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The Loft

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 16. Juni 2015

The Loft

Der Isländer Baltasar Kormákur hat es bereits vorgemacht wie es ist einen erfolgreichen Film in Hollywood noch einmal zu drehen, der Belgier Erik Van Looy versucht nun nicht weniger, wenn er seinen eigenen Film aus dem Jahre 2008 adaptiert, um jene Ungereimtheiten aus der Welt zu schaffen, die damals von den Zuschauern kritisiert wurden.

The LoftDer bekannte Star-Architekt Vincent Stevens (Karl Urban) hat bei der Einweihung seines neusten Gebäudes eine ganz besondere Überraschung für seine vier engsten Freunde parat, denn anstatt weiterhin die zahlreichen Affären in irgendwelchen Hotels unter zu bringen, hat er dafür nun ein eigenes Loft errichtet. Luke (Wentworth Miller), Chris (James Marsden), Filip (Matthias Schoenarts) und Marty (Eric Stonestreet) können fortan ihre Freundinnen abseits jedweder Gefahr in einem ganz besonderen Luxus-Apartment verwöhnen, wozu es natürlich nur fünf Schlüssel gibt. Eines Tages werden die fünf ungleichen Freunde jedoch vor eine alles entscheidende Probe gestellt, denn plötzlich befindet sich eine ermordete Frau in besagtem Apartment, die aufgeschlitzt ans Bett gefesselt ist. Wer hat die Dame mit ins Loft gebracht? Wer ist der Mörder und geht man nun zur Polizei oder wählt man jenen Weg, die Leiche kurzerhand zu entsorgen?

Es ist grade einmal acht Jahre her seitdem Erik Van Looy (Mörder ohne Erinnerung) mit „Loft – Tödliche Affären“ einen Thriller präsentierte, der vor allem mit seinen zahlreichen Wendungen unterhalten konnte. Trotz allem war der Film jedoch nicht gefeilt vor diversen Ungereimtheiten und vor unlogischen Twist, weswegen sich Van Looy nun dazu entschloss besagten Film in Hollywood noch einmal neu zu drehen. Für das Drehbuch zeichnete sich diesmal Drehbuchautor Wesley Strick (Eiskalte Leidenschaft) aus, der einmal mehr unter Beweis stellt, dass ihm spannende Thriller einfach liegen.

The LoftEntgegen vergleichbarer Adaptionen die in Hollywood noch einmal neu gedreht werden, war es zu keiner Zeit im Interesse von Regisseur Erik Van Looy seinem Film eine gänzlich neue Note zu verleihen. Der äußere Rahmen blieb gleich, die handelnden Figuren wurden übernommen, wodurch lediglich die Geschichte von Antwerpen nach Los Angeles verlegt wurde. Natürlich ist diese Prämisse völlig legitim, wodurch jedoch vor allem für all jene der Spaß auf der Strecke bleibt, die das Original bereits kennen.

Für alle anderen entsteht ein beinharter Thriller, der vor allem das Leben in Hollywood anprangert, welches von Erpressung und Korruption gezeichnet ist. Es herrscht eine gewisse Arroganz unter den Menschen, Frauen werden zu reinen Objekten der Begierde degradiert, die auch in „The Loft“ völlig austauschbar und blass bleiben. Stattdessen konzentrieren sich die Verantwortlichen auf einen Twist der insbesondere in den ersten zwei Dritteln nahezu undurchschaubar bleibt, wenn wir bereits am Anfang mit einem Todesfall konfrontiert werden, der in den folgenden 100 Minuten erst aufgearbeitet werden muss. Dafür taucht der Zuschauer in die verschiedenen Zeitebenen ein, lernt die fünf Freunde und dessen Lebensstil kennen, gleichwohl wird er aber auch mit einer Befragung bei der Polizei konfrontiert, wodurch Lüge und Verrat auf die Spitze getrieben wird.

The LoftWie auch schon im Original soll aber auch hier der Knackpunkt des Films liegen, denn durch die unterschiedlichen Blickwinkel ergeben sich Twists, die letzten Endes leider nicht völlig aufgehen sollen. Gewisse Dinge bleiben einfach unlogisch, was aufgrund der straffen Inszenierung jedoch nicht weiter ins Gewicht fallen soll. Ein weiteres Problem ist die Hochglanzinszenierung an sich, die vor allem das Leben in Hollywood anprangern soll und in erster Linie mit Hochglanzbildern zu überzeugen versucht. Dies sieht optisch ganz ohne Frage wunderschön aus, doch geht hierbei jedwede persönliche Note verloren. Breite Fensterfronten, steril wirkende Räume, ein Ambiente das spätestens nach 30 Minuten zu langweilen beginnt.

Ganz anders sieht dies im Bereich der Darsteller aus, die sichtlich bemüht das Beste aus ihrer jeweiligen Situation zu machen versuchen. Zum Teil interessant und vor allem undurchsichtig gespielt, sodass die Spannung bis zuletzt aufrechterhalten wird.

Der Belgier Erik Van Looy präsentiert mit „The Loft“ ein Remake seines eigenen Films, dass zum Teil unheimlich interessant für all jene ist, die das Original nicht kennen. Für alle anderen geht ein Großteil der Spannung leider verloren, da beide Filme nahezu identisch aufgebaut sind.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum Film, Square One

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The Loft

Länge: 104 min

Kategorie: Thriller

Start: 19.06.2015

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 104 min
Kategorie: Thriller
Start: 19.06.2015

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