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Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Juli 2015

Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Es liegt in der Natur der Sache begründet, dass von sehenswerten Erstlingswerken so schnell wie möglich eine Fortsetzung produziert werden muss, um den vermeidlichen Fan weiteres Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Falle von „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ könnte man genau dies kaum treffender beschreiben, denn wo der ursprüngliche Film mit Hauptdarsteller Daniel Radcliffe noch von seiner Atmosphäre lebte, reißt das entsprechende Sequel keinen Zuschauer mehr vom Hocker.

Die Frau in Schwarz 2: Engel des TodesLondon im Jahre 1941: Bei Ausbruch des Krieges sehen Schulleiterin Jean (Helen McCrory) und Eve (Phoebe Fox) ihre einzige Überlebensmöglichkeit in der Flucht. Zusammen mit einer Gruppe von Kindern besteigen diese einen älteren Bus, um fernab auf dem Land Rettung vor den nahenden deutschen Bombern zu finden. Mitten in besagter Flucht hat der Bus jedoch eine Panne, woraufhin die Gruppe des Nachts in der Nähe des verlassenen Dorfes Crythin Gilford das Eel Marsh Haus betritt. Das Haus ist ein wenig heruntergekommen, die Tapeten hängen von der Wand und auch sonst ist dieses alles andere als einladend, doch dem Überlebenswillen folgend machen Jean und Eve das Beste aus ihrer momentanen Situation. Während Eve bereits in der ersten Nacht eine unheimliche Präsenz im Hause spürt, verweigert sich Jean standhaft allem Übernatürlichem, doch der stumme Waisenjunge namens Edward (Oaklee Pendergast) soll auch sie schon bald eines Besseren belehren.

Vor nunmehr drei Jahren versuchte „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe das Image des kleinen Zauberlehrlings abzulegen, zeigte sich in einem Theaterstück und nur wenig später in seinem ersten Horrorfilm, der an den Kinokassen überraschend mehr als 120 Mio. Dollar eingespielt hat. Natürlich ist bei diesen Voraussetzungen eine Fortsetzung schnell im Kasten, doch anstatt dem bekannten Team erneut das Vertrauen auszusprechen, wurde kurzerhand die gesamte Crew ersetzt. Für die Regie zeichnet sich nun Tom Harper (Die fantastische Welt der Borger) verantwortlich, während man im Bereich des Drehbuchs auf das Autorenteam bestehend aus Susan Hill (Das Schloß gehört mir) und Jon Croker (Fast Girls) baut.

Die Frau in Schwarz 2: Engel des TodesDie Ausgangslage ist bei alledem recht vielversprechend, denn während man die im Mittelpunkt stehende Figur kurzerhand gegen eine junge Frau ausgetauscht hat, sind auch zeitlich rund vier Jahrzehnte vergangen. Im Hintergrund wütet nun der Beginn des 2. Weltkrieges, doch wo von nahenden Bombern gesprochen wird, verbleiben diese in der Realität maximal in der Erinnerung der Figuren. Von daher lassen die Verantwortlichen dieses Thema komplett außen vor, bauen auf eine berechenbare Geschichte, welche ungemein viel Zeit benötigt, um auch nur im Ansatz interessant zu wirken.

Eine Fortsetzung ist auch immer die Möglichkeit Fehler aus dem ursprünglichen Film zu negieren, Dinge umzusetzen wofür vorher die finanziellen Mittel nicht ausgereicht haben, letzte Ideen zu verwirklichen, die einst einfach nicht hinein gepasst haben. Im Falle von „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ vermisst man dies alles jedoch vergebens, denn die Filmemacher bauen hier lieber auf den bekannten Standard, als Fans des ersten Teils mit Neuem zu überraschen. Es gibt die typischen Jump-Scares, knarrende Türen, lautes kratzen und tote Vögel, die wie aus dem Nichts heraus plötzlich gegen die Fensterscheibe knallen.

Die Frau in Schwarz 2: Engel des TodesWäre die interessante Atmosphäre rund um das alte Anwesen, den schmalen Weg und die unendlichen Nebenschwaden nicht, müsste man diesem Werk jegliche Ambitionen absprechen den Zuschauer zum Gruseln bringen zu wollen, so ist es zumindest ein Film, bei dem man auf eine sehenswerte Kameraarbeit vertrauen kann. Im Bereich der Darsteller vermag „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ leider nicht im Ansatz zu gefallen, was weniger in den Darstellern selber begründet liegt, als vielmehr an deren liebloser Figurenzeichnung. Vieles wirkt einfach wie dahin geklatscht, nicht eine Figur vermag Sympathien zu versprühen, weswegen der Zuschauer sich auch nur schwer mit diesen identifizieren kann.

Die Fortsetzung des bekannten Kassenerfolges ist leider kaum mehr als ein laues Lüftchen. Die Geschichte ist unnötig kompliziert und nur allzu berechenbar, der Zweite Weltkrieg ist zu keiner Zeit präsent, während man im Bereich des Horrors auf den bekannten Standard vertraut und sich jeglichem Neuen gegenüber verweigert.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

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Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Länge: 98 min

Kategorie: Drama, Horror, Thriller

Start: 16.07.2015

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Drama, Horror, Thriller
Start: 16.07.2015

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