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The Drop – Bargeld

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 19. April 2015

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Der US-amerikanische Schriftsteller Dennis Lehane hat sich bereits vor langer Zeit auch in Hollywood einen Namen machen können, denn aus seiner Feder stammen Filme wie „Mystic River“, „Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ und „Shutter Island“, die jeder für sich ihr Millionenpublikum fanden. In „The Drop – Bargeld“ ist nun allerdings vieles anders, denn nicht nur das Lehane seine Geschichte sehr ruhig und gediegen aufbaut, er gibt auch dem verstorbenen James Gandolfini ein letztes Mal eine Bühne, um von seinen Fans Abschied zu nehmen.

TheDrop-5-ctDer Mittfünfziger Marv (James Gandolfini) war vor vielen Jahren in der Unterwelt von Brooklyn ein Mann mit einem gewissen Namen, doch nach zahlreichen Rückschlägen musste dieser aus lauter Verzweiflung seine Bar an die tschetschenische Mafia verkaufen, die sie seitdem als Drop-Bar nutzt. Marv selbst arbeitet in besagter Bar nach wie vor, an seiner Seite sein Cousin Bob Saginowski (Tom Hardy), der dort als Barkeeper tätig ist. Eines Tages wird besagte Bar überfallen, was sogleich einen lokalen Polizisten auf den Plan ruft, der Verbindungen zu einem lange zurückliegenden Mordfall zu sehen scheint. Das zweite Ereignis an diesem Tage ist der Fund eines kleinen Hundebabys in einer Mülltonne, welchem sich Bob auch sogleich anzunehmen versucht. Anfangs noch etwas unbeholfen soll ihm der Hund jedoch auch bei der hübschen Nadia (Noomi Rapace) behilflich sein, doch plötzlich kommt ihr Ex-Freund Eric (Matthias Schoenaerts) und beginnt Ansprüche an Frau und Hund zu stellen.

Nach seinem grandiosen Film „Bullhead“ ist Michaël R. Roskam nun auch in Hollywood angekommen, wo er sich zugleich an Schriftsteller Dennis Lehane wandte, um seine Kurzgeschichte „Animal Rescue“ zu verfilmen. Das Drehbuch schrieb Lehane in diesem besonderen Falle gleich selber, woraufhin ein Drama entstand, das vor allem von seinen fein gezeichneten Figuren, dem dreckigen Ambiente und der ruhigen Geschichte lebt.

TheDrop-4-ctBesagte Geschichte beginnt mit einer einleitenden Erklärung, in der Bob Saginowski per Voice-Over-Kommentar das System einer Drop-Bar erklärt, die im Grunde nur dafür da ist, an einem ganz bestimmten Tag die Geldwäsche zu übernehmen. Sobald dies vollzogen ist und die ersten Figuren vorgestellt wurden, dreht sich alles um den im Mittelpunkt stehenden Bob, der nicht genau weiß wo er eigentlich steht. Früher war er einmal ein Typ der ganz üblen Sorte, doch diese Zeit ist lange vorbei. Wirklich gut ist er nun aber auch nicht, denn Bob weiß ganz genau was in der Bar passiert, doch interessieren tut es ihn nur bedingt.

Mit dem Fund eines kleinen Hundewelpen beginnt sich genau diese Situation langsam aufzulösen, denn der in sich gekehrte Bob beginnt langsam die Vergangenheit zurück zu lassen und sich seiner Umwelt gegenüber zu öffnen. Ihm gegenüber steht eine zweite zerbrechliche Person, denn Nadia hat in ihrem Leben ähnlich viel erlebt, um neuen Menschen gegenüber argwöhnisch zu sein. Diese sich anbahnende Romanze plus die zwielichtigen Dinge in der Bar sind es schließlich auch, die „The Drop – Bargeld“ zu etwas ganz besonderem werden lassen. Hier stehen keine wilden Schießereien im Vordergrund, es geht nicht um zwielichtige Geschäfte der Mafia, sondern in erster Linie um verlorene Seelen, die zueinander finden müssen.

TheDrop-3-ctGenau dies wird nahezu perfekt von Tom Hardy (The Dark Knight Rises) gespielt, der den linkischen und etwas dämlichen Barmann wie kein zweiter spielt. An seiner Seite brilliert Noomi Rapace (Prometheus – Dunkle Zeichen), die jederzeit so unglaublich verletzlich wirkt, dass man sich als Zuschauer nur im Ansatz ausmalen kann, was ihre Figur wohl in der Vergangenheit erlebt haben muss. Was bleibt ist natürlich der verstorbene „Sopranos“ Star James Gandolfini, der aufgrund der recht übersichtlichen Leinwandzeit kaum aus sich herausgehen kann.

Erwähnt muss an dieser Stelle aber auch die Arbeit von Kameramann Nicolas Karakatsanis, der sich überwiegend recht dunkle und sehr schmutzige Orte für seinen Dreh ausgesucht hat. Kaum eine Szene spiegelt etwas freundliches wieder, was ganz im Stile der Figuren ist, die in ihrem Leben doch kaum etwas zu lachen hatten.

Eine feine Figurenzeichnung, gelungene Atmosphäre und eine begnadete Auswahl an Darstellern, der Belgier Michaël R. Roskam fühlt sich bereits jetzt in Hollywood wie zuhause.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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The Drop - Bargeld

Länge: 106 min

Kategorie: Crime, Drama

Start: 16.04.2015

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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The Drop - Bargeld

The Drop – Bargeld

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 106 min
Kategorie: Crime, Drama
Start: 16.04.2015

Bewertung Film: (7,5/10)

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