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Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 29. März 2015

A Walk Among The Tombstones

Der in Irland geborene Liam Neeson hat sich in den letzten Jahren am ehesten als brachialer Actionheld einen Namen gemacht, der in der Trilogie „96 Hours“ alles dafür geben würde, ein jedes Familienmitglied zu retten. In „Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones“ lässt es Neeson nun wesentlich ruhiger angehen, denn besagter Film setzt weniger auf Action, als vielmehr auf ein Drehbuch voller menschlicher Abgründe, dass beim besten Willen nichts für zart besaitete ist.

A Walk Among The TombstonesDer ehemalige Polizist Matt Scudder (Liam Neeson) galt als einer der besten seines Fachs, doch leider konnte dieser den Job und den Alkohol nicht unter einen Hut bringen, wodurch er die Arbeit als Gesetzeshüter kurzerhand an den Nagel hängen musste. Heute ist er ein Privatdetektiv ohne Lizenz, doch auch damit lässt es sich bestens leben. Er tut seinen Mitmenschen einen Gefallen, nimmt dafür das eine oder andere Geschenk an, was ganz nebenbei auch noch steuerfrei ist. Als der Drogendealer Kenny Kristo (Dan Stevens) eines Tages auf Scudder zukommt, lehnt dieser den Auftrag im ersten Moment noch ab, bis er schließlich Details von dem hört, dass auch ihn nicht ruhig schlafen lassen wird.

Kennys Frau wurde entführt, ein Lösegeld wurde vereinbart, doch obwohl dieses in der angegebenen Zeit gezahlt wurde, wurde das Opfer dennoch ermordet und auf bestialische Art und Weise zerstückelt. Schon bald findet Scudder Hinweise ganz ähnlicher Verbrechen in der Vergangenheit, doch um diesen nachzugehen, bedarf es einiger Hilfe. Besagte Hilfe soll ausgerechnet der etwa zehnjährige obdachlose schwarze Teenager TJ (Brian „Astro“ Bradley) leisten, der neben dem zeichnen von Comics seine Berufung als Privatdetektiv sieht. Der Fall beginnt langsam Konturen anzunehmen, doch plötzlich geschieht etwas, womit niemand gerechnet hätte.

A Walk Among The TombstonesDer US-Amerikaner Lawrence Block erdachte sich die Figur des Matt Scudder bereits in den 70er Jahren, über die letzten 40 Jahre hinweg schrieb dieser 17 Romane und einige Kurzgeschichten und dennoch nahm sich bisher kaum jemand besagten Werken an, um diese auf der großen Leinwand zu zeigen. Die letzte und auch einzige Verfilmung war „8 Millionen Wege zu sterben“ von Hal Ashby im Jahre 1986, mit „Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones“ versucht nun Regisseur und Drehbuchautor Scott Frank (Die Regeln der Gewalt) besagte Figur erneut wieder aufzugreifen.

Das Produkt kann sich letztendlich durchaus sehen lassen, denn „Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones“ ist ein düsterer Noir-Thriller, der die menschlichen Abgründe auslotet. Angesiedelt um die Jahrtausendwende herum, spielt der Film einige Jahrzehnte später als die Romanvorlage, was in diesem speziellen Fall nicht weiter schlimm sein soll. Vielmehr unterstützt diese Prämisse den Film zusätzlich, denn der Zuschauer wird mit der Angst der Menschen vor dem Millennium konfrontiert, wissen die meisten doch nicht wohin die Reise gehen soll. Die Figur des Matt Scudder ist als beinahe typischer Antiheld angelegt, der früher einmal dem Alkohol verfallen und schließlich auch Schuld am Tode eines jungen Mädchens war. Er ist gefallen, wieder aufgestanden und versucht nun Buße zu tun, indem er als Privatermittler ohne Lizenz Menschen in seiner direkten Nachbarschaft zu helfen versucht.

Ruhet_in_Frieden__A_Walk_Among_the_Tombstones_Szenenbilder_11-ctBesagte Nachbarschaft fängt Kameramann Mihai Malamare Jr. (The Master) wirklich vortrefflich ein, denn er zeigt uns das winterliche New York von seiner rauen und vor allem hässlichen Seite. Dunkle Gassen, leer stehende Häuser, dazwischen die allseits präsente Gewalt, die jederzeit um die nächste Ecke kommen könnte. Im Grunde ist „Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones“ recht ruhig gehalten, denn bis auf einige schärfere Dialoge und dem brachialen Finale gegen Ende hin, passiert hier nicht unbedingt viel, was in den Bereich der Action einzuordnen ist. Es ist vielmehr ein beinahe typischer Thriller im Stile alter Noir-Filme, in denen der Antiheld versucht einen Fall zu lösen, dies aber im Grunde ohne viel Aufsehen vollzieht. Einige der Bilder gehen dabei nur schwerlich aus dem Kopf, denn obwohl Dinge wie zerstückelte Frauen bestenfalls angedeutet sind, ist die Bildsprache doch überaus deutlich.

Mitten drin wird natürlich Hauptdarsteller Liam Neeson beinahe perfekt in Szene gesetzt, der gegenüber seinen letzten Projekten nun deutlich weniger körperlich zu werke gehen muss. Seine Figur ist die Ruhe in Person, die Gespräche führt, Indizien zusammensetzt und daraus wiederrum Schlussfolgerungen zieht. Das Zusammenspiel mit Brian Bradley wirkt bei alledem ein wenig aufgesetzt, was aber weniger am jungen Bradley selbst liegt, als vielmehr an dessen Figur, die gegen Ende hin keine wirkliche Funktion mehr innehat.

Scott Frank gelingt mit „Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones“ ein düsterer Thriller der alten Schule, der in erster Linie auf dreckige Bilder und eine recht spannende Geschichte setzt. Für Actionliebhaber wird dies nichts sein, wer aber einen guten Krimi sucht, wird mit einem sehenswerten Film belohnt.

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Copyright: Universum Film, Square One

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Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones

Länge: 114 min

Kategorie: Crime, Drama, Mystery

Start: 27.03.2015

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones

Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 114 min
Kategorie: Crime, Drama, Mystery
Start: 27.03.2015

Bewertung Film: (8/10)

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