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[REC] 4 – Apocalypse

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. Dezember 2014

[REC] 4 - Apocalypse

Als die beiden spanischen Regisseure Jaume Balagueró und Paco Plaza im Jahre 2007 ihren Found-Footage-Schocker „[REC]“ dem Publikum präsentierten, spürte man in diesem Sub-Genre des Horrorfilms nach langer Zeit wieder etwas frischen Wind. Eine überzeugende Fortsetzung wurde schnell gedreht, doch was anschließend mit dem dritten Teil abgeliefert wurde, enttäuschte eine Vielzahl an Fans. Mit „[REC]4 – Apocalypse“ folgt nun der Abschluss der Reihe, wo nicht nur alle Fäden zueinander finden, sondern der Fan zumindest im Ansatz auf seine Kosten kommen soll.

[REC] 4 - ApocalypseReporterin Angela Vidal (Manuela Velasco) wird nur mit Mühe und Not aus einem Wohnhaus in Barcelona gerettet, wo sie die schlimmste Nacht ihres Lebens erlebte. Statt nun zuhause aber die Füße hoch zu legen oder ganz in Ruhe unter ärztlicher Aufsicht abzuschalten, wird sie stattdessen auf ein unbekanntes Schiff verlegt. Über Tage und Wochen wird sie nun ganz genau beobachtet, denn Dr. Ricarte (Hector Colome) versucht mit Nachdruck ein Retrovirus zu erschaffen. Nur mit Glück hat die Menschheit zwei Zombie-Apokalypsen überstanden, für die dritte Welle muss man gewappnet sein. Besagter Retrovirus wird mit einer Hand voller Affen getestet, welche natürlich durch einen Unfall die Freiheit erlangen und fortan das Schiff terrorisieren und einen Menschen nach dem anderen infizieren.

Nachdem sich Jaume Balagueró mit „[REC]³ Génesis“ beim besten Willen keinen Gefallen getan hatte, versucht er nun zumindest im Ansatz zu den Wurzeln seines Franchise zurück zu kehren. Die Fans verurteilten in erster Linie den radikalen Bruch der Reihe, denn wo man in den ersten zwei Teilen noch auf das dokumentarische Found-Footage setzte, kam nach nur wenigen Minuten des dritten Teiles der Bruch mit der Kamera. Diesen stilistischen Bruch verfolgt Balagueró nun konsequent weiter, denn anstatt auf Found-Footage zu setzen, nutzt er diesmal eine recht wacklige Handkamera, um den Schrecken in seiner Gänze einzufangen.

[REC] 4 - ApocalypseDas Drehbuch von Jaume Balagueró und seinem Co-Autor Manu Díez (Die Wächter der Apokalypse) möchte in erster Linie alle noch offenen Fragen beantworten, wozu man sich auf dem Schiff den verschiedenen zurückliegenden Handlungsfäden bedient. Es werden zum Teil Geschehnisse aus dem ersten Teil aufgegriffen, zum Teil aber auch aus dem fragwürdigen dritten Teil, weswegen der Zuschauer hier auch alle anderen Filme gesehen haben sollte. Die Geschichte auf dem Schiff selber ist zum Großteil recht klassisch aufgebaut, wobei man mit einem Schiff irgendwo auf dem Meer schon ein recht enges Setting hat, was keinerlei Ausbrüche nach links und rechts erlaubt.

Dies ist aber auch nicht unbedingt nötig, denn mit seinen übersichtlichen 96 Minuten versucht „[REC]4 – Apocalypse“ zu keiner Zeit mehr zu sein, als er eigentlich ist. Der Ausbruch der Zombie-Seuche ist mit den Affen selber alles andere als neu und könnte den Verantwortlichen durchaus angekreidet werden, doch bedenkt man eine spätere Wendung innerhalb der Handlung – die an dieser Stelle wohlweislich unerwähnt bleiben soll – macht der erneute Ausbruch der Zombies beinahe wieder Sinn. Den Fan wird aber weniger die eine oder andere inhaltliche Ungereimtheit interessieren als vielmehr die entsprechende Umsetzung, welche man durchaus als gelungen betrachten darf.

[REC] 4 - ApocalypseDie Idee mit dem Koch ist an dieser Stelle wohl am ehesten hervorzuheben, denn wo man in vergleichbaren Genrebeiträgen gebissen werden muss, reicht hier durchaus eine Suppe der etwas anderen Art aus. Die Zombie-Affen sind bei alledem optisch durchaus nett umgesetzt worden, die infizierten Menschen haben den Maskenbildnern wieder einiges abverlangt, sieht man diese doch in den unterschiedlichsten Variationen. Im Hinblick auf den Grad der Gewalt ist das vergebene FSK16 durchaus nachzuvollziehen, müssen sich die verantwortlichen doch erneut mit allerhand Waffen die Zombies vom Leibe halten. Das man dafür durchaus auch einen Außenbordmotor verwenden kann ist zwar nicht gänzlich neu, zumindest aber erfrischend, was an dieser Stelle natürlich lobender Worte bedarf.

Nach einem eher unterdurchschnittlichen dritten Teil verspricht „[REC]4 – Apocalypse“ wieder Zombie-Genuss vom feinsten, versucht Jaume Balagueró doch auf seine Fans zu hören und diverse inhaltliche Fäden zusammenlaufen zu lassen. Natürlich bleibt bei alledem eine Hintertür offen, sodass man zumindest von einem fünften Teil träumen darf.

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Copyright: SquareOne / Universum Film

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[REC] 4 - Apocalypse

Länge: 96 min

Kategorie: Horror, Thriller

Start: 19.12.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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[REC] 4 - Apocalypse

[REC] 4 – Apocalypse

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 96 min
Kategorie: Horror, Thriller
Start: 19.12.2014

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