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Lion: Der lange Weg nach Hause

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 31. Januar 2017

Lion: Der lange Weg nach Hause

Die interessantesten Geschichten schreibt das Leben selbst, so auch dieses Mal. Regisseur Garth Davis widmet sich in seinem Spielfilmdebüt der autobiografischen Geschichte von Saroo Brierley, der sich als Fünfjähriger verlief und erst 25 Jahre später wieder nach Hause fand.

Lion: Der lange Weg nach HauseIndien im Jahre 1986: In einem kleinen Vorort der Stadt Khandwa lebt der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) zusammen mit seinem älteren Bruder Guddu (Abhishek Bharate), einer jüngeren Schwester und seiner Mutter (Priyanka Bose) in einem nur wenige Quadratmeter großen Haus, wo er diese nach Leibeskräften unterstützt. Eines Tages plant Guddu für ein paar Tage in eine andere Stadt zu fahren, um Geld zu verdienen, wo er Saroo auf dessen Bitte hin mit nimmt. Dort angekommen, schläft Saroo auf einer Bahnhofsbank ein, woraufhin er bereits am nächsten Morgen schlaftrunken in einen Zug einsteigt.

Besagter Zug fährt nun 1.600 Kilometer nach Kalkutta, wo Saroo, unfähig der dortigen Sprache, nahezu verloren wirkt. Saroo kommt ins Waisenhaus, wird anschließend von Sue (Nicole Kidman) und John Brierley (David Wenham) adoptiert, die im weit entfernten Australien leben. 25 Jahre später zieht Saroo (nun gespielt von Dev Patel) nach Melbourne, um Hotel-Management zu studieren, wo er Kommilitonin Lucy (Rooney Mara) kennen und lieben lernt. Bei einer Party kommen schließlich Erinnerungen an seine Kindheit hoch, woraufhin Saroo mit der Hilfe von Google Earth versucht seine Heimatstadt und somit seine wahre Familie zu finden.

Lion: Der lange Weg nach HauseWas auf dem ersten Blick wie ein zweistündiger Werbeclip für Google Earth aussieht, ist die wahre Geschichte rund um den Inder Saroo Brierley, der als Fünfjähriger verlorenging, 25 Jahre später seine Mutter wiederfand und diese Geschichte schließlich im autobiografischen Roman „Mein langer Weg nach Hause“ niederschrieb. Besagter Roman wurde von Drehbuchautor Luke Davies (Candy – Reise der Engel) adaptiert und als Spielfilmdebüt von Regisseur Garth Davis (P.I.N.S.) für die große Leinwand umgesetzt.

Eingeteilt in drei unterschiedliche Abschnitte erzählt „Lion: Der lange Weg nach Hause“ in der ersten Stunde beinahe ausschließlich vom kleinen fünfjährigen Saroo und dessen Reise durch Indien. Besagte Reise wird zumeist aus der Sicht von Saroo wiedergegeben, wodurch die Kamera zumeist recht niedrig gehalten wird, um die Perspektive des Kindes einzunehmen. In diesen Bildern erfährt der Zuschauer viel von der Armut Indiens Unterschicht, von Kinderarbeit und der gefährlichen Situation von indischen Kindern in Großstädten, gehen dort doch jedes Jahr 80.000 – 100.000 einfach verloren.

Lion: Der lange Weg nach HauseDer zweite Teil der Inszenierung widmet sich dem Leben in Australien und dem späteren Studium, während der dritte Teil sich ausschließlich mit der Suche nach der eigenen Identität und der Familie beschäftigt. Hier entfaltet „Lion: Der lange Weg nach Hause“ seine wahre Stärke, denn Hauptdarsteller Dev Patel (Best Exotic Marigold Hotel) läuft zu Hochform auf und zeigt seine stärkste Darbietung seid „Slumdog Millionär“. Während Nicole Kidman (The Others) als liebende und oft verzweifelte Mutter – trotz des vielen Botox – durchaus Gefühle zeigen kann, dienen Rooney Mara (The Social Network) als Freundin und David Wenham (300) als Vater bestenfalls als Stichwortgeber und Mittel zum Zweck. Beide Figuren sind recht grob skizziert, wodurch sie ähnlich untergehen wie jene des späteren Bruders Mantosh.

Die Romanverfilmung „Lion: Der lange Weg nach Hause“ ist großes Gefühlskino, das insbesondere gegen Ende hin kaum ein Auge trocken lassen wird. Definitiv die beste Darbietung von Hauptdarsteller Dev Patel in seiner noch kurzen Karriere.

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Lion: Der lange Weg nach Hause

Länge: 118 min

Kategorie: Drama

Start: 23.02.2017

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Lion: Der lange Weg nach Hause

Lion: Der lange Weg nach Hause

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 118 min
Kategorie: Drama
Start: 23.02.2017

Bewertung Film: (7/10)

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