cinetastic.de - Living in the Cinema

The Salvation – Spur der Vergeltung

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. Februar 2015

The Salvation – Spur der Vergeltung

Der klassische Western hat bereits seit langem ausgedient, ist im Interesse des Zuschauers gnadenlos gesunken, weswegen Neuproduktionen aufs Jahr gesehen doch sehr überschaubar ausfallen. Das nun jedoch ein Western aus dem beschaulichen Dänemark kommt, verwundert bestenfalls auf dem ersten Blick, denn Regisseur und Drehbuchautor Kristian Levring modernisiert das Genre auf seine Art, ohne das Bild des einsamen Helden in der Prärie aus den Blick zu verlieren.

The Salvation – Spur der VergeltungAmerika im Jahre 1871: In den letzten sieben Jahren hat der dänische Auswanderer Jon (Mads Mikkelsen) alles versucht um ein ehrbares Leben zu führen, ein wenig Geld zu verdienen und mit einem kleinen Stück Land eine neue Existenz aufzubauen. Nach besagten sieben Jahren holt er seine Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und seinen zehnjährigen Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke) nach Amerika, doch schon bald wird er unaufhaltsam mit den dort herrschenden Problemen konfrontiert. Zwei frisch aus dem Gefängnis entlassene Männer stoßen ihn mit vorgehaltener Waffe aus der Kutsche, vergewaltigen seine Frau und töten diese im Anschluss zusammen mit seinem Sohn. Für Jon ist dies ein Moment in dem er alles verliert, ein Moment in dem er rot sieht und beide Täter zur Strecke bringt.

Leider waren besagte Outlaws keine Unbekannten in dieser Gegend, denn unter ihnen befand sich der Bruder des grausamen Bandenanführers Delarue (Jeffrey Dean Morgan), der die angrenzende Stadt in Atem hält. Auge um Auge, Zahn um Zahn heißt es für diesen, woraufhin nicht nur zwei Bürger der Stadt geopfert werden, sondern sich auch das zu zahlende Schutzgeld um ein Vielfaches erhöht. Sherif, Bürgermeister und die Bewohner der Stadt sind unfähig den Machenschaften entgegen zu treten, doch Delarue möchte den Kopf dessen, der seinen Bruder getötet hat.

The Salvation – Spur der VergeltungAls Mitbegründer des Dogma-Manifests versuchte Regisseur und Drehbuchautor Kristian Levring einst gegen bestehende Konventionen anzurennen, wenn es galt sich gegen die breite Masse mit Innovationen abzuheben und dabei keinerlei bekannte Klischees zu bedienen. Im Falle seines Western „The Salvation“ muss man dieses Vorhaben wohl besser zu den Akten legen, denn wenn sein Genrebeitrag eines ist, dann mit Sicherheit nicht innovativ. Vielmehr versucht Levring den klassischen Western zu ehren, wenn er eine Vielzahl an bekannten Elementen übernimmt, diese aber gleichwohl versucht in einen neuen Kontext zu setzen.

Herausgekommen ist dabei ein Film der vor allem von seinen Bildern lebt und weniger von den Dialogen. Bereits zu Beginn sehen wir eine recht lange Plansequenz, in deren Mittelpunkt ein Bahnhof, ein aufziehender Sturm und ein Einwanderer steht, der stumm und ohne groß Worte zu verlieren seine Familie in Empfang nimmt. Selbst bei der anschließenden Kutschfahrt obsiegt die Stille, was zum einen der Sprachbarriere geschuldet ist, zum anderen aber auch den zwei Gestalten gegenüber, die mit zweideutigen Aussagen Gefallen an Marie gefunden zu haben scheinen.

The Salvation – Spur der VergeltungEs folgt ein Mord, ein gebrochener Mann und eine fast 90-minütige Rachegeschichte, welche recht einfach und gradlinig aufgebaut ist. Auch hier dominieren wieder die dunklen Bilder, welche eine Stadt im Aufbruch zeigt, deren Bewohner selber noch nicht so genau wissen, wo die Reise eigentlich hingehen soll. Frisch im sogenannten Wilden Westen angekommen, versucht man den amerikanischen Traum zu leben, doch ist besagter Traum wirklich für alle gleich? An dieser Stelle könnte man nun einen direkten Bezug zu den Gründungsvätern Amerikas herstellen, denn Kristian Levring hält mit Kritik an diesem Land nur bedingt hinter dem Berg. Es werden die damaligen Zustände angesprochen, das Verhalten gegenüber Ureinwohnern und Mitbürgern, gleichwohl aber auch der Run auf das Öl, was durchaus als Kapitalismuskritik durchgehen kann und somit selbst heute noch aktuelle Zustände anprangert.

Lässt man diese Art der Interpretation einmal außen vor, so bleibt in erster Linie ein kurzweiliger klassischer Western, der nur wenig wirklich Neues mit sich bringt. Die Geschichte haben wir in dieser Form bereits unzählige Male gesehen, wirklich innovativ erscheint hier nicht einmal die Rolle der Frau, die als stumme (zungenlose) Buchhalterin die Geldgeschäfte der Gangster tätigt. Überraschend ist dabei bestenfalls die Besetzung ausgefallen, denn Bond-Girl Eva Green (300: Rise of an Empire) haben wir wohl noch nie so zugerichtet gesehen. Ähnlich stumm wie Green ist aber auch Hauptdarsteller Mads Mikkelsen (Die Jagd), der – wie in vielen anderer seiner Filme – in erster Linie grimmig schauen darf, wenn es darum geht seine Rache zu vollziehen.

Kristian Levring präsentiert mit „The Salvation“ eine klassische Westerngeschichte, die sich in erster Linie durch bildgewaltige Einstellungen und sehr wenigen Dialogen auszeichnet.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
Gewinnspiel: The Salvation - Spur der Vergeltung

Länge: 92 min

Kategorie: Drama, Western

Start: 24.02.2015

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (6/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (nan/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

Gewinnspiel: The Salvation - Spur der Vergeltung

The Salvation – Spur der Vergeltung

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 92 min
Kategorie: Drama, Western
Start: 24.02.2015

Bewertung Film: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (6/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (nan/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten