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Sicario

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 7. Februar 2016

SICARIO

Der Drogenkrieg in Mexiko fordert jedes Jahr tausende Todesopfer, es gibt wahre Hetzjagden auf Mitglieder der Polizei und selbst untereinander tobt ein Krieg der Kartelle, locken doch Gewinne in Milliardenhöhe durch den Schmuggel von verbotenen Substanzen. Filmemacher Denis Villeneuve wagt nun einen etwas anderen Blick auf den Konflikt „Kartell vs. Ermittlungsbehörden der USA“, wenn er mit Emily Blunt eine starke Frau in den Mittelpunkt treten lässt.

SicarioFBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) hat grade erst zusammen mit einem SWAT-Team ein Drogenversteck innerhalb der USA hochgenommen, da wird sie auch bereits mit der grausamen Wirklichkeit konfrontiert. 42 Geiseln sind in den Mauern des Hauses versteckt, eine Explosion kostete einigen ihrer Kollegen das Leben und plötzlich tritt eine Organisation innerhalb des FBI an sie heran, die all dies an vorderster Front zu bekämpfen versucht. Die erste Reise geht zusammen mit Geheimdienstler Matt Graver (Josh Brolin) und dem ehemaligen Staatsanwalt Alejandro (Benicio Del Toro) direkt nach Mexiko, in die Grenzstadt Juarez, wo man sich ohne jedwede Genehmigung einen hochrangigen Drogenboss einverleibt.

Mit dessen Hilfe soll nun ein geheimer Tunnel gefunden werden, an dessen Ende womöglich einer der größten Bosse des Kartells warten soll. Zusammen mit ihrem jüngeren Kollegen Reggie (Daniel Kaluuya) deckt Kate dabei allerdings immer mehr Wiedersprüche auf, woraufhin schon bald die Frage gestellt werden muss, wer schlimmer ist, das Kartell oder eben die geheime Organisation der Vereinigten Staaten, die keinerlei Skrupel zu kennen scheint.

Der Begriff Sicario bezeichnete einst die Zeloten Jerusalems, Killer die hinter den Römern her waren, welche ihr Heimatland besetzt hielten. In Mexiko steht Sicario als universeller Begriff für Auftragsmörder und Killer, die für die verschiedensten Organisationen tätig sind und die Schmutzarbeit im Geheimen erledigen. Selbigen Begriff verwenden Regisseur Denis Villeneuve (Prisoners) und Drehbuchautor Taylor Sheridan (Sons of Anarchy) aber auch für eine geheime Einheit der Vereinigten Staaten, die fernab jedweder Gesetzgebung und sonstiger Befugnisse einen Krieg beginnt, an dessen Ende nur Verlierer übrig bleiben können.

In den letzten Jahren gab es bereits eine Vielzahl der unterschiedlichsten Filme und Dokumentationen, die sich den Kartellen in Mexiko gewidmet haben, Villeneuve musste also eine Veränderung vornehmen, um nicht erneut eine der bekannten Geschichten zu erzählen. Er baut „Sicario“ daher als beinahe typischen Thriller auf, wo von Anfang an die Positionen von Gut und Böse klar definiert sind. Dennoch spielt dieser beinahe beiläufig mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, wenn er in der Mitte seines Filmes mit Kate Macer eine Figur etabliert, die zu keiner Zeit mehr als der Zuschauer weiß. Vieles geschieht im Dunkeln, in Pläne wird sie nur widerwillig eingeweiht, wodurch der gewisse Rote Faden lange Zeit im Verborgenen bleiben soll.

SicarioLässt man sich als Zuschauer auf dieses eher undurchsichtige Spiel erst einmal ein, so wird man mit einem spannenden Thriller konfrontiert, der die Grenze von Gut und Böse im zweistündigen Verlauf des Filmes immer weiter zu verwischen droht. Die geheime Eingreiftruppe der Vereinigten Staaten scheint keinerlei Gesetzgebung zu unterliegen, Feuergefechte werden auf offener Straße ohne jedwede Rücksichtnahme auf zivile Opfer ausgeführt, wobei letztere sich sichtlich unbeeindruckt zeigen. In wieweit Schusswechsel in Mexiko zum Alltag gehören, wird auch hier mit aller Deutlichkeit gezeigt, wenn des Nachts Feuergefechte die Stadt erhellen oder man sich bei einem Fußballspiel bei Kanonenfeuer bestenfalls zaghaft kurz umdreht, anstatt sich sofort auf dem Boden in Sicherheit zu bringen.

Die Handlung von „Sicario“ ist spannend umgesetzt, wobei der Zuschauer auch hier bereits sehr viel Vergleichbares gesehen haben dürfte. Als herausragend stellt sich vielmehr die Besetzung des Filmes heraus, wobei vor allem Emily Blunt (Edge of Tomorrow) als taffe FBI-Agentin glänzen darf, die mehr und mehr die eigenen Methoden anzweifeln muss. Sehenswert sind neben ihr aber auch Josh Brolin (No Country for Old Men) als abgebrühter Geheimdienstler, sowie Benicio Del Toro (A Perfect Day), der eine einzigartige Wandlung vom Staatsanwalt hin zum Killer durchmachen darf.

Denis Villeneuves „Sicario“ ist ein wirklich sehenswerter Thriller rund um den Krieg der USA gegen die mexikanischen Kartelle, der nicht nur mit einer interessanten Geschichte, sondern gleichwohl auch mit einer überragenden Besetzung aufwarten kann. Eine absolute Empfehlung.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Studiocanal

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Sicario

Länge: 121 min

Kategorie: Action, Crime, Drama

Start: 04.02.2016

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Sicario

Sicario

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 121 min
Kategorie: Action, Crime, Drama
Start: 04.02.2016

Bewertung Film: (8/10)

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