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Nerve

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 17. Januar 2017

Nerve

In Zeiten, in denen die Jugend mit ihren Mobiltelefonen untereinander vernetzt ist, dominieren kleine Spiele zur Unterhaltung, bei denen man sich online mit anderen messen kann. Autorin Jeanne Ryan verpackte eben diese Ausgangssituation in ihren Roman „Nerve“ als packenden Thriller, in dem es um ein visionäres Online-Spiel geht, bei dem sich die Protagonisten gegenseitig immer weiter anspornen. Die Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman haben diesen Roman adaptiert, welcher sich als kurzweilige, aber dennoch sehenswerte Unterhaltung herausstellen soll.

NerveAuf einer New Yorker Highschool gibt es nur noch ein Thema, denn das Spiel „Nerve“ dominiert das Geschehen. Ist man ein Watcher und sieht anderen Spielern beim Erledigen ihrer Aufgaben zu oder ist man ein Player, wodurch man für das Erledigen von Aufgaben wiederum mit realem Geld belohnt wird. Die schüchterne Vee (Emma Roberts) ist eigentlich keines von beidem, doch nachdem sie von ihrer besten Freundin Sydney (Emily Meade) einmal mehr als graue Maus abgetan wurde, beschließt sie selber im Mittelpunkt zu stehen.

Eines Abends beschließt Vee schließlich, besagtes Spiel auszuprobieren, woraufhin sie kurzerhand auf den Player-Button klickt. Nun stellen ihr unbekannte Watcher erste Aufgaben, woraufhin sie für den Kuss eines Fremden schnelle 100 Dollar erhält. Im Rausch des schnellen Geldes werden die immer schwerer werdenden Aufgaben absolviert, was zusammen mit Mitspieler Ian (Dave Franco) leicht von der Hand geht, wird doch auch die Belohnung immer höher. Während Vee als erfolgreiche Spielerin schon bald selber zum Star wird, nehmen die Aufgaben lebensbedrohliche Ausmaße an.

NerveSchon heute haben sogenannte YouTube-Stars viele Millionen Abonnenten, verdienen nicht selten fünfstellige Monatsgehälter und gehen vollkommen auf die Wünsche der Zuschauer ein, um diese bei Laune zu halten. Eben dieses Szenario versetzte Autorin Jeanne Ryan noch ein paar Schritte in die Zukunft, doch wäre eben dieses geschilderte Spiel nicht auch heute schon möglich?

Die Regisseure Henry Joost (Catfish) und Ariel Schulman (Cover Girl) inszenierten „Nerve“ trotz der anfänglich überaus nervigen Popmusik als spannenden Thriller, wenn sie ein graues Mäuschen zeigen, dass sich nichts sehnlicher wünscht als fürs Studium weit weg zu fahren, um endlich einmal ein eigenes Leben aufbauen zu können. Aufgrund der engen Bindung zur Mutter ist eben dies nicht möglich, aber auch die finanziellen Mittel spielen eine Rolle, die nicht unbedingt vorhanden sind.

NerveEs wird also mit dem Faktor Geld gespielt, wodurch Vee zwar nicht zum Player wird, wohl aber die folgenden Aufgaben absolviert, scheint man hier doch auf einfache Art und Weise das schnelle Geld machen zu können. Aufgrund der durchaus glaubwürdigen Inszenierung steht es nie zur Disposition, dass all dies gar nicht existieren könnte, denn die jüngeren Zuschauer wissen es bereits heute besser. So springt die Frage schon bald auf den Zuschauer über, ob man die jeweils dargelegten Aufgaben denn auch selber erledigen würde, was insbesondere am Anfang wohl von den meisten positiv beantwortet werden würde.

Im zweiten Teil des Filmes kommt neben dem reinen Spaß auch die moralische Seite zum Tragen, denn wo sich in „Nerve“ die Watcher in ihrer Anonymität sicher sind, sind ähnliche Tendenzen in unserer heutigen Gesellschaft bereits auszumachen. Themen wie Cybermobbing sind aktueller denn je, wo ähnlich wie in „Nerve“ die Gefahr besteht, dass dies lebensbedrohliche Ausnahme annehmen kann.

Trotz aller Fiktion wird „Nerve“ gegen Ende hin mit seinen Aufgaben und dem sich anbahnenden Finale immer unglaubhafter, wodurch viele vorher erworbenen Sympathien wieder verschenkt werden, hat man doch erst kurz zuvor versucht mit der Moralkeule auf real existierende Missstände hinzuweisen. Dies ist überaus schade, nimmt man doch auch den beiden Hauptdarstellern Emma Roberts (Wir sind die Millers) und Dave Franco (Das ist das Ende) den dargelegten Werdegang ab, können sie doch die Sehnsüchte und Ängste der heutigen Jugend glaubhaft verkörpern.

Die Romanverfilmung „Nerve“ schafft es mit einem nachvollziehbaren und glaubhaft vermittelten Thema auf reale Missstände aufmerksam zu machen und ganz nebenbei mit einer spannenden Geschichte zu unterhalten. Leider nimmt der Film gegen Ende hin stark ab, was in erster Linie dem Drehbuch zuzuschreiben ist.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Studiocanal

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Nerve

Länge: 96 min

Kategorie: Adventure, Crime, Thriller

Start: 19.01.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 96 min
Kategorie: Adventure, Crime, Thriller
Start: 19.01.2017

Bewertung Film: (6,5/10)

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