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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Oktober 2014

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Es gibt ein jedes Jahr unzählige Filme die sich dem Thema Krebs anzunehmen versuchen, doch wo die meisten das Leiden an sich aufbereiten, versuchte Autor John Green vielmehr ein oft verschmähtes Randthema zu fokussieren. Green nahm sich der Liebe zweier zum Sterben bestimmter Teenager an, der Roman wurde auf Anhieb zum Bestseller, welcher natürlich ebenso für die große Leinwand aufbereitet werden musste.

Das Schicksal ist ein mieser VerräterDie Diagnose für die 16-jährige Hazel Grace (Shailene Woodley) lautete bereits in frühster Kindheit Krebs, doch wo sie durch ein neuartiges Medikament grade so noch überlebte, scheint die Zuversicht auf der Strecke geblieben zu sein. Wozu soll sie sich dem Leben hingeben, wo liegt der Sinn begründet, wenn der Krebs doch jederzeit zurückkommen könnte und ihrem Leben über Nacht ein Ende bereitet? Mit genau dieser Einstellung wird sie von ihrer Mutter (Laura Dern) regelmäßig zur Selbsthilfegruppe für Krebspatienten gefahren, wo sie eines Tages schließlich auch auf den gleichaltrigen Gus Waters (Ansel Elgort) trifft, der sich per Anhieb in sie verliebt. Gus leidet ebenso an Krebs, verlor deswegen bereits ein Bein, doch mit seiner grenzenlosen Zuversicht und der Liebe zum Leben versucht er dennoch das Herz von Hazel Grace zu erobern.

Um dieses Vorhaben schließlich in die Tat umzusetzen beschließt er seinen Herzenswunsch mit dieser zu teilen, denn ihr Lieblingsbuch soll ausgerechnet ein Roman sein, welcher von einem Krebskranken Kind handelt und mit einem offenen Satz endet. Für Hazel Grace ergeben sich daraus eine Unmenge an Fragen, woraufhin sie zusammen mit Gus plant nach Amsterdam zu reisen und den Autor Peter Van Houten (Willem Dafoe) zu besuchen, doch plötzlich stellen sich ihre kranken Lungen dem Vorhaben in die Quere.

Das Schicksal ist ein mieser VerräterJohn Greens Roman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ wurde auf Anhieb zum Bestseller, was weniger daran lag das er eben doch kein typisches Krebsbuch geschrieben hat, sondern die ehrliche Art und Weise, wie es sich dem Thema und den Figuren widmete. Bücher wie diese anschließend zur verfilmen ist eine recht undankbare Aufgabe, denn wo man einerseits die Erwartungshaltung der Leser stillen muss, muss man auf der anderen versuchen den Stoff komprimiert auf die Leinwand zu bringen. Regisseur Josh Boone (Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen) ist dies trotz aller Vorurteile ihm gegenüber dennoch mit Bravur gelungen, was nicht nur der fein strukturierten Geschichte geschuldet ist, sondern ebenso zwei unglaublichen Hauptdarstellern, die sich eine glänzende Empfehlung für Hollywood ausgestellt haben.

Der Verlauf von Krebsdramen ist immer gleich, denn neben der Diagnose geht es in erster Linie in den folgenden zwei Stunden zumeist um das Leiden an sich, an deren Ende in den meisten Fälle der Tod steht. Im Falle von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist dies zum Glück ein wenig anders geregelt, denn John Green versucht vielmehr eine Botschaft an das Leben selbst auszusenden, wenn er von der ungewöhnlichen Liebesgeschichte zweier an Krebs leidender Teenager berichtet. Auf der einen Seite steht die 16-jährige Hazel Grace die innerlich bereits mit ihrem Leben abgeschlossen hat und deswegen keinerlei neue Freundschaften eingehen möchte, auf der anderen der gleichaltrige Gus Waters, welcher jeden Tag mit offenen Armen empfängt und daraus das Beste zu machen versucht.

Das Schicksal ist ein mieser VerräterIm Grunde ist es eine ganz typische Liebesgeschichte zweier völlig unterschiedlicher Charaktere, bei welcher der Zuschauer rund zwei Stunden mitfiebern kann und eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Es beginnt bei den ersten zaghaften Annäherungsversuchen, einem inoffiziell folgenden Date und hört bei einer Reise nach Amsterdam noch lange nicht auf, wo Hazel Grace neben zahlreichen Antworten in erster Linie neue Fragen erwarten. Bei alledem betrachtet John Green weniger das Leiden an sich, die Krankheit wird bestenfalls dezent am Rande behandelt, wodurch ein sehr offenes und vor allem ehrliches Werk entsteht.

In erster Linie zeichnet sich diese Erzählung trotz der schwere des Themas durch eine gewisse Leichtigkeit aus, denn trotz dem scheinbar vorhersehbaren Ende soll über weite Strecken dennoch der Spaß im Vordergrund stehen. Dies alles hätte durchaus zu einer Ansammlung an Kitsch und Klischees enden können, doch auch hier weit gefehlt, denn Josh Boone bewegt sich ungemein dicht an der Romanvorlage, die gekonnt eben dieses Fahrwasser meidet.

Der Erfolg der filmische Adaption des Romans basiert jedoch nicht nur auf der fein strukturierten Geschichte die sprichwörtlich ans Herz geht und zu Tränen rührt, sondern vor allem auf den beiden Nachwuchsdarstellern Shailene Woodley (The Descendants) und Ansel Elgort (Carrie), welche beide bereits in so frühen Jahren eine unglaublich intensive Darbietung abgegeben haben. Woodley begeistert mit ihrem sehr natürlichen und ungeschminkten Spiel, während Elgort mit seiner Liebe zum Leben all das verkörpert, weshalb man eben doch nicht aufgeben und den Kopf in den Sack stecken sollte.

Josh Boone gelingt es vortrefflich den Bestseller „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ als filmische Adaption umzusetzen, wobei er nicht nur auf die sehr emotionale Geschichte baut, sondern gleichwohl auf zwei Hauptdarsteller, denen er genügend Freiraum lässt das schwierige Thema mit einer gewissen Leichtigkeit umzusetzen. Absolut sehenswert!

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Länge: 126 min

Kategorie: Drama, Romance

Start: 17.10.2014

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 126 min
Kategorie: Drama, Romance
Start: 17.10.2014

Bewertung Film: (7,5/10)

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