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Wayward Pines

Geschrieben von Frank Schmidke am 7. November 2015

Wayward_Pines_01-ctKleinstädte sind für Mystery-, Thriller- und Horror-Serien immer wieder optimaler Nährboden, um hinter scheinbar harmlosen Fassaden und netten Leuten das wahre Grauen zu entfesseln. In der hochgelobten Thrillerserie „Wayward Pines“ nach der gleichnamigen Bestseller-Trilogie von Blake Crouch bleibt sehr zur Freude des Zuschauers alles ziemlich lange mysteriös und undurchsichtig. Der Secret Service Agent Ethan Burke landet nach einem Unfall in der Kleinstadt Wayward Pines und kommt hier einfach nicht mehr weg. Produzent M. Night Shayamalan kehrt nach einigen eher durchwachsenen Filmen mit der abgeschlossenen Serie zu alter Klasse zurück.

Nach einem schweren Autounfall wacht der Secret Service Agent Ethan Burke (Matt Dillon) schwer verwundet in der Wildnis auf und macht sich auf den Weg zu nächstgelegenen Stadt, wo er erschöpft zusammenbricht. Zusammen mit einem Kollegen war er auf der Suche nach vermissten Kollegen, die während eines Auftrags spurlos verschwunden sind.

Wayward_Pines_03-ctEthan wacht im Krankenhaus auf und die Krankenschwester Pam (Melissa Leo) erklärt ihm, er sei in der Kleinstadt Wayward Pines in Idaho, und Doktor Jenkins (Toby Jones) rät Burke, sich noch etwas zu erholen. Doch der Agent will so schnell wie möglich aus dem Krankenhaus, findet aber seine privaten Sachen nicht. Die habe Sheriff Pope (Terence Howard) an sich genommen. Der gibt allerdings vor, von nichts zu wissen. Irgendetwas in der seltsamen Stadt kommt Burke höchst verdächtig vor und er versucht, Verbindung zu seiner Dienststelle in Seattle und zu seiner Frau Theresa (Shannyn Sossamon) aufzunehmen. Die Barfrau Beverly (Juliette Lewis) bestätigt heimlich seinen Verdacht, dass Wayward Pines etwas zu verbergen hat.

Als Burke dann auch noch seine verschwundene Kollegin Kate Hewson (Carla Guglio) auf der Straße trifft, die leugnet ihn zu kennen, ist dem Secret Service Mann klar, dass er schleunigst aus der Kleinstadt verschwinden muss, aber das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn nicht nur Sheriff Pope sorgt dafür, dass niemand aus Wayward Pines herauskommt, sondern auch eine Mauer, die die Stadt zu einem Gefängnis macht.

Wayward_Pines_02-ctEs ist höchst undurchsichtig, was in dieser idyllischen Kleinstadt inmitten der bewaldeten Berge vor sich geht, und Serienmacher Chad Hodge kann sich nicht nur auf die rätselhafte  Spannung der Vorlage, sondern auch auf die Mitwirkung des Autors Blake Crouch als Berater verlassen, um die Zuschauer zu fesseln. Mit seiner etwas gekünstelten Grundstimmung wirkt „Wayward Pines“ in den ersten Folgen ein wenig wie David Lynchs Serienklassiker „Twin Peaks“ und es ist schwer, die Serie einem bestimmten Genre zuzuordnen. Zudem fühlt man  sich beizeiten an „Die Frauen von Stepford“ erinnert, auch mal an „Akte X“, findet Elemente aus „The Walking Dead“ oder mutmaßt, dass es sich hier um ein absurdes soziales Experiment handelt.

Die dramatischen und die mysteriösen Elemente werden souverän inszeniert, die Verstrickung von Burkes Vorgesetztem ist zudem ein weiterer Aspekt, der für solide Verschwörungstheorien spricht, und erst ab der fünften Folge wird so richtig klar, worauf die Handlung sich zubewegt. Dann wird „Wayward Pines“ zu einer klassischen Science-Fiction-Show.

Wayward_Pines_05-ctGenauso langsam wie Ethan Burke kommt auch der Zuschauer hinter die Geheimnisse von Wayward Pines. Und was Burke findet, ist nicht nur ausgesprochen überraschend, sondern sorgt auch immer wieder für interessante und unvorhersehbare Wendungen der Handlung. Die Ankunft von Burkes Frau und Sohn sorgt zudem für eine weiteres gelungenes psychologisches Element. Aber das bleibt bei weitem nicht das einzige Problem, das der Secret Service Agent zu bewältigen hat.

Vor der Kamera versammelt die zehnteilige,,in sich abgeschlossene Serie eine namhafte Besetzung, die „Wayward Pines“ auf darstellerischer Ebene schon aus dem inzwischen unübersichtlichen Serienmarkt herausragen lässt. Aber auch hinter der Kamera hat man Könner versammelt und beinahe jede Folge wird von einem anderen Regisseur verantwortet, der bereits mit intelligenten Thrillern auf sich aufmerksam gemacht hat. Darunter neben Produzent M. Night Shayamalan (The Sixth Sense“, „The Village“) auch Charlotte Sieling („Die Brücke“, „Kommissarin Lund“), Nimrod Antal („Kontroll“, „Armored“) und Zal Batmanglij („The East“).

Wayward_Pines_04-ctAber nicht nur die Besetzung vor und hinter der Kamera macht „Wayward Pines“ zu einer spannenden Serie. Die Kulisse ist ebenso aufwändig wie stimmig, die CGI-Effekte wissen zu überzeugen und die wohl dosiert gesetzte Action fügt sich passgenau in die Spannungsbögen. Dadurch dass sich der Focus im Verlauf der Serie nicht nur thematisch verschiebt, sondern auch zusätzliche  Charaktere in den Mittelpunkt rücken, bleibt „Wayward Pines“ bis zum bitteren Ende interessant und spannend.

Das Bonusmaterial der Serienbox fällt mit zwei Featurettes eher überschaubar aus, aber „Eine Tour durch Wayward Pines“ und „Die Mythologie in der Serie“ beleuchten die Serienentstehung und die Dreharbeiten ausreichend und lassen sowohl die Hauptdarsteller als auch die Macher zu Wort kommen.

Die amerikanische Mystery- und Sci-Fi-Serie „Wayward Pines“ versteht es auf spannende und geschickte Weise, eine sehr überraschende Geschichte zu erzählen.  Inszenierung und Darsteller machen „Wayward Pines“ zu einem echten Überraschungshit, der sich seine Vorschusslorbeeren verdient hat.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 2th Century Fox

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Länge: ca 450 Minuten

Kategorie: Drama, Mystery, Sci-Fi

Start: 06.11.2015

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Info

Wayward Pines

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: ca 450 Minuten
Kategorie: Drama, Mystery, Sci-Fi
Start: 06.11.2015

Bewertung Film: (8/10)

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