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WolfCop

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 11. November 2014

WolfCop

Bereits im Gilgamesch-Epos war die Rede von einer Mischform aus Wolf und Mensch, welche seitdem unter dem Begriff Werwolf in der Mythologie zu finden ist. Seinen Sprung auf die Leinwand vollzog der Werwolf schließlich im Jahre 1914, wirklich bekannt wurde dieser jedoch erst im Jahre 1941, als Lon Chaney Jr. mit „Der Wolfsmensch“ einen ganz und gar ungewöhnlichen Film abgeliefert hat. Mit „WolfCop“ versucht nun Regisseur und Drehbuchautor Lowell Dean dem Genre etwas völlig Neues abzugewinnen, wenn er einen B-Movie aus dem Hut zaubert, der trashiger kaum sein könnte.

WolfCopDer Kleinstadtpolizist Lou Garou (Leo Fafard) gehört zweifelsohne zu den schlechtesten Cops der Geschichte, denn egal ob er angetrunken, verkatert oder auf Drogen ist, Verbrecher haben bei ihm eine gute Chance ungeschoren davon zu kommen. Eines Tages wird Lou aufgrund eines Notrufs des Nachts in einen nahe gelegenen Wald gerufen, wo dieser plötzlich von Unbekannten niedergeschlagen wird. Am nächsten Tag wacht dieser jedoch in seinem eigenen Bett auf, doch auf seiner Brust befindet sich ein blutiges Pentagramm, was ihm irgendjemand mit einem Messer eingeritzt hat. Der Kopf tut noch leicht weh, der Griff zur Flasche geschieht völlig automatisch, doch plötzlich scheinen gleich mehrere Sinne geschärft zu sein. Lou versucht dem Vorfall auf den Grund zu gehen, auf eigene Faust zu ermitteln, woraufhin er schon bald auf ein dunkles Geheimnis der Stadt stößt.

Mit seiner erst dritten Regiearbeit versucht Regisseur und Drehbuchautor Lowell Dean (Juice Pigs) nun den Bereich der B-Movies zu erobern. Wilde Bestien die im Meer gegen die Menschheit kämpfen sind bereits zur Genüge bekannt, fliegende Haie bekamen in den USA den Kultstatus verliehen, warum dann nun nicht ein zum Werwolf mutierter Polizist, der für Recht und Ordnung kämpft? Genau diese Frage muss sich wohl auch Lowell Dean gestellt haben, als er sich mit Special-Effects Künstler Emersen Ziffle zusammen tat, welcher sich zuletzt für Filme wie „Curse of Chucky“ und „Chained“ verantwortlich zeichnete.

WolfCopNatürlich sollte man von einem B-Movie wie „WolfCop“ nicht unbedingt viel erwarten, denn wenn ein Drehbuch zum Großteil auf einen volltrunkenen Polizisten in Wolfsgestalt basiert, ist dies alles, nur eben kein gutes Drehbuch. Zum Glück wird genau diese Eindimensionalität mit jeder Menge frecher Ideen angereichert, wenn unser Polizist beim Verwandlungsprozess nicht etwa einfach nur Haare wachsen lässt, sondern sich ein jedes Mal die Haut sprichwörtlich vom eigenen Fleisch reißt. Optisch ist dies durchaus nett aufbereitet worden, wobei man natürlich auch hier die Grenzen des übersichtlichen Budgets recht deutlich zu sehen bekommt.

Was neben diesen optischen Spielereien bleibt sind jede Menge Actionsequenzen in denen allerhand üble Individuen vermöbelt werden, wo nicht nur Arme und Beine vom Körper abreißen, sondern gleichwohl auch Gesichter auf der Windschutzscheibe landen. Der Grad der Gewalt ist also am oberen Limit angesiedelt, doch dieser dient nie als alleiniges Mittel zum Zweck. Vielmehr wird dadurch die recht oberflächliche Geschichte ein wenig aufgelockert, bevor unser alkoholkranker Polizist wieder einmal für Recht und Ordnung sorgt, wahlweise zwischendurch aber auch eine hübsche Barkeeperin vernascht.

WolfCopDie Figuren selbst sind alles andere als tiefgründig angelegt, Hintergrundinformationen erhält man nur sehr wenige, wodurch man als Zuschauer umso mehr Wert auf die Dialoge legt, die selbst in der deutschen Synchronisation zynisch und vor allem bissig herüber kommen. Natürlich sollte man bei alledem nicht unbedingt viel nachdenken, das Finale selbst gestaltet sich zuweilen sogar als recht enttäuschend, doch wer sich auf den Film und seine Figuren einzulassen vermag, bekommt kurzweilige Unterhaltung die man zusammen mit Freunden durchaus mit Hilfe einiger Bierchen genießen kann.

„WolfCop“ ist einer jener B-Movies die kurzweiligen Unterhaltungswert liefern, was weniger in der nicht vorhandenen Geschichte begründet liegt, als vielmehr in den komplett überzeichneten Figuren, unmöglichen Dialogen und der bisweilen stark übertriebenen Gewaltdarstellung. Kein Film für Jedermann, aber ein Film der durchaus Spaß machen kann.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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WolfCop

Länge: 79 min

Kategorie: Comedy, Horror

Start: 18.11.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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WolfCop

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 79 min
Kategorie: Comedy, Horror
Start: 18.11.2014

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