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Killers

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Oktober 2014

Killers

Das indonesische Kino war über eine lange Zeit hinweg ein schwarzer Fleck in der Kinolandschaft, doch seitdem Gareth Evans mit seinem brachialen „The Raid“ für Aufsehen sorgte, finden auch andere Produktionen aus diesem Land ihren Weg zu uns. Einer der ersten waren jedoch die weitestgehend unbeachtet gebliebenen Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto, die sich stilvoll nur The Mo Brothers nannten und auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest ihren neusten Thriller „Killers“ präsentierten, welcher nun auch direkt auf DVD erhältlich sein wird.

KillersDer in Tokio lebende Nomura Shuhei (Kazuki Kitamura) sieht aus wie ein ganz normaler Geschäftsmann. Gekleidet in einem edlen Anzug fährt er in seinem viel zu teuren Wagen des Nachts von einem Ort zum anderen, wo er nicht nur wunderschöne Bekanntschaften schließt, sondern diese wenig später des Nachts auch auf grauenvoller Art und Weise ums Leben bringt. Die Taten des Hobby-Soziopathen werden natürlich auf Video festgehalten und anschließend ins Internet gestellt, doch wer glaubt Nomura sei damit allein, der hat sich kräftig geirrt.

Weit von Tokio entfernt versucht der Journalist Bayu (Oka Antara) im heruntergekommenen Jakarta die dunklen Machenschaften angesehener Politiker aufzudecken, doch während er Stück für Stück des Puzzles zusammensetzt, wird er immer wieder von der korrupten Regierung mit allerlei Scheinargumenten hingehalten. Eines Nachts wird Bayo von einer Hand voller Verbrecher überfallen, die er durch eine Aneinanderreihung von Zufällen nicht nur überwältigt, sondern anschließend auch noch ermordet. Genau diese Tat wird ebenso auf einem Smartphone festgehalten, was er anschließend leicht verwirrt ins Internet stellt. Nomura wird auf dieses Video aufmerksam, knüpft Kontakt zu Bayu, wodurch eine Art Lehrer-Schüler-Verhältnis entsteht, das den Spaß am Morden in den Vordergrund stellt.

KillersAls die beiden Indonesier Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto vor fünf Jahren ihren Horrorfilm „Macabre“ dem Publikum präsentierten, dachte man bereits, dass eine neue Ära des indonesischen Kinos angebrochen sei. Seitdem hat sich jedoch nicht unbedingt viel getan, denn obwohl beide bei „V/H/S 2“ als Produzenten fungierten, zog sich ihre neuste gemeinsame Regiearbeit doch ungemein hin. Mit „Killers“ lassen sie nun das Horror-Genre weitestgehend zurück, wenn sie von zwei ungleichen Mördern berichten, die jeder auf seine ganz spezielle Art Gefallen am Töten anderer finden.

Zugegeben, mit rund 130 Minuten zählt „Killers“ zweifelsohne zu jenen Filmen die aus europäischer Sicht viel zu lang geraten sind, doch versucht man sich die zahlreichen Geschichten mit der Fülle an Details einmal näher anzusehen, wird man schon bald realisieren, dass eine wesentlich kürzere Umsetzung bestenfalls mit erheblichen Einschränkungen möglich gewesen wäre. Im Grunde versuchen Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto mit ihrer neusten gemeinsamen Produktion den Fokus auf die menschlichen Abgründe zu legen, wenn sie zwei völlig verschiedene Serienmörder aufzeigen, die aus den unterschiedlichsten Intensionen heraus zur Waffe greifen und dem Leben ein Ende bereiten.

KillersAuf der einen Seite ein waschechter Soziopath der sich auf die Ermordung von jungen Frauen spezialisiert hat, auf der anderen ein Journalist, der vom korrupten System in die Enge getrieben wird und eine Wandlung vom Familienvater zum Mörder durchmachen muss. Beide Geschichten spielen parallel, beide Mörder befinden sich in komplett unterschiedlichen Städten und dennoch wird der Lehrer-Schüler-Konflikt insofern zugespitzt, als das sich beide per Videochat unterhalten und Nomura seinem neusten Schüler einen Grundkurs darin gibt, wie man professionell und möglichst ohne Spuren zu hinterlassen einen Mord begeht. Die Online gestellten Snuff-Videos sind durchaus eine Möglichkeit beide Handlungsstränge miteinander zu verbinden, doch wer sich mit den Werken der Mo-Brothers auseinandergesetzt hat, der wird auch hier feststellen, dass nur sehr wenig eigene Ideen in diesem Film stecken.

Ganz ähnlich verhält es sich leider auch im Bereich der Logik, denn nicht jeder Entschluss und nicht jede Tat der beiden ungleichen Figuren ist bis ins letzte Detail in seiner Gänze nachzuvollziehen. Logiklöcher offenbaren sich, die zugrunde liegende Figurenzeichnung ergibt zuweilen nicht unbedingt Sinn, was wiederrum mit einer Gewaltdarstellung überspielt wird, die nichts für zarte Gemüter ist. Frauen werden in Großaufnahme gequält, Blut spritzt literweise, Hinrichtungen werden sich auch auf Video noch in der Wiederholung angesehen, um möglichst jede Sekunde der Schmerzen des Opfers zu genießen und in sich aufzunehmen.

Der neuste Film der Mo-Brothers ist mit seinen 130 Minuten beim besten Willen kein kurzes und vor allem kein einfaches Werk, doch wer es schafft sich darauf einzulassen, wird mit einer lohnenswerten Geschichte zweier ungleicher Serienmörder belohnt, welche jedoch zuweilen alles andere als logisch ist.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Tiberius Film

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Killers

Länge: 127 min

Kategorie: Action, Crime, Drama

Start: 06.11.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Killers

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 127 min
Kategorie: Action, Crime, Drama
Start: 06.11.2014

Bewertung Film: (6,5/10)

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