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Sons of Anarchy – Staffel 6

Geschrieben von Frank Schmidke am 24. Juli 2015

Sons_of_Anarchy_-_Season_6_ct-1Endlich geht die Biker-Saga aus dem sonnigen Kalifornien auch bei uns im Home Entertainment Bereich in die sechste Runde. Und so viel sei vorweg schon mal erwähnt: Der Schnitter zieht grimmig seine Runden und wühlt mächtig in den Eingeweiden von SAMCRO. Mit der vorletzten Staffel von „Sons of Anarchy“ geht es voll ans Eingemachte. Zu diesem Stadium der Serie noch auf Spoiler hinzuweisen, ist komplett unnütz; Fans wissen sowieso was Sache ist. Allen, die noch nicht vom „Sons“-Virus befallen sind, sei die grandiose Serie einfach nur dringlich ans Herz beziehungsweise vor die Augen gelegt.

Sons_of_Anarchy_-_Season_6_ct-2Der Wachwechsel ist vollzogen und Jax Teller (Charlie Hunnam) hat den Biker-Club als Präsident von seinem Stiefvater Clay Morrow (Ron Perlman) übernommen. Trotzdem kann man sich des alten intriganten Mannes noch nicht entledigen, weil der Ausstieg des Motorradclubs aus dem Waffengeschäft zwar beschlossen, aber noch immer nicht geregelt ist. Die IRA will die Geschäftsverbindungen in Amerika nicht aufgeben und ist eher konservativ. Als bräuchte es da noch eine Bestätigung, dass der Club bezüglich des Waffenhandels die richtige Entscheidung getroffen hat, läuft ein Kind an einer Schule Amok und erschießt drei Mitschüler. Zwar hat einer von Nero Padillas (Jimmy Smits) Jungs die Waffe unbeaufsichtigt herumliegen lassen, aber sie stammt aus SAMCRO-Beständen.

Und schon wieder haben die „Sons of Anarchy“ hartnäckige Gesetzeshüter an den Hacken, dieses Mal in Gestalt von Staatsanwältin Patterson (CCH Pounder). Aber Ire und Cops sind beileibe nicht die einzigen Probleme, die Jax zu beackern hat. Auch familiär brodelt es: Seit ihrer kurzen Knastzeit scheint Tara (Maggie Siff) Jax den Clubausstieg nicht mehr zuzutrauen und trifft heimlich Vorbereitungen, sich mit den beiden Söhnen abzuseilen. Mutter Gemma (Katey Segal) ist misstrauisch wie eh und je und muss sich für ihren Sohn zudem wieder mit Clay abgeben. Nero hat derweil durchaus gemischte Gefühle, tiefer in die Clubangelegenheiten reingezogen zu werden. Das „Escort“-Geschäft von Nero und Jax läuft allerdings richtig gut und bietet sogar Expansionsmöglichkeiten. Bei der Gelegenheit lernt Jax die attraktive Blondine Colett (Kim Dickens) kennen, die nicht nur als mögliche Geschäftspartnerin in Frage kommt.

Sons_of_Anarchy_-_Season_6_ct-4Aber was wird aus dem Club mit seinen sinkenden Mitgliederzahlen? Bobby „Elvis“ (Mark Boone Junior) hat nicht nur enttäuscht die Vizepräsidentschaft abgelegt, sondern macht sich jetzt auch als Nomad vom Acker und wendet den Redwood Originals den Rücken zu. Tig (Kim Coates) lebt zwar noch, ist aber eine schwere Bürde für Jax Geschäftsbeziehungen und Juice (Theo Rossi) weiß immer noch nicht, wem er Loyalität schuldet. Derweil hat Otto (Kurt Sutter) im Knast existenziell brutale Probleme, denn Ex-Marshall Lee Toric (Donal Logue) sinnt auf Rache für den Tod seiner Schwester, die Otto auf der Krankenstation getötet hat. Und der Mann hat noch immer Verbindungen. Einzig „Chibs“, der neue Vice-President der Sons, scheint, ein Fels in der Brandung zu sein.

