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Puls

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 10. Januar 2017

Puls

Es ist im Grunde immer und überall das Gleiche. Dutzende Jugendliche hängen in Bus, Bahn und auf der Straße an ihren Smartphones, vergessen alles um sich herum und sind nahezu komplett von der restlichen Welt abgeschnitten. Stephen King schrieb auf Basis dessen im Jahr 2006 seinen Roman „Cell“ (das deutsche Buch heißt „Puls“), der nun unter der Regie von Tod Williams entsprechend verfilmt wurde.

PulsComiczeichner Clay Riddell (John Cusack) lebt bereits seit einem Jahr getrennt von Frau und Tochter, da versucht er sie soeben auf dem Bostoner Flughafen anzurufen, um ihnen eine umwerfende Neuigkeit mitzuteilen. In genau diesem Augenblick ist allerdings sein Handy-Akku leer, woraufhin das Gespräch unterbrochen wird. Nur wenige Sekunden später erweist sich dies allerdings als echter Glücksfall, denn plötzlich verwandeln sich alle Menschen mit einem Smartphone am Ohr in seelenlose Bestien, die alles und jeden angreifen.

Auf seiner Flucht vor eben diesen Menschen trifft Clay den U-Bahn-Fahrer und ehemaligen Soldaten Tom McCourt (Samuel L. Jackson), mit dem er die Situation nüchtern zu analysieren versucht, ehe sie sich nach Hause in ein sicheres Versteck begeben. Dort treffen beide auf Nachbarin Alice (Isabelle Fuhrman), mit der sie zusammen beschließen Clays Familie zu suchen. Auf ihrer Reise treffen sie allerhand andere seltsame Gestalten und Überlebende, doch die verwandelten Menschen sind ihnen stets auf der Spur, um auch den letzten lebenden Menschen in ihren Schwarm mit aufzunehmen.

PulsIn seiner 40-jährigen Karriere schrieb Stephen King mehr als 60 Romane, die meisten davon wurden verfilmt, einige sogar doppelt und dreifach, wodurch sich ein erträgliches Einkommen ergeben hat. Für die Verfilmung seines im Jahr 2006 veröffentlichten Romans „Cell“ ließ es sich King daher nicht nehmen, selber am Drehbuch mitzuarbeiten, wodurch sich sogar ein leicht verändertes Finale für seine Leser ergeben hat.

Regisseur Tod Williams (Paranormal Activity 2) geht bei der entsprechenden Adaption beinahe lehrbuchartig vor, doch kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese beinahe ähnliche Probleme aufzuweisen hat wie die entsprechende Romanvorlage. Das Grundproblem ist hier natürlich einmal mehr die Geschichte an sich, die weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick wirklich originell erscheint. Kritik rund um Smartphones und die Handystrahlung war bereits zur Jahrtausendwende Thema in unzähligen japanischen Filmen, dass Stephen King dies mit einer Art Zombie Apokalypse vermischt, ist im Grunde nur der nächste Schritt.

PulsDas Hauptproblem an besagter Geschichte ist hier allerdings einmal mehr der Spannungsaufbau, den es im Grunde gar nicht zu geben scheint. Unsere Protagonisten bewegen sich vom Flughafen nach Hause, laufen dann eher gelangweilt durch diverse Wälder, wo sie anschließend ein paar Camper treffen. Unterwegs wird ordentlich aus allen Rohren gefeuert, Munition scheint jeder unendlich zu haben, während dem Zuschauer etwas von einer Zombie-Schwarmintelligenz erzählt wird, was inhaltlich aber beinahe vollkommen verpufft.

Als Horrorfilm ist „Puls“ absolut nicht zu gebrauchen, denn wo man bei anderen Filmen über die Effekte philosophiert, ist hier gähnende Leere angesagt. Ein paar wenige Schockeffekte, die bereits Minuten vorher zu erahnen sind, ansonsten wird der Zuschauer mit lustlos anmutenden Zombies konfrontiert, die ab und an einer Person das Leben nehmen. Ähnlich lustlos wie die Zombies agieren allerdings auch unsere beiden prominenten Hauptdarsteller, die kaum wiederzuerkennen sind. John Cusack (Maps to the Stars) mit einer Schrotflinte in der Hand auf der Suche nach seiner Familie, während Samuel L. Jackson (Pulp Fiction) gelangweilt in die Welt schaut, stets auf der Suche nach dem Regisseur, damit dieser der Inszenierung etwas mehr Pfiff verleiht.

Tod Williams Adaption des gleichnamigen Stephen King-Romans ist leider kaum mehr als jede Menge heißer Luft. Trotz prominenter Besetzung vermag „Puls“ keinen Genre-Fan auch nur im Ansatz vom Hocker zu reißen.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde Home Entertainment

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Puls

Länge: 98 min

Kategorie: Action, Drama, Horror

Start: 17.01.2017

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Länge: 98 min
Kategorie: Action, Drama, Horror
Start: 17.01.2017

Bewertung Film: (5/10)

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