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Bruiser

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 11. September 2016

Bruiser

Filmemacher George A. Romero ist zweifelsohne der bekannteste Regisseur im Bereich der Zombiefilme und dennoch mussten seine Fans eine siebenjährige Pause durchstehen, bis dieser nach „Stephen King’s Stark“ (1993) einen neuen Film dem Publikum präsentierte. Besagter Film namens „Bruiser“ wurde mit grade einmal 5 Mio. US Dollar realisiert, was anschließend eine kontroverse Diskussion unter den Fans ausgelöst hat.

BruiserDer Mittdreißiger Henry Creedlow (Jason Flemyng) ist ein Verlierer wie er im Buche steht. Seine Frau (Nina Garbiras) hat keinerlei Respekt und geht fremd, sein bester Freund (Andrew Tarbet) bestiehlt ihn und sein Boss (Peter Stormare) macht ihn vor allen Angestellten zur Schnecke, dabei kennt er doch nicht einmal seinen Namen. Eines Tages passiert allerdings etwas, womit Henry am wenigsten gerechnet hätte. Eines Morgens wacht er mit einem glatten absolut weißen Gesicht auf, wodurch seine wahre Identität verborgen bleibt und er endlich seine Gefühle ausleben kann. Plötzlich ist niemand mehr vor Henry sicher, woraufhin dieser nicht nur damit beginnt Menschen zu ermorden, sondern ebenso sein eigenes Leben zu verändern.

Einem Interview von damals zufolge war die Schaffenspause zwischen den Jahren 1993 und 2000 für George A. Romero (Zombie) alles andere als ein Zuckerschlecken, denn obwohl er gutes Geld verdiente, musste er miterleben, wie ein Drehbuchentwurf nach dem anderen abgelehnt wurde, obwohl diese durchaus Potential gehabt hätten. Um diese Ablehnungen zu überwinden drehte Romero mit „Bruiser“ einen finanziell überschaubaren Film, der nicht nur in Toronto gedreht, sondern zum Großteil auch von der französischen Produktionsfirma Studio Canal+ finanziert wurde.

BruiserIm Nachhinein sollte sich diese Ungeduld für Romero allerdings als großer Fehler herausstellen, denn „Bruiser“ entsprach nicht im Ansatz den Erwartungen der Fans, was in erster Linie dem halbgaren Drehbuch zuzuschreiben ist. Romero wollte unbedingt eine Rachegeschichte drehen, vermischte dies mit einer Prise Gesellschaftskritik, nur um alles in der zweiten Hälfte seiner Inszenierung wieder über den Haufen zu werfen. Dabei kann der Zuschauer durchaus mit der Person des Henry mitfühlen, man versteht die Gedankengänge des schüchternen und zurückhaltenden Mannes, was allerdings später in einer wilden Gewaltorgie et absurdum geführt wird.

Neben der blutlehren Geschichte im letzten Drittel sind es vor allem die vielen vollkommen überzeichneten Figuren, die jedwede Originalität vermissen lassen. Eine Frau die ihren Ehemann offen verachtet und lieber fremd geht, ein Chef der nur aus sexistischen Sprüchen besteht und ein bester Freund, dem man das Blenden bereits nach den ersten Minuten ansieht. Keiner dieser Charaktere besitzt Profil, keine Figur strahlt auch nur im Ansatz etwas Interesse aus, weswegen ein jeder Mord an diesen Personen auch vollkommen gleichgültig erscheint.

Romeros Geschichte besitzt im Ansatz Potential, welches allerdings viel zu schnell links liegen gelassen wurde. Daran ändert selbst die durchaus interessante Besetzung nichts, denn obwohl Jason Flemyng (X-Men: Erste Entscheidung) die Person des Henry glaubhaft verkörpert, vermag dieser zu keinem Zeitpunkt auch nur im Ansatz die Geschichte zu tragen. Ähnlich viel verschenktes Potential schlummert in Leslie Hope (Crimson Peak), die als Fotografin Rosemary der scheinbar einzige wirklich ehrliche Mensch zu sein scheint, was innerhalb der Inszenierung jedoch keinerlei Wert besitzt.

„Bruiser“ ist zweifelsohne einer der schlechtesten Filme von George A. Romero, den er nach seiner beinahe siebenjährigen Schaffenspause gedreht hat. Ein interessanter Ansatz, der in einer völlig blutleeren Geschichte gipfelt.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Tiberius Film

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Bruiser

Länge: 99 min

Kategorie: Comedy, Horror

Start: 08.09.2016

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 99 min
Kategorie: Comedy, Horror
Start: 08.09.2016

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