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These Final Hours

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 10. Februar 2015

These Final Hours

Was wäre wenn man mit dem unausweichlichen Ende der Menschheit konfrontiert wird, wenn einem nur noch ein paar Stunden bleiben, bis das eigene Leben und das von Milliarden Menschen erlischt. Mit wem möchte man zusammen sein, was möchte man noch unternehmen und wie verhält man sich selbst, wenn man der Ausweglosigkeit offen ins Gesicht blicken muss? Genau diesen Ansatz verfolgt Debütant Zak Hilditch, wenn er von den letzten zwölf Stunden erzählt, die der Menschheit noch bleiben.

These Final HoursIrgendwo im Nordatlantik ist ein riesiger Meteorit eingeschlagen, die Kruste der Erde kann diese gewaltige Energiemenge nicht kompensieren, woraufhin es zum unausweichlichen kommt. Das Ende der Menschheit steht bevor, für die Bewohner Australiens verbleiben noch zwölf Stunden, bis auch sie eine gigantische Feuerwalze erreicht. Für den Mittzwanziger James (Nathan Phillips) ist es der Moment der Entscheidung, der Moment in dem er seine schwangere Freundin verlässt, denn James kann dies alles nicht ertragen. Er möchte sich am liebsten volllaufen lassen, alles vergessen, sich auf einem Rave mit Drogen zu dröhnen, um nichts mehr zu spüren. Auf dem Weg dorthin trifft er ein etwa zehnjähriges Mädchen namens Rose (Angourie Rice), welches soeben von zwei schmierigen Typen in ein Haus verschleppt wird. Nach zähem ringen mit sich selbst schafft er es Rose zu befreien, doch was nun? Es beginnt eine Odyssee durch die Kleinstädte Australiens, mit einer tickenden Uhr vor Augen, die das unausweichliche jederzeit verkündet.

Zugegeben, die Idee hinter dem Weltuntergangsszenario von „These Final Hours“ ist beim besten Willen nicht neu, denn was uns hier der Australier Zak Hilditch in seinem ersten Spielfilm präsentiert, haben wir bereits in unzähligen Filmen ganz ähnlich aufbereitet gesehen. Ein Mann und ein auf der Straße aufgelesenes Kind kennen wir aus „The Road“, die Tristesse im Angesicht des Todes aus Lars von Trier seinem Drama „Melancholia“, während die sengende Hitze und die hellen Bilder durchaus an Tim Fehlbaums „Hell“ erinnern. Trotz dieser Vorbilder muss man Hilditch dennoch eines zugutehalten, denn er macht aus einem sehr überschaubaren Budget letzten Endes ein Film, der trotz seiner übersichtlichen 87 Minuten zum Großteil durchaus funktioniert.

These Final HoursUm dem großen Problem der teuren CGI Effekte aus dem Weg zu gehen, versucht Hilditch hier vieles bestenfalls anzudeuten. Eine Stimme aus dem Radio berichtet von der Vernichtung der unterschiedlichsten Kontinente, die Kamera blendet immer im richtigen Augenblick weg, während man sich an anderen Stellen gezielt der Unschärfe bedient, um alles größer aussehen zu lassen, als es eigentlich ist. Diese Arbeitsweise ist völlig legitim, denn „These Final Hours“ versteht sich in erster Linie als Drama, dass sich mit den Abgründen der Menschheit zu beschäftigen versucht. Wie verbringt man die letzten Stunden, mit wem verbringt man diese, oder bereitet man vielmehr dem eigenen Leben ein Ende, um den Schmerz nicht ertragen zu müssen?

Auf der Reise von James und Rose werden die unterschiedlichsten Möglichkeiten aufgezeigt, wenn dem Zuschauer an Suizid gestorbene Menschen präsentiert werden, aber auch jene, die plötzlich ihre eigenen Urängste ausleben und mordend und brandschatzend durch die Straßen ziehen. Das Finale des Films rückt unaufhaltsam näher, der Ausgang ist absolut klar, wodurch sich zuweilen einige Längen innerhalb der Geschichte einschleichen, die mit einem besseren Drehbuch vermeidbar gewesen wären. Es sind im Grunde Etappen die abgearbeitet werden, unterschiedliche Wege an deren Ende die Erkenntnis wartet, bis der Zuschauer schließlich mit einem Weltuntergang belohnt wird, der Aufgrund der finanziellen Mittel wirklich sehenswert umgesetzt wurde.

These Final HoursWas bleibt sind bei alledem eine Hand voller recht unbekannter Darsteller, die man wohl noch nie zuvor gesehen hat, die ihre Sache jedoch überwiegend gut machen. Wirklich herausragende Leistungen sind bei alledem leider nicht unbedingt zu erkennen, was jedoch auch hier dem Drehbuch geschuldet ist. Die Figuren sind recht eindimensional angelegt, Hintergrundinformationen werden dem Zuschauer vorenthalten, Personen kommen und gehen, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Der Australier Zak Hilditch präsentiert uns mit seinem Debütfilm „These Final Hours“ kein wirklich neues Weltuntergangsszenario, doch schafft er es mit einem bescheidenen Budget ein interessantes Drama auf die Beine zu stellen. Man fragt sich zuweilen was mit mehr finanziellen Mitteln möglich gewesen wäre, denn Potential besitzt sein Werk auf jeden Fall.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Weltkino

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These Final Hours

Länge: 87 min

Kategorie: Drama, Thriller

Start: 19.02.2015

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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These Final Hours

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 87 min
Kategorie: Drama, Thriller
Start: 19.02.2015

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