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Tarzan 3D

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 30. Oktober 2014

Tarzan 3D

Als der US-amerikanische Schriftsteller Edgar Rice Burroughs im Jahre 1912 seine erste Kurzgeschichte mit seiner neu entwickelten Figur Tarzan veröffentlichte, hatte dieser wohl nicht einmal im Traum daran geglaubt, dass basierend darauf unzählige Bücher und beinahe einhundert verschiedene Filme erscheinen würden. Der deutsche Regisseur Reinhard Klooss muss von dieser Figur ganz ähnlich angetan gewesen sein, denn dieser beschloss kurzerhand im aufwendigen Motion-Capture-Verfahren einen Animationsfilm daraus zu konzipieren, der Jung und Alt gleichermaßen unterhalten sollte.

Tarzan 3DVor vielen Millionen Jahren ist ein riesiger Meteorit auf die Erde gestürzt der bekanntlich beinahe alles Leben auf unserem Planeten ausgelöscht hat. Dieser Felsbrocken beendete aber nicht nur die Zeit der Dinosaurier, ihm wird gleichwohl eine unbeschreibliche Macht nachgesagt, soll dieser doch aus völlig neuartigen Elementen bestehen, welche das Energieproblem der Menschheit lösen könnte. Unternehmer John Greystoke ist als Wissenschaftler natürlich sofort daran interessiert, woraufhin er zusammen mit seiner Frau und dem neunjährigen Sohn per Hubschrauber in den Dschungel fliegt und dort aufgrund unterschiedlichster Umstände auch eine Bruchlandung erleidet. Der einzige Überlebende soll der kleine neunjährige Junior sein, welcher fortan von der Gorilladame Kala aufgezogen wird und sich selbst Tarzan (Alexander Fehling) nennt. Die Jahre ziehen ins Land, Tarzan wird älter und stärker, da trifft er auf die gleichaltrige Naturschützerin Jane (Lena-Meyer-Landrut), welche den fiesen Geschäftsmann Clayton (Kai Wiesinger) in den Dschungel begleitet. Dieser ist natürlich ebenso auf der Suche nach dem Meteoriten, woraufhin langsam aber sicher Tarzans Erinnerungsvermögen zurück kommt.

Der deutsche Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Reinhard Klooss kennt sich mit Animationsfilmen aus, er war bei einigen der ersten rein deutschen Produktionen dabei und so sieht er sich auch dazu berufen im aufwendigen Motion-Capture-Verfahren die Geschichte von Tarzan noch einmal zu erzählen, welche er nun jedoch noch einmal ordentlich ausgeschmückt hat. Das es deutsche Filme mit den finanzstarken Großproduktionen der USA dabei nicht unbedingt aufnehmen können liegt auf der Hand, doch selbst wenn man nicht das Geld besitzt einen Film in technischer Hinsicht als absolut rund zu bezeichnen, so sollte man sich zumindest auf das Kernelement stürzen, dass in diesem Falle schlicht und ergreifend Drehbuch heißt.

Tarzan 3DBesagtes Drehbuch ist im Falle von „Tarzan“ eine Aneinanderreihung von absolut wilden Ideen, die in dieser Form wohl einmalig im Bereich des Animationsfilmes sind. Wir werden mit einem Meteoritenabsturz konfrontiert, die Geschichte springt zur Familie Greystoke, woraufhin wieder rund zehn Jahre ins Land ziehen, bevor mit einem fiesen Großunternehmer schließlich eine Art Gegenspieler geschaffen wird. Dies ist zum Teil alles recht konfus und umständlich dargelegt, der Voice-Over Erzähler versucht so gut es geht eine Brücke über alledem zu schlagen, doch alle jüngeren Zuschauer dürften dabei zum Großteil komplett ausgestiegen sein.

Ganz ähnlich verhält es sich leider auch mit dem späteren Kernelement der Geschichte, denn neben der Coming-Of-Age Story werden Themen wie Energieknappheit an der Ostküste, Naturschutz und mutierende Tiere durch Strahlung angesprochen, was jüngere Zuschauer nicht im Traum verstehen werden. Die eigentliche Geschichte rund um Tarzan und Jane ist trotz alledem nett anzusehen, wobei Reinhard Klooss hier bewusst auf unterschwelligen Humor verzichtet hat. Sein Film soll unterhalten, Wissen vermitteln und gleichwohl die jüngeren Zuschauer an die Hand nehmen, was man hier doch zumindest als fragwürdig ansehen kann.

Tarzan 3DSo sehr „Tarzan“ von Seiten seiner Geschichte missfällt, so überraschend ansehnlich ist die visuelle Umsetzung gelungen. Im Aufwendigen Motion-Capture-Verfahren wurde den unterschiedlichsten Menschen Leben eingehaucht, die Bewegungen sehen absolut echt aus und wenn Tarzan von einem Baum zum anderen schwingt, dann gibt es dabei nur wenig auszusetzen. Der Dschungel selbst ist absolut sehenswert animiert, Flora und Fauna sind zum anfassen schön, wodurch die 3D Technik auch ein ums andere Mal wirklich wunderbar zur Geltung kommt. Das bei alledem insbesondere die Gorillas recht lieblos hin geklatscht wurden ist in diesem Zusammenhang absolut unverständlich, denn nicht nur das diese beinahe alle gleich aussehen, Gesichter und Fell hat man bereits in zehn Jahre alten Animationsfilmen weitaus besser begutachten können.

Reinhard Klooss seine Neuinterpretation von Tarzan kann leider nur bedingt unterhalten, denn wo dieser in technischer Hinsicht durchaus zu gefallen weiß, besitzt er doch deutliche Defizite in der Geschichte selbst. Jüngere Zuschauer dürften mit einer Vielzahl der angesprochenen Themen schlicht überfordert sein, was angesichts der gewünschten Zielgruppe doch recht kontraproduktiv erscheint.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Constantin

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Tarzan 3D

Länge: 94 min

Kategorie: Animation, Action, Adventure

Start: 30.10.2014

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Tarzan 3D

Tarzan 3D

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 94 min
Kategorie: Animation, Action, Adventure
Start: 30.10.2014

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