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Magie der Moore

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 30. August 2015

Magie der Moore

Die unberührte Natur zieht seit jeher den Menschen in ihren Bann und dennoch schreitet der Raubbau an eben dieser unaufhaltsam fort, sodass beinahe jährlich den unterschiedlichsten Arten die Lebensgrundlage entzogen wird. Dokumentarfilmer Jan Haft gilt als Experte für die verschiedensten Ökosysteme, weshalb er sich diesmal auf den Weg machte, um die unterschiedlichsten Moore in Europa zu begutachten.

Magie der MooreErneut war Filmemacher Jan Haft (Das grüne Wunder – Unser Wald) ganze fünf Jahre unterwegs, diesmal in Ländern wie Deutschland, Finnland, der Tschechischen Republik, Schweden, Dänemark, Norwegen und der Slowakei, um dort die letzten Moore zu begutachten. Es entstanden an mehr als 80 Drehorten rund 250 Stunden Film, was für „Magie der Moore“ auf übersichtliche 90 Minuten zusammengeschnitten werden musste.

Wo andere Dokumentarfilmer stets mit den ungewöhnlichsten Tier- und Pflanzenarten beim Zuschauer versuchen Eindruck zu schinden, besinnt sich Haft diesmal auf das wesentliche. Wir sehen in den Mooren Bären die zaghaft am Rand auf Wasser- und Nahrungssuche gehen, wir sehen Wölfe und Hirsche, in erster Linie aber sehen wir eine Unmenge an Kleinstlebewesen, die im Moor ihre Heimat gefunden haben. Kleine Insekten die wir stark vergrößert zwischen den Pflanzen herumirren sehen, sind der Kern dieses ungewöhnlichen Biotops.

Magie der MooreWir sehen als Zuschauer aber nicht nur einzigartige Aufnahmen der unterschiedlichsten Moore und der dort lebenden Individuen, wir erfahren auch eine Unmenge wissenswertes, was durch Sprecher Axel Milberg (Hannah Arendt) interessant vermittelt wird. So spricht er von den verschiedensten Insektenarten die sich gegenseitig ergänzen, er rückt Pflanzen in den Fokus die eine Enge Symbiose mit Kleinstlebewesen eingegangen sind und wir erfahren näheres zum Klimawandel, an dem der Moor nicht ganz unbeteiligt ist. Die Moore gehören nämlich mit zu den größten CO2 Speichern der Welt, doch durch den Abbau von Torf wird besagtes CO2 erneut freigesetzt, wodurch die schädlichen Treibhausgase erneut in die Luft gelangen.

Dies alles ist überaus interessant aufbereitet und auch dargestellt, wofür Jan Haft die verschiedensten Mittel gekonnt eingesetzt hat. Eines dieser Mittel ist die Zeitluppentechnik, welche zwar anfangs noch recht unsinnig zum Großteil für den Wechsel von Tag und Nacht herhalten muss, im späteren Verlauf aber auch nützlich eingesetzt wird. Daneben gibt es großartige Kameraflüge aus der Luft, detailgetreue Aufnahmen im Mikrobereich und natürlich wunderbare Zusammenschnitte, die den Wechsel der Jahreszeiten wiedergeben.

Magie der MooreLeider geht mit diesen wunderschönen Aufnahmen erneut jener Pathos einher den wir bereits aus „Das grüne Wunder – Unser Wald“ kennen, denn obwohl das gezeigte eindrucksvoll ist, steigert sich Haft in viele Dinge unglaublich hinein. Dies geht ebenso mit den abgehandelten Themen einher, denn obwohl alles sehr interessant ist, fängt es sich doch leider ab der Hälfe an zu wiederholen. An dieser Stelle merkt man den eigentlichen Ansatz der Dokumentation, denn was auf 60 Minuten fürs Fernsehen durchaus funktioniert, das reicht eben  nicht für 90 Minuten im Kino.

Dokumentarfilmer Jan Haft verbrachte erneut hunderte Stunden in der freien Natur, um uns einmalige Bilder der europäischen Moore zu präsentieren. Zum Großteil atemberaubend schön und durch Sprecher Axel Milberg interessant für den Zuschauer aufbereitet, doch kann das Niveau leider nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten werden.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Polyband, Nautilusfilm

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Magie der Moore

Länge: 95 min

Kategorie: Documentary

Start: 24.09.2015

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Magie der Moore

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 95 min
Kategorie: Documentary
Start: 24.09.2015

Bewertung Film: (6/10)

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