf bereits jetzt gesagt werden – auf ganzer Linie auch gelang.

In den ersten 20 Minuten wird der Zuschauer in guter alter Science-Fiction-Manier mit einer möglichen Zukunft konfrontiert, wenn Nathaniel Shepherd vor großem Publikum eine längere Ansprache hält, woraufhin schließlich die einzelnen Astronauten vorgestellt werden. Es folgt die Reise zum roten Planeten, woraufhin schließlich der Fokus auf die Einsamkeit Gardners gelegt wird, der alles in seiner Macht Stehende unternehmen würde, um die längste Fernbeziehung der Geschichte auf eine erträgliche Entfernung zu reduzieren.

Den Sternen so nahSobald dies geschehen ist und Gardner sich auf der Erde befindet, lässt Peter Chelsom den Science-Fiction-Aspekt in den Hintergrund fallen und konzentriert sich vielmehr auf seine beiden Hauptprotagonisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite die Waise Tulsa, die bei einem alkoholkranken Ersatzvater wohnt und sich gegen alles Äußere abschottet, auf der anderen Gardner, der unter Wissenschaftlern aufgewachsen ist und mit seiner hoffnungslosen Ehrlichkeit mit den Problemen der Menschen nicht umgehen kann. Offen spricht er die Schönheit Tulsas an, die sichtlich verlegen dagegen anzukämpfen versucht, dann allerdings doch die Avancen erwidert.

Was nun folgt, ist eine wunderbare Teenager-Romanze, ein Roadtrip durch Amerikas Südwesten, sind die beiden doch fortan auf der Suche nach Gardners Vater, während beide von der NASA verfolgt werden. Der rein wissenschaftliche Aspekt mit Gardners Krankheit durch die erhöhte Schwerkraft ist manchmal recht fragwürdiger Natur, doch ist dies in einem Genre wie diesem einmal mehr komplett Nebensache. Im Vordergrund steht die gemeinsame Zeit der beiden, das Aufeinanderzugehen von Außenseitern, die persönliche Probleme überwinden und endlich ihren Träumen und Wünschen begegnen.

Das Ganze wird durch Asa Butterfield (Hugo Cabret) und Britt Robertson (Kein Ort ohne Dich) wirklich wunderbar umgesetzt, denn wenn man den beiden schmachtend im Auto zusieht, denkt man, dass dort wirklich Liebe existieren könnte. Manchmal ist dies gefährlich nahe am Kitsch, doch Regisseur Peter Chelsom kennt sich in diesem Genre aus, wodurch er auch dies gefahrlos umgehen kann. Erwähnenswert sind aber auch Gary Oldman (The Dark Knight) als Visionär des Marsprojektes sowie Carla Gugino (Sin City), die wider Willen eine ganz hervorragende Ersatzmutter abgeben kann.

„Den Sternen so nah“ ist eine wirklich gelungene Science-Fiction-Teenager-Romanze, die insbesondere mit zwei hervorragenden Hauptdarstellern aufwarten kann.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Tobis

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
Den Sternen so nah

Länge: 121 min

Kategorie: Adventure, Drama, Romance

Start: 09.02.2017

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

Den Sternen so nah

Den Sternen so nah

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 121 min
Kategorie: Adventure, Drama, Romance
Start: 09.02.2017

Bewertung Film: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten