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Boston

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. Februar 2017

Boston

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 zeigten auf, wie machtlos man Extremisten gegenübersteht, die auf Menschenleben keinerlei Rücksicht nehmen. Obwohl daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen in den USA drastisch verschärft wurden, gelang es zwei Brüdern im Jahre 2013 Sprengsätze beim Boston Marathon zu platzieren, woraufhin drei Menschen starben und 264 verletzt wurden. Regisseur Peter Berg bereitet die damaligen Ereignisse als spannendes Drama auf und erzählt chronologisch aus Sicht eines einzelnen Polizisten.

BostonBoston, am 15. April 2013: Der degradierte Polizist Tommy Saunders (Mark Wahlberg) bekommt nach einer Schlägerei mit einem internen Ermittler die Aufgabe zugeteilt, den Boston Marathon zu sichern. Was auf der einen Seite aufgrund schmerzender Beine nur bedingt geht, ist auf der anderen reine Routine, denn neben den rund 23.000 Läufern verhalten sich die Zuschauer am Rande zumeist ruhig.

An diesem Tag soll allerdings alles anders sein, denn die Brüder Tamerlan (Themo Melikidze) und Dschochar Zarnajew (Alex Wolff) platzieren gleich zwei Sprengsätze in der Nähe des Ziels, woraufhin drei Menschen sterben und hunderte Verletzte in die angrenzenden Krankenhäuser gebracht werden. Während Polizeichef Ed Davis (John Goodman) sein Möglichstes versucht die Kontrolle zu behalten, wird diesem schon bald der Fall von FBI-Special-Agent Richard DesLauries (Kevin Bacon) entzogen, da es sich um einen Terroranschlag handelt. Fortan ist allen daran gelegen die Täter so schnell es geht zu finden, woraufhin eine beispiellose Jagd beginnt.

BostonRegisseur und Drehbuchautor Peter Berg (Deepwater Horizon) hat zuletzt sehr eindrucksvoll bewiesen, mit wieviel Fingerspitzengefühl dieser reale Ereignisse verfilmen kann. Im Falle von „Boston“ gelang ihm dies auch diesmal auf ganzer Linie, denn wo andere mit zu viel Patriotismus und fragwürdigen Motiven der Terroristen gearbeitet hättet, versucht Berg bei den Fakten zu bleiben.

Herausgekommen ist dabei ein spannendes Drama, dass chronologisch die Ereignisse vom 15. April 2013 und den Folgetagen aufarbeitet, dabei aber ganz nah bei den Figuren bleibt. Im Grunde entsprechen alle hier vorgestellten Figuren real existierenden Personen, mit Ausnahme des Polizisten Tommy Saunders, der hier die verschiedenen Handelsstränge zusammenführt und somit an allem irgendwie beteiligt ist.

BostonUm diesem umfangreichen Personenkreis gerecht zu werden, nimmt Peter Berg sich am Anfang ungemein viel Zeit, diese entsprechend vorzustellen. Ist dies erst einmal vorbei, ist der eigentliche Terroranschlag schnell vollzogen, woraufhin „Boston“ allerdings erst so richtig losgehen soll. Im Grunde dreht sich alles um die nun folgenden Ermittlungen, um Polizeizuständigkeiten auf Seiten der Stadt Boston und dem FBI, gleichwohl aber auch um den Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung, die geschlossen gegen den Terror anzugehen versuchen.

Während andere Filmemacher die Brüder Zarnajew als finstere Terroristen hingestellt hätten, versucht Peter Berg wertfrei zu bleiben und diesen zumindest im Ansatz etwas Persönlichkeit zu geben. Obwohl „Boston“ zum Teil hochgradig besetzt ist, kommen viele der teilnehmenden Darsteller kaum aus dem Schatten von Mark Wahlberg (The Fighter) heraus, der einmal mehr den verbitterten und wortkargen Außenseiter spielt, der weder von seiner Frau, noch von seinen Kollegen sonderlich gemocht wird. Wahlberg hält die unzähligen Fäden der Geschichte zusammen, er bildet den Mittelpunkt, teilweise präsentiert er uns aber auch eine Figur, mit der sich der Zuschauer nur sehr schwer identifizieren kann.

Obwohl der Ausgang des Films von vornherein bekannt ist, bleibt „Boston“ trotz stolzer 133 Minuten bis zuletzt spannend, was in erster Linie Berg seiner Inszenierung mit der Vielzahl von Seitenarmen zuzuschreiben ist. Zugegeben, man hätte sich durchaus auf das Wesentliche konzentrieren können, doch erhält so der Film eine menschliche Seite, wodurch man aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit Menschen konfrontiert wird, die dieses Ereignisse alle ganz unterschiedlich aufgenommen haben.

Mit „Boston“ präsentiert uns Peter Berg ein spannendes Drama, rund um den Terroranschlag vom 15. April 2013.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Studiocanal

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Boston

Länge: 133 min

Kategorie: Drama, History, Thriller

Start: 23.02.2017

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 133 min
Kategorie: Drama, History, Thriller
Start: 23.02.2017

Bewertung Film: (7/10)

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