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Saphirblau

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 5. März 2015

Saphirblau

Mit Fortsetzungen ist es leider immer so eine Sache. Zum einen muss man eingefleischte Fans des ersten Teils und vor allem Kenner der zugrunde liegenden Romane zufrieden stellen, zum anderen muss man aber auch Neulingen einen Einstieg ermöglichen, die mit dem Stoff zum ersten Mal in Berührung kommen. Mit „Saphierblau“ erscheint nun der zweite Teil von Kerstin Giers „Edelstein-Trilogie“, der die oben genannten Anforderungen leider nur bedingt erfüllt.

SaphirblauFür Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich) war vor nicht allzu langer Zeit noch alles in Ordnung, einer Zeit wo man ihr nur wenig Beachtung zukommen ließ und sie sich dadurch frei entfalten konnte. Diese Zeit ist jedoch bereits einige Monate vorbei, denn nachdem sich bei ihr ein seltsames Gen aktivierte, springt sie mit dem gleichaltrigen Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner) wild in den Jahrhunderten umher, wo sie nicht nur dem Vergnügen nachgehen darf, sondern gleichwohl Aufgaben für eine geheime Loge erfüllen muss. Leider ist letztere nicht wirklich an ihr interessiert, denn vor vielen Jahren stahl Cousine Lucy (Josefine Preuß) einen von zwei Zeitreisechronografen, was die Loge noch heute schwer beschäftigt. Eines Tages nimmt Lucy schließlich Kontakt mit Gwendolyn auf, wodurch das Chaos perfektioniert wird. Glaubt sie ihrer Cousine, hält sie zur Loge oder geht sie lieber ihren Gefühlen zu Gideon nach, der sich zuweilen recht seltsam ihr gegenüber verhält?

Als im Jahre 2013 mit „Rubinrot“ der erste Teil von Kerstin Giers „Edelstein-Trilogie“ in die Kinos kam, folgten rund 400.000 Fans dem Ruf. Was der Zuschauer zu sehen bekam war eine sehenswerte Romanze mit Fantasy-Elementen, der man durchaus Potential zusprechen konnte, es gleichwohl aber noch Luft nach oben gab. Beim zweiten Teil namens „Saphierblau“ versuchte Regisseur Felix Fuchssteiner (Draußen am See) zusammen mit Drehbuchautorin Katharina Schöde (Die Kurve) genau dort anzuknüpfen wo sie seinerzeit aufgehört haben, doch obwohl das damalige Team weitestgehend gleich geblieben ist, ergaben sich strukturelle Probleme, die weitreichende Auswirkungen haben sollten.

SaphirblauNachdem wir in einer kurzen Einleitung Bekanntschaft mit niemand geringerem als William Shakespeare machen dürfen, versucht Felix Fuchssteiner in einem Schnelldurchlauf noch einmal den ersten Teil Revue passieren zu lassen. Figuren werden kurz angerissen, die Geschichte stichpunktartig erzählt, doch wenn man „Rubinrot“ zuvor nicht gesehen hat, wird dies nur bedingt etwas helfen. Figuren werden bestenfalls angerissen, deren Funktion nicht im Ansatz erklärt, wodurch man zumindest als Neuling in den kommenden zwei Stunden ordentlich zu kämpfen hat.

Das weitaus größere Problem ergibt sich aber in der Struktur des Films, die man im besten Falle als reichlich verworren bezeichnen darf. Das ungleiche Team bestehend aus Gwendolyn und Gideon reisen von einem Jahrhundert ins nächste, erledigen mehr oder weniger wichtige Aufträge, bevor es wieder ins London des 21. Jahrhunderts geht. Was dies alles verbindet bleibt zuweilen recht unklar, wodurch ein stringenter roter Faden nur mit sehr viel Fantasy zu erkennen ist. Dadurch wirkt „Saphierblau“ behäbiger als die zugrunde liegende Romanvorlage, die noch wesentlich straffer strukturiert war und sich wesentlich mehr den unterschiedlichsten Figuren widmete. Davon ist hier leider nur im Ansatz etwas zu erkennen, denn obwohl es in erster Linie um das Gefühlsleben der beiden Teenager geht, soll eine wirkliche Romanze, ja sogar das Gefühl von echter Liebe nie aufkommen, wird doch versucht mit zu viel Tempo die Geschichte voran zu treiben.

SaphirblauIm Hinblick auf die eingangs erwähnten Figuren schafft man es im Film zumindest insoweit den Zuschauer zu unterhalten, als das mit Gwens Freundin Leslie (Jennifer Lotsi) und Gideons Bruder Raphael (Lion Wasczyk) interessante Figuren platziert werden, die Lust auf mehr machen und hoffentlich im dritten und letzten Teil eine tragende Rolle spielen werden. Als außergewöhnliche Beimischung kommt nun auch ein recht witzig animierter Wasserspeier daher, der zwar nicht unbedingt einen Mehrwert zur Handlung darstellt, zumindest aber nett anzusehen ist.

Fans von Science-Fiction-Filmen wird natürlich das angesprochene Problem des Zeitreisens in „Saphierblau“ besonders schwer aufstoßen, denn hier wird weder auf Paradoxen geachtet, noch auf andere Randproblematiken, die damit einhergehen würden. Stattdessen verheddert sich Filmemacher Felix Fuchssteiner ein ums andere Mal in inhaltlichen Wiedersprüchen, die zwar den Filmgenuss nicht schmälern, zumindest aber auffallen werden.

Der zweite Teil von Kerstin Giers „Edelstein-Trilogie“ kämpft in erster Linie mit einer völlig überladenen Geschichte und zahlreichen strukturellen Problemen, wodurch Spannung nur bedingt aufkommen mag.

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Wir vergeben daher 5,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

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Saphirblau

Länge: 116 min

Kategorie: Drama, Fantasy, Mystery

Start: 05.03.2015

cinetastic.de Filmwertung: (5,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 116 min
Kategorie: Drama, Fantasy, Mystery
Start: 05.03.2015

Bewertung Film: (5,5/10)

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