Sorry, das war jetzt massig Info. Aber so viel Update muss in der sechsten Staffel einer fortlaufenden Serie schon sein, denn selbstredend ist das Format handlungsgetrieben. Und es ist erstaunlich, auf welch hohem Niveau an Verzahnungen und Dramatik die „Sons of Anarchy“ sich noch immer befinden. Da merkt man schon den shakespearehaften Einfluss. Serien-Mastermind Kurt Sutter und seine Co-Autoren legen sich mächtig ins Zeug und drängen konsequent auf den Abschluss mehrerer großer Storybögen, die die Serie von Beginn an aufzuweisen hatte. Dabei haben die Charaktere aber immer auch noch genug Freiraum, um sich zu entwickeln und die Szenen haben Raum zum Atmen und sich zu entfalten, wie Jimmy Smits das in einer Fan-Talkshow so stimmig beschrieben hat.

Sons_of_Anarchy_-_Season_6_ct-3Und auch wenn man als Zuschauer, gerade in der sechsten Staffel, auch gerne eine andere Wendung der Geschehnisse gehabt hätte, zieht Kurt Sutter seine Handlungsentwicklungen knallhart durch. Alles was den Charakteren in „Sons of Anarchy“ geschieht, ist auch aus der Persönlichkeit, der Situation und/oder den Ereignissen begründet und nachvollziehbar. Das sollte man vielleicht für selbstverständlich halten, aber wer mal in diverse aktuelle Serienformate reingeschnuppert hat, wird feststellen, dass „Sons of Anarchy“ in Punkto Storytelling und Dramaturgie kaum Konkurrenz zu fürchten hat. Doch es hat die Serie schon immer ausgezeichnet, dass sie neben ihrer Handlungsbasis auch entsprechende Schauwerte aus dem Biker-Milieu aufgefahren hat. Die Serie selbst ist, anders als SAMCRO, mit ausreichendem Budget ausgestattet und weiß dieses auch effektvoll und bisweilen spektakulär einzusetzen, aber wem erzähle ich das.

Fans der „Sons of Anarchy“ können sich zudem auf nerdige Extras freuen, wie das bei der Ausstattung der vorangegangenen Staffeln auch der Fall war. Das verkürzt das Warten auf die finale Staffel allerdings auch nicht so recht. Bleibt zu hoffen, dass es mit Staffel sieben, die in den USA ja schon Ende 2014 ausgestrahlt wurde nicht allzu lange dauern wird. Ein Veröffentlichungstermin oder auch eine deutsche TV-Ausstrahlung ist allerdings noch nicht angekündigt.

Sons_of_Anarchy_-_Season_6_ct-5Ach ja, Bonusmaterial: Es gibt Audiokommentare zu einigen Folgen, etwa dem Staffelauftakt und –finale, einige weggefallenen Szenen, und ein kurzes Gag-Reel, dazu ein zwanzig-minütiges Featurette über ein Fan-Event, dass dieses Mal als Charity-Veranstaltung für die Opfer von Hurrikane Sandy abgehalten wurde. Besonders stark betroffen von dem Hurrikane war New Jersey, der Küstenstaat aus dem kurt Sutter stammt. Zudem erklärt Sutter, warum in dieser Staffel der Sensenmann ruft („The Reaper Calls“). Auch die Faneinbindung (in den USA sicher einer der Erfolgsfaktoren der Serie) klappt wieder gut und wird dieses Mal in Form der Talkshow „Anarchy Afterword“ präsentiert. Zum Staffelauftakt, der fünften Folge „The Mad King“ und zum großen Finale empfängt Gastgeber Chris Franjola jeweils in einer Set-Kulisse Kurt Sutter und diverse Darsteller, um über die gerade gelaufene Folge zu diskutieren. Das ist ganz unterhaltsam, aber im Wesentlichen für ganz engagierte Fans zu empfehlen.

In der sechsten und vorletzten Staffel der „Sons of Anarchy“ macht der angestiegene Blutzoll eindrucksvoll deutlich, dass es auf das Ende zugeht. Dramaturgisch und handwerklich eine der besten und spannendsten Staffeln des kalifornischen Biker-Epos.

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Wir vergeben daher 9 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Länge: 540 Minuten

Kategorie: TV-Series, Crime, Drama, thriller

Start: 23.07.2015

cinetastic.de Filmwertung: (9/10)

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Info

Sons of Anarchy – Staffel 6

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 540 Minuten
Kategorie: TV-Series, Crime, Drama, thriller
Start: 23.07.2015

Bewertung Film: (9/10)

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