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Annabelle

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 17. Februar 2015

Annabelle

Vor nicht einmal anderthalb Jahren avancierte der Horrorfilm „Conjuring – Die Heimsuchung“ unter Regisseur James Wan zum regelrechten Kassenschlager, denn einem Budget von gerade einmal 20 Mio. Dollar standen beinahe die zehnfachen Einnahmen gegenüber. Die Verantwortlichen ließen sich nicht lang bitten und gingen ein entsprechendes Prequel an, welches nun in Form von „Annabelle“ den Weg in unser Wohnzimmer gefunden hat.

AnnabelleIrgendwo in den USA der 60er Jahre: Der angehende Arzt John (Ward Horton) und seine Frau Mia (Annabelle Wallis) gehen in einer beschaulichen Kleinstadt ein ganz normales Leben nach, das keinerlei nennenswerte Probleme kennt. Eines Tages schenkt John seiner Frau eine Puppe namens Annabelle, die diese bereits seit Jahren sucht, um ihre umfangreiche Sammlung zu komplettieren. Noch am selben Abend gehen im angrenzenden Nachbarshaus seltsame Dinge vor sich, woraufhin John nicht nur kurz nachsehen, sondern gleichwohl nur wenig später voller Blut an den Kleidern wieder zurück gerannt kommt. Dicht hinter ihm befinden sich zwei verrückte Anhänger einer unbekannten Sekte, die nicht nur John verletzen, sondern ebenso die schwangere Mia, die in letzter Sekunde durch die eintreffende Polizei gerettet werden kann. Obwohl das Baby nicht verletzt zu sein scheint, beginnt Mia nun immer öfter seltsame Dinge zu hören und zu sehen, woraufhin beide schon bald beschließen ihr Glück in einem anderen Haus zu suchen, doch auch dort soll der Spuk noch lange nicht vorbei sein.

AnnabelleWenn ein Film das Zehnfache seines Budgets einspielt, dann ist den Verantwortlichen immer daran gelegen die Kuh solang zu melken, wie es nur geht. Im Falle von „Conjuring – Die Heimsuchung“ kam sofort die Idee nach einem zweiten Teil auf, doch bevor dieser in den Kinos zu sehen ist, wurde schnell noch ein entsprechendes Prequel produziert, welches die Idee der seltsamen Puppe namens Annabelle aufgreift, die wir bereits im Vorspann des ersten Filmes haben sehen können. Regisseur James Wan kam dafür aus Kostengründen jedoch nicht in Frage, woraufhin Regisseur John R. Leonetti (Die Maske) die Chance bekam, der sich bisher jedoch in erster Linie als Kameramann auszeichnen durfte.

Um dieses Konstrukt von unbekannten Persönlichkeiten nun noch zu komplettieren, wurde das Drehbuch in die Hände von Gary Dauberman (Swamp Devil – Der Fluch des Monsters) gelegt, der bisher nur eine Hand voller B-Movies entwerfen durfte. Das dies nicht unbedingt schlecht sein muss bewiesen bereits zahllose Drehbuchautoren vor ihm, dass Dauberman diese Chance dennoch ungenutzt hat verstreichen lassen, beweist nun „Annabelle“. Entgegen dem zugrunde liegenden Vorgänger fehlt es diesem nämlich an beinahe allem, was einen guten Genrebeitrag ausmacht. Das Drehbuch erinnert an eine Vielzahl an ähnlichen Werken (Rosemary’s Baby lässt grüßen…), lässt dabei aber völlig eine eigene Handschrift vermissen. Im Grunde hat man alles schon einmal gesehen, was nicht nur hinsichtlich der recht zahmen Schockmomente zu verzeichnen ist, sondern gleichwohl hinsichtlich der Handlung selber, bei der jedweder Spannungsaufbau verloren geht.

AnnabelleAm schlimmsten an der eigentlichen Geschichte soll aber ausgerechnet Puppe Annabelle sein, die hier über weite Strecken eine mehr als untergeordnete Rolle spielt. Die Kamera zoomt auf ihr Gesicht, im Hintergrund hämmert der Score und kündigt etwas bedrohliches an, passieren tut jedoch nichts. Was bleibt ist eine hysterische junge Frau, ein liebreizendes Baby, eine Buchhändlerin fürs Okkulte und natürlich ein Priester, der für alles einen Ratschlag parat zu haben scheint.

Neben einer eher langweiligen Geschichte und lauwarmen Schockmomenten haben aber auch die Schauspieler selber nur bedingt etwas zu bieten, was wiederrum mit dem Drehbuch und der oberflächlichen Figurenzeichnung zusammenhängen soll. Die Figuren der Mia und John sind über lange Zeit völlig uninteressant aufbereitet, wirkliche Sympathieträger sind zu keiner Zeit zu erkennen, wodurch dem Zuschauer es auch recht egal ist, was mit diesen bei fortlaufender Handlung passiert.

Für Fans von „Conjuring – Die Heimsuchung“ ist „Annabelle“ mit Sicherheit einen Blick wert, doch sollten auch diese nicht zu viel erwarten. Eine Berechenbare Geschichte und handzahme Schockmomente, Genrefans wird dies mit Sicherheit nicht vom Hocker hauen.

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Wir vergeben daher 5,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Warner Bros.

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Annabelle

Länge: 99 min

Kategorie: Horror

Start: 19.02.2015

cinetastic.de Filmwertung: (5,5/10)

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Annabelle

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 99 min
Kategorie: Horror
Start: 19.02.2015

Bewertung Film: (5,5/10)

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