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The Last King – Der Erbe des Königs

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 26. September 2016

The Last King - Der Erbe des Königs

Auf der Erfolgswelle von „Game of Thrones“ haben sich in den letzten Jahren gleich mehrere Fantasy- und Abenteuerfilme etabliert, die vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen wären. Das Sehverhalten der Zuschauer hat sich punktuell verändert, wodurch nun Filme wie „The Last King“ entstehen, die selbst weit über die Grenzen Norwegens hinaus vermarktet werden.

The Last King - Der Erbe des KönigsNorwegen im Jahre 1206: Ein Bürgerkrieg entzweit das Land, bei dem es im Grunde nur Verlierer zu geben scheint. Der herrschende König Hakan, ein Birkebeiner, wird verraten und ermordet, damit die kirchentreuen Bagler den Thron übernehmen können, um den Frieden wiederherzustellen. Auf dem Sterbebett vertraut König Hakan seinen beiden engsten Vertrauten Skjervald (Jakob Oftebro) und Torstein (Kristofer Hivju) ein lang gehütetes Geheimnis an, denn nicht weit entfernt in einem kleinen Dorf befindet sich sein Sohn im Babyalter, welcher der letzte rechtmäßige Anwärter auf den Thron sein soll.

Natürlich ist eben dieses Baby den Baglern ein Dorn im Auge, weswegen es nun an Skjervald und Torstein liegt, dieses nicht nur zu retten, sondern auch rechtzeitig in den Palast zu bringen, bevor alle Königtreuen Anhänger ermordet wurden. Eine lange Reise steht beiden bevor, deren Ausgang alles andere als gewiss zu sein scheint.

The Last King - Der Erbe des KönigsBasierend auf wahren Begebenheiten erschuf Drehbuchautor Ravn Lanesskog (Isola) eine etwas andere Abenteuergeschichte, die in erster Linie von Intrigen und Verrat lebt, unterlegt mit wunderschönen Bildern seines Heimatlandes. Regisseur Nils Gaup (Ferien mit einer Leiche) war verantwortlich für die entsprechende Umsetzung, bei der die Natur Norwegens einen ganz besonderen Stellenwert erhielt.

Ein Film wie „The Last King – Der Erbe des Königs“ wäre für eine Vermarktung außerhalb Norwegens vor einigen Jahren nicht im Ansatz in Betracht gezogen worden, was in erster Linie der sehr speziellen Handlung zuzuschreiben ist, bei der auch hier einige Zuschauer ordentlich ins Schwitzen kommen werden. Inspiriert von wahren Begebenheiten ist es doch recht schwer, sich im historischen Kontext des 13. Jahrhunderts in Norwegen zurecht zu finden, denn die wenigsten von uns werden jemals etwas von Birkebeinern oder von Baglern gehört haben. Dadurch hängt man trotz einiger Erklärungsversuche leider lange Zeit in der Luft, was der Geschichte selbst alles andere als zuträglich ist.

The Last King - Der Erbe des KönigsHat man diese inhaltlichen Defizite überwunden, wird man als Zuschauer mit einer recht interessanten Geschichte konfrontiert, die einiges an Spannung zu bieten hat. Zwei Krieger auf der Flucht mit einem kleinen Baby, auf Skiern durch die wunderschöne Wildnis Norwegens, stets darauf bedacht, den kirchentreuen Baglern, soweit es geht, auszuweichen. Dabei geht es zumeist moderat zur Sache, denn aufgrund der FSK12-Freigabe bleibt hier nicht unbedingt viel Spielraum, um den Zuschauer mit nennenswerten Schlachten und gut choreografierten Schwertkämpfen bei Laune zu halten. Stattdessen werden Konfrontationen eher am Rande erwähnt, während sich die Geschichte immer wieder in den Königspalast verlagert, wo Intrigen und Verrat an der Tagesordnung zu sein scheinen.

Genau diese Nebengeschichte ist in erster Linie für recht störende Nebengeräusche verantwortlich, denn abgesehen vom Unterbrechen des Spannungsbogens scheinen nahezu alle vorgestellten Figuren recht nutzlos für die weitere Geschichte zu sein. Dabei ist „The Last King – Der Erbe des Königs“ kein Film, der unbedingt Wert auf seine Figuren zu legen scheint, denn mit Ausnahme unserer beiden Helden scheint nahezu jeder austauschbar zu sein. Gesichter kommen und gehen, dick verpackt in mehreren Lagen aus Pelzmänteln, ein Wiedererkennungseffekt scheint nur selten gegeben zu sein.

Trotz dieser Defizite schaffen es Jakob Oftebro (Kon-Tiki) und Kristofer Hivju (The Thing), den Film über nahezu anderthalb Stunden zu tragen, was nicht nur deren markantem Spiel zuzuschreiben ist, sondern vor allem deren Präsenz, die sie innerhalb Norwegens wilder Natur verkörpern. Ein zurückhaltendes Spiel mit der Mimik, zwei kräftige Schläge mit dem Schwert, bis man sich erneut dem kleinen Baby zuwenden kann, wodurch kurze herzhafte Momente entstehen, bei denen die Krieger zeigen, dass auch sie unter der Brust ein schlagendes Herz haben.

„The Last King – Der Erbe des Königs“ ist ein kurzweiliger Abenteuerfilm, der in erster Linie von zwei starken Hauptdarstellern und Norwegens Natur lebt.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Koch Media

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The Last King - Der Erbe des Königs

Länge: 99 min

Kategorie: Action, Adventure, Drama

Start: 22.09.2016

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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The Last King - Der Erbe des Königs

The Last King – Der Erbe des Königs

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 99 min
Kategorie: Action, Adventure, Drama
Start: 22.09.2016

Bewertung Film: (6/10)

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