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Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. Dezember 2014

Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm

Vor nicht einmal vier Jahren musste der Mensch trotz modernster Technik feststellen, dass auch er gegen Naturgewalten nur wenig gewappnet ist. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull war für eine gigantische Aschewolke verantwortlich, hunderte Flüge mussten über mehrere Tage hinweg gestrichen werden, war der Luftraum doch zum Teil kaum zu passieren. Auf Grundlage dessen konzipierte Regisseur und Drehbuchautor Alexandre Coffre eine seichte Komödie, bei der niemand geringeres als Dany Boon den Ton angeben sollte.

Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche VulkanfilmNoch vor ein paar Jahren waren Tierärztin Valérie (Valérie Bonneton) und Fahrlehrer Alain (Dany Boon) ein Paar das einfach nicht die Finger von einander lassen konnte, doch diese Zeit scheint längst vorbei zu sein. Inzwischen verbindet beide nur noch der abgrundtiefe Hass, doch genau dieser muss für ein paar Tage auf Eis gelegt werden, heiratet doch ihre 20-jährige Tochter Cécile (Bérangère McNeese) in Griechenland ihren langjährigen Freund. Leider wird die Reise zur Insel Korfu abrupt unterbrochen, als der isländische Vulkan Eyjafjallajökull eine gigantische Aschewolke in den Luftraum bläst und der Flieger mit Valérie und Alain an Board in München zwischenlanden muss. Die Züge und Busse sind schnell ausgebucht, von Mietwagen spricht man lieber nicht, doch zum Glück kann Alain in letzter Minute einen Porsche ergattern, um die Fahrt nach Griechenland fortzusetzen. Leider bekommt genau davon auch seine Ex-Frau wind, woraufhin 2000 turbulente Kilometer eingeleitet werden.

Am Anfang stand eine durchaus interessante Idee, ein Vulkan der durch seine Aschewolke über Tage hinweg den Luftraum lahm legt und eine Hand voller Darsteller, die dies alles zu einer amüsanten Komödie vereinen sollten. Die Grundvoraussetzungen von Regisseur Alexandre Coffre (Une pure affaire) und seinen Co-Autoren Laurent Zeitoun (Ziemlich beste Freunde) und Yoann Gromb (Der Nächste, bitte!) waren also gegeben, doch was diese daraus gemacht haben, verspricht leider nichts Gutes.

Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche VulkanfilmAusgestattet mit einem Budget von rund 20 Mio. Euro konzipierten die drei eine Art Roadtrip durch Europa, wo am Anfang Paris und am Ende Griechenland stehen soll, dazwischen aber jede Menge Streit und noch mehr Fahrzeuge, mit denen die rund 2000 Kilometer bewältigt werden müssen. Wer sich hier nun aber eine aberwitzige Komödie versprochen hat, der wird bereits in der Eingangssequenz im Flugzeug eines besseren belehrt, wenn flache Witze und unmögliche Dialoge sich die Hand geben. Nicht viel besser wird es in einer Autovermietung in München, wenn Alain plötzlich in einen Heulkrampf verfällt, nur um einen Wagen zu ergattern, um doch noch seine Tochter besuchen zu können.

Dies ist weder witzig noch amüsant, in den allermeisten Fällen lädt es maximal zum fremdschämen ein. Natürlich muss bei alledem beinahe jedes Klischee bedient werden, das existiert. Im Grunde ist dieses Roadmovie eine Aneinanderreihung von losen Episoden, die absolut oberflächlich konzipiert in erster Linie nur eines offenbaren, nämlich ein recht schwaches Drehbuch, bei dem man sich nicht unbedingt viel Mühe gegeben hat. Eine Station folgt auf die andere, komische Szenen wirken wie am Reißbrett entworfen, wo recht deutlich zu Tage tritt, an welchen Stellen der Zuschauer zum Lachen angehalten werden soll und an welchen eben nicht.

Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche VulkanfilmMit besagtem oberflächlichem Drehbuch geht aber noch ein ganz anderes Problem einher, was sich in erster Linie mit dem Begriff Figurenzeichnung beschreiben lässt. Egal ob es die Karrierefrau Valérie oder der Oberspießer Alain ist, als Zuschauer kann man einfach keine der beiden Figuren auch nur im Ansatz sympathisch finden. Das liegt nicht etwa an der abgrundtiefen Boshaftigkeit beider, sondern vielmehr im klischeehaften Auftreten, das Abziehbilder einer Karikatur entstehen lassen. Das damit Darsteller wie Valérie Bonneton (Kleine wahre Lügen) und Dany Boon (Willkommen bei den Sch’tis) nicht unbedingt viel anfangen können liegt auf der Hand, das sich beide dann aber so kampflos ihrem Schicksal ergeben wie hier, ist dann eher doch enttäuschend.

Der Komödie „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“ fehlt im Grunde alles was einen guten Genrebeitrag ausmacht. Das Drehbuch wirkt wie am Reißbrett entworfen, die Figuren sind unsympathisch und wenn der Film eines ist, dann garantiert nicht witzig.

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Copyright: SquareOne / Universum Film

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Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm

Länge: 92 min

Kategorie: Comedy

Start: 12.12.2014

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm

Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 92 min
Kategorie: Comedy
Start: 12.12.2014

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