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Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 16. Oktober 2014

Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.

Im Bereich der Horror Filme versuchen bereits seit einigen Jahren diverse Filmemacher mit billigen Found-Footage-Filmen den großen Reibach zu machen, denn neben vierstelligen Produktionskosten stehen in erster Linie saftige Gewinne, lohnen sich oftmals doch bereits wenige tausend verkaufte Medien. Der spanische Regisseur Alfredo Montero versucht nun mit seinem Debütfilm „Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.“ sich von besagtem Einheitsbrei abzuheben, indem er eine Geschichte erzählt, die auf einer – angeblich – wahren Tatsache beruht.

Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.Auf der spanischen Insel Formentera versuchen fünf junge Menschen ein wenig Abstand vom Alltag zu gewinnen. Weiße Strände, blaues Meer, dazu jede Menge Alkohol und die einen oder anderen Drogen. Eines Tages finden genau jene Menschen in der Nähe ihres Lagers eine unbekannte verlassene Höhle, woraufhin schon bald erste Ideen entstehen, diese doch näher in Augenschein zu nehmen. Mit Taschenlampen und einer kleinen Handkamera in der Hand wird sich schon bald Meter für Meter in der engen Höhle vorgekämpft, doch plötzlich gehen die ersten Batterien zur Neige. Der Rückweg wird verängstigt angetreten, doch wo war man doch gleich zuletzt abgebogen? Es beginnt eine verzweifelte Suche nach einem Ausgang, eine Taschenlampe nach der anderen geht aus und plötzlich nimmt neben dem Durst auch noch der Hunger überhand.

Mit „[REC]“ wurde uns bereits bewiesen das durchaus interessante spanische Produktionen möglich sind, dass spannende Drehbücher innovativ verfilmt werden können und junge Talente bereit stehen, um eben diese Geschichten entsprechend umzusetzen. Vom spanischen Regisseur Alfredo Montero (Niñ@s) könnte man ganz ähnliches erwarten, denn Montero wuchs selber auf der Insel Formentera auf und kennt sich dort auch bestens aus. Zusammen mit seinem Co-Autor Javier Gullón (Enemy) schrieb er schließlich jene Geschichte über eine Höhle ganz in der Nähe seines Heimatortes, worin vor längerer Zeit ebenso ein paar Jugendliche Verschwunden sein sollen.

Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.Die Geschichte selber ist für rund 80 Minuten recht überschaubar, denn neben einer kurzen Einleitung und Bildern von Spaniens schönstem Urlaubsort wird uns in erster Linie doch einzig und allein eine Höhle präsentiert, in der sich fortan alles ereignen soll. Fünf junge Menschen Anfang 20 die im Grunde nur ihren Spaß haben möchten, wo Alkohol und Drogen zum Leben mit dazu gehören und man gleichwohl keine Herausforderung scheut, wenn es darum geht einen kurzen Abstecher in eine enge Höhle zu wagen. Sobald dies geschehen ist und die Gruppe sich in der Höhle befindet, wechselt die Kameraperspektive zu jener Person, die ein paar interessante Bilder für seinen Blog aufnehmen möchte, wodurch das Bild selber in erster Linie durch viele Fragmente gezeichnet ist.

Dreh und Angelpunkt ist stets die Kamera, welche Indikator für die eigentliche Spannung ist, gleichwohl aber auch als eine der wenigen Lichtquellen fungiert, wodurch der Zuschauer am Geschehen teilhaben darf. In den ersten 50 Minuten wird man somit zum Großteil mit vielen engen Gängen konfrontiert, durch die sich die fünf Freunde stehend und liegend bewegen müssen, um irgendwie einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden. Für Zuschauer mit einer Klaustrophobie dürfte dies der wohl mit weitem Abstand schwierigste Teil sein, denn durch die Position der Kamera wird der Fokus stets auf genau diese räumliche Enge gelegt, wo der eine oder andere kritische Moment nicht ausbleiben kann.

Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.Vom dramaturgischen Ansatz her läuft natürlich alles auf ein recht vorhersehbares Finale hinaus, welches sich bereits rund zwanzig Minuten vor Schluss mit Fahnen und Trompeten anzukündigen versucht. Immer mehr rücken zwischenmenschliche Probleme in den Fokus, einzelne Individuen werden in schwach und überlebensstark klassifiziert, wodurch sich die Handlung schon bald dahingehend zu entwickeln beginnt, dass jeder einzelne in erster Linie am eigenen Leben und nicht jenem der Gruppe interessiert ist. Einzelne Opfer werden in Kauf genommen, durch kalte Berechnung versucht man schwächere zu identifizieren und zu liquidieren, wodurch die eigentlichen menschlichen Abgründe zu Tage treten.

Dies alles ist überwiegend spannend aufbereitet, auf eine zusätzliche musikalische Untermalung wird zum Großteil verzichtet, wodurch jedes ächzen und stöhnen noch ungefilterter zu Tage tritt. Leider fällt bei alledem insbesondere die doch recht überschaubare Bildqualität am meisten auf, denn trotz des dokumentarischen Ansatzes kann man sich auch im Found-Footage-Bereich zumindest um einen Mindeststandart kümmern, sodass der Zuschauer nicht mit nervenden Fragmenten belästigt wird. Positiv sei hier zu erwähnen, dass die bekannte Wackelkamera zum Großteil ausbleibt, was natürlich mit der Enge der eigentlichen Höhle begründet werden kann.

Alfredo Monteros Debütfilm „Die Höhle“ überzeugt mit einer interessanten Geschichte sowie jungen und unverbrauchten Gesichtern, lässt aber auch deutliche Defizite in technischer Hinsicht zu Tage treten. Kein Meisterwerk, bei der Fülle an Found-Footage jedoch definitiv einer der besseren Filme.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.

Länge: 80 min

Kategorie: Horror

Start: 14.10.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.

Die Höhle: Überleben ist ein Instinkt. Keine Wahl.

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 80 min
Kategorie: Horror
Start: 14.10.2014

Bewertung Film: (6/10)

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