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Interstellar

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 31. Oktober 2014

Interstellar

Manche Filme brauchen einfach ihre Zeit um eine gewisse Perfektion zu erlangen. Im Falle von „Interstellar“ könnte man dies wohl kaum vortrefflicher beschreiben, denn die Idee dazu gab es bereits im Jahre 2006, wo niemand geringeres als Steven Spielberg noch für die Regie vorgesehen war. Die Jahre zogen ins Land, Spielberg sprang vom Projekt ab und plötzlich war Jonathan Nolan im Gespräch, der es letztendlich jedoch auch nicht machen sollte. In den Händen von Christopher Nolan reifte „Interstellar“ schließlich zu etwas ganz großem heran, dass sich vor Filmen wie „2001 – Odyssee im Weltraum“ nicht im Ansatz zu verstecken braucht.

InterstellarIn einer nahen Zukunft ist die Menschheit nahezu am Ende. Das Klima hat sich zum negativen verändert, statt Wasser regiert nun der Staub auf der Erde, wodurch der Anbau von Nahrungsmitteln scheinbar unmöglich gemacht wird. Wer überleben will der wird Farmer, so auch der ehemalige Astronaut Cooper (Matthew McConaughey), welcher zusammen mit seinen beiden Kindern Murph (Mackenzie Foy) und Tom (Timothée Chalamet) ein Maisfeld bewirtschaftet. Cooper hasst es Farmer zu sein, doch eine Wahl hat dieser nicht. Durch ein mysteriöses Phänomen wird er plötzlich auf NORAD aufmerksam, eine riesige unterirdische Anlage, in welcher die letzten NASA Wissenschaftler versuchen die Menschheit zu retten.

Unter der Leitung von Professor Brand (Michael Caine) soll die gesamte Menschheit von der Erde in ein neues Planetensystem evakuiert werden, doch der Weg dorthin ist steinig. In der Nähe des Saturns wurde ein künstlich geschaffenes Wurmloch in eine fremde Galaxie entdeckt, an Cooper und einer Hand voll anderer Freiwilliger soll es nun liegen, besagtes Wurmloch und die dahinterliegenden Planeten zu erkunden, während Brand das Problem der Gravitation auf der Erde zu lösen hat. Für alle ist der einzuschlagende Weg nicht einfach, doch ist es die Menschheit nicht wert gerettet zu werden?

InterstellarChristopher Nolan reifte in den letzten zehn Jahren zu einem der gefragtesten Regisseure heran der sich beinahe alles erlauben kann. Die „Dark Knight Trilogie“ machte ihn weltbekannt, durch Filme wie „Inception“ zeigte er Mut für völlig Neues, um Falle von „Interstellar“ war es den Verantwortlichen jedoch ein Wagnis, dass sie finanziell nicht bereit waren einzugehen. Als Co-Produktion zwischen Warner Bros. und Paramount Pictures wurde das Budget schließlich gestemmt, um einen Film umzusetzen, welcher einerseits die typische Handschrift eines Steven Spielberg trägt, zum anderen aber auch jene von Christopher Nolan.

Nolan machte bereits im Vorfeld keinen Hehl daraus, dass er Filme wie Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ nicht nur zu schätzen weiß, sondern vor allem als einen Meilenstein der Filmgeschichte ansieht. Schaut man sich „Interstellar“ genauer an so wird man ganz ohne Frage genau diese Handschrift von Kubrick dort wiederfinden, auch wenn es eine ganze Weile benötigt, bis diese zu erkennen ist. Der dreistündige Film beginnt in erster Linie recht ruhig und langsam, denn Nolan nimmt sich beinahe 30 Minuten Zeit, um die aktuelle Situation auf der Erde zu erklären und die Familie rund um Cooper zu platzieren, wodurch eine Mischung aus Familiendrama und Science-Fiction-Film entsteht.

InterstellarDieses gediegene Erzähltempo soll jedoch nie ansteigen, denn auch im Bereich der eigentlichen Weltraummission bleibt sich Nolan treu, frei nach dem Motto, weniger ist mehr. Im Grunde sollen nicht nur imposante Bilder überzeugen, sondern der Zuschauer soll in erster Linie seine Phantasie freien Lauf lassen, wenn er mit immer unglaublicheren Dingen konfrontiert wird. Rein inhaltlich verlangt Nolan dem Zuschauer dabei einiges ab, denn von Wurmlöchern, Schwarzen Löchern über Zeit und die Macht der Gravitation ist alles vorhanden, wodurch dieser zumindest etwas Hintergrundwissen mitbringen sollte, um das ganze Ausmaß der Geschichte in seiner Gänze zu verstehen. Versteht er die entsprechenden Zusammenhänge, so entpuppt sich „Interstellar“ ganz ohne Frage als einer der besten Science Fiction Filme, die wir in den letzten zehn Jahren haben sehen dürfen.

Die Geschichte ist wunderbar tiefgründig und lässt jede Menge Raum die eigene Phantasie treiben zu lassen, auf visueller Ebene ist „Interstellar“ ganz ohne Frage mit „Gravity“ gleichzusetzen, weswegen man bereits jetzt auf die kommende Oscar-Verleihung gespannt sein darf. Egal ob es das Wurmloch bzw. das Innere dieses ist, der Planet wo Wellen existieren die bis in die oberen Luftschichten reichen oder gar das Finale der letzten halben Stunde, man kommt als Zuschauer zuweilen aus dem Staunen einfach nicht heraus. Damit einher geht auch der phänomenale Soundtrack von Hans Zimmer (Inception), bei dem er sich wieder einmal selber übertroffen hat.

InterstellarIm Bereich der Darsteller ist Oscar-Gewinner Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club) natürlich eine sichere Bank auf die man sich verlassen kann, was nicht nur hinsichtlich der Szenen oben im Weltraum begeistert, sondern ebenso bei den zahlreichen zwischenmenschlichen mit seiner Tochter, die ein ums andere Mal hart auf der Tränendrüse drücken. Neben ihn sehen wir in den Nebenrollen Mackenzie Foy (Conjuring – Die Heimsuchung) als jüngere Murph, Anne Hathaway (The Dark Knight Rises) als Amelia und natürlich einmal mehr Michael Caine (Children of Men) als Professor Brand.

Christopher Nolans „Interstellar“ gehört zweifelsohne zu den ganz großen Science-Fiction-Filmen der letzten zehn Jahre, die nicht nur mit einer tiefgründigen Geschichte, sondern gleichwohl auch auf visueller und auditiver Ebene überzeugen können. Ein Film den man unbedingt auf der großen Leinwand gesehen haben sollte.

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Wir vergeben daher 9 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Warner Bros.

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Interstellar

Länge: 164 min

Kategorie: Adventure, Mystery, Sci-Fi

Start: 06.11.2014

cinetastic.de Filmwertung: (9/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 164 min
Kategorie: Adventure, Mystery, Sci-Fi
Start: 06.11.2014

Bewertung Film: (9/10)

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