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Der Brief an den Kreml

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. März 2016

Der Brief an den Kreml

Der Kalte Krieg wurde zwischen den Jahren 1947 und 1989 zwischen den beiden Großmächten USA und Sowjetunion unerbittlich geführt, der Krieg der Systeme verschlang wahre Massen an Geld und dennoch wurden auf Basis dieses Konflikts zahlreiche Spionagethriller gedreht, die noch heute zu den großen Klassikern gehören. Mit „Der Brief an den Kreml“ kommt nun einer dieser Klassiker ab dem 18. März 2016 erstmals auf DVD zu uns ins Wohnzimmer.

Der Brief an den KremlDie Vereinigten Staaten am Ende der 1960er Jahre: Auf dem Höhepunkt des Kaltes Krieges gelangt ein Brief in die Sowjetunion, laut dem die USA dem Land die Unterstützung bei einem Angriff gegen China anbieten. Um die ohnehin schwierige diplomatische Lage nicht noch weiter zu verkomplizieren, beschließt die amerikanische Regierung eine Spezialeinheit zu entsenden, um besagten Brief an den Kreml im letzten Moment abzufangen. Zu dem Team gehört der ehemalige Navy-Offizier Rone (Patrick O’Neal), Safeknackerin B. A. (Barbara Parkins), die Hure Janis (Nigel Green) sowie der Transvestit Warlock (George Sanders). Geführt wird besagtes Team durch den unscheinbaren Highwayman (Dean Jagger) und dessen Assistenten Ward (Richard Boone), die nicht nur jedes kleinste Detail zu berücksichtigen versuchen, sondern mehr als nur einen Plan in der Sowjetunion verfolgen.

Noel Behns Roman „The Kremlin Letter“ gehört zweifelsohne zu den besseren Büchern rund um den Kalten Krieg und den tausenden Spionen, darum war es nur wenig verwunderlich, dass besagtes Buch schließlich im Jahre 1970 unter der Regie von John Huston (Die Spur des Falken) auch verfilmt wurde. Huston blieb der Vorlage im Großen und Ganzen recht treu, was zum einen natürlich bemerkenswert ist, zum anderen aber auch jene Probleme offenbart, die der Leser des Stoffes damals bereits hatte.

Der Brief an den KremlBesagte Probleme spiegeln sich in erster Linie in der Vielzahl der Figuren wider, für die zwar am Anfang ausreichend Zeit genommen wird, bei denen der Zuschauer jedoch nicht im Ansatz durchblicken wird. Jede Menge Personen, die kurz angerissen werden, eine Vielzahl an Tarnnamen und noch viel mehr ungeahnte Fähigkeiten, die erst im späteren Verlauf der Mission wirklich Sinn ergeben sollen. Dadurch ist insbesondere das erste Drittel des Filmes überaus hölzern angelegt, wenn wir einen ehemaligen Navy-Offizier dabei begleiten, wie dieser rund um die Welt fliegt, um sein Team langsam zusammenzustellen und dabei bereits die ersten Konflikte bewältigen muss.

Sobald dies allerdings überstanden ist, beginnt „Der Brief an den Kreml“ wirklich Spaß zu machen. Hunderte freischaffende Agenten, die alle etwas im Schilde führen, Agenten, die eigene Interessen verfolgen und natürlich Doppel- und Dreifachagenten, bei denen man nie genau sicher ist, für wen diese nun in Wahrheit arbeiten. Die unterschiedlichsten Handlungsstränge werden verfolgt, Details finden langsam wie Puzzleteile zusammen, nur um zehn Minuten später schon wieder keinen Sinn mehr zu ergeben. Szenen wie diese sind das Highlight dieses Films, allerdings sind es auch Szenen wie diese, die diesen Film zuweilen unerträglich werden lassen. Der größte Kritikpunkt ist und bleibt dabei die schiere Masse an unterschiedlichsten Figuren, durch die sich so mancher Zuschauer sprichwörtlich erschlagen vorkommt, was durchaus zu verstehen ist.

Der Brief an den KremlGerade dies ist zuweilen überaus Schade, denn „Der Brief an den Kreml“ ist bis in die Nebenrollen hinein gespickt mit wirklich hochkarätigen Darstellern. Patrick O’Neal (Alarmstufe: Rot) spielt mit vollem Einsatz den ehemaligen Navy-Offizier, der nicht nur acht Sprachen spricht, sondern auch noch ein fotografisches Gedächtnis hat, während Richard Boone (Big Jake) mit seiner markanten Knollnase immer einen lockeren Spruch auf der Zunge hat. Neben diesen sind Max von Sydow, Bibi Andersson und Orson Welles zu sehen, der einmal mehr zur Hochform auflaufen soll.

John Hustons „Der Brief an den Kreml“ ist ein durchaus interessanter Agententhriller auf dem Höhepunkt des Kaltes Krieges, der allerdings – ähnlich wie die Romanvorlage – mit zu vielen Figuren zu jonglieren versucht.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Winklerfilm

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Der Brief an den Kreml

Länge: 120 min

Kategorie: Crime, Drama, Thriller

Start: 18.03.2016

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Der Brief an den Kreml

Der Brief an den Kreml

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 120 min
Kategorie: Crime, Drama, Thriller
Start: 18.03.2016

Bewertung Film: (6/10)

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