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Open Grave

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. September 2014

Open Grave

Das angestaubte Zombie-Genre benötigt bereits seit längerem eine umfangreiche Neuausrichtung, denn durch das bedienen bekannter Klischees vermag schon länger kaum noch ein Genre-Beitrag wirklich zu überzeugen. Für besagte Neuausrichtung sorgte bereits vor einigen Jahren die Fernsehserie „The Walking Dead“, der spanische Regisseur Gonzalo López-Gallego schafft es diese nun auch mit seinem Spielfilm „Open Grave“ vielversprechend umzusetzen.

Open GraveIrgendwo in einer von Gewittern durchzogenen Nacht wacht ein Unbekannter (Sharlto Copley) zwischen unzähligen Leichen auf, ohne zu wissen wer er ist und wie er dorthin gekommen ist. Die Leichengrube ist tief, doch eine unbekannte Frau wirft ihm ein Seil herunter, woraufhin er sich schon bald in einem angrenzenden Farmerhaus wiederfindet. In besagtem Haus befinden sich einige weitere Personen, doch ähnlich wie er selbst wissen auch sie nicht wer sie sind und was ihre Aufgabe sein könnte. Neben einer Unmenge an medizinischen Fachbüchern findet die Gruppe einige Ausweise, weiter oben im Haus sind unzählige Waffen verstaut, doch wie kommen sie alle hier her?

Sie beginnen das Haus und den angrenzenden Wald zu erkunden, wo sie schon bald auf eine Scheune stoßen, in der eine verwilderte Frau festgehalten wird. Weiter tiefer im Wald lehnen Leichen an den Bäumen, hängen an den Ästen wie Vogelscheuchen herunter, stets darauf bedacht ein unbekanntes Etwas vom Grundstück fern zu halten. Als plötzlich weitere verwilderte Personen auftauchen, kommen die ersten Erinnerungsfetzen zurück. Irgendetwas passiert am achtzehnten des laufenden Monats, nur was mag das sein?

Open GraveDer spanische Regisseur Gonzalo López-Gallego (El rey de la montaña) hatte sich zuletzt vor drei Jahren dem Found-Footage-Thriller „Apollo 18“ gewidmet, wo er mehr recht als schlecht versuchte mit einer ansprechenden Atmosphäre ein sehenswertes Werk zu kreieren. Das besagter Film alles andere als sehenswert war werden Fans des Genres bereits wissen, dass er es aber durchaus auch besser kann, beweist er nun mit seinem Horror-Thriller „Open Grave“. Für besagten Film zeichnen sich ebenso die beiden Genre-Neulinge Eddie und Chris Borey (Deadly Beloved) verantwortlich, die nicht nur ihr erst zweites Drehbuch beisteuern, sondern ebenso mit einem ungewohnt klugen Skript den Zuschauer überraschen können.

Im Grunde sind Zombiefilme immer gleich gestrickt, denn während es auf der einen Seite eine Gruppe von Überlebenden gibt, versuchen auf der anderen fleischfressende Zombies diese zu dezimieren. Im Falle von „Open Grave“ stimmt dies jedoch nicht ganz, denn die Drehbuchautoren lassen den Zuschauer lange Zeit im Ungewissen, worum es überhaupt geht. Durch die Amnesie tastet sich der Zuschauer ähnlich wie die Figuren Schritt für Schritt nach vorn, mit jedem Flashback werden neue Puzzleteile aneinander gereiht, die erst gegen Ende hin ein großes Ganzes ergeben.

Open GraveZugegeben, ab etwa der Hälfte des Filmes kann man sich ungefähr ausmalen was hinter der eigentlichen Gruppe steckt, denn wenn man erst einmal die umfangreichen Überwachungsmaßnahmen mit den ersten Erinnerungen kombiniert, wird man bereits frühzeitig wissen, dass die Gruppe im Grunde Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse ist. Trotz allem jedoch macht „Open Grave“ unheimlich Spaß, was nicht nur an der Vielzahl der zombieartigen Wesen begründet liegt, sondern in erster Linie an der gelungenen Atmosphäre die hier aufgebaut wurde.

Dunkle Wälder, eine unter Amnesie leidende Gruppe von Menschen, Flashbacks zu jeder Zeit, wodurch die Figuren langsam klar umrissen werden und der Zuschauer mehr und mehr in die Geschichte mit eintaucht. Wirkliche Sympathieträger gibt es zu keiner Zeit, was hier jedoch auch nicht weiter wichtig ist. Es dreht sich um sechs Menschen, um ein ominöses Datum, um Orte und Geschehnisse, die nur schwer in Worte zu fassen sind. Was bleibt ist eine musikalische Untermalung bei der insbesondere am Anfang Chormusik zum Einsatz kommt, Darsteller die ihre jeweilige Rolle glaubhaft verkörpern und ein Finale, dass mit weitem Abstand eines der gelungensten der letzten Zeit darstellt und Lust auf mehr macht. Eine entsprechende Fortsetzung wäre durchaus denkbar, hoffen wir, dass diese mit Hilfe der Zuschauer auch realisiert werden kann.

Mit „Open Grave“ beweist Gonzalo López-Gallego, dass das Zombie-Genre noch lange nicht tot sein muss. Eine spannende Geschichte, eine rundum gelungene Atmosphäre und ein wirklich sehenswertes Finale, hoffen wir das es eine Fortsetzung geben wird.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum

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Open Grave

Länge: 102 min

Kategorie: Horror, Mystery, Thriller

Start: 26.09.2014

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 102 min
Kategorie: Horror, Mystery, Thriller
Start: 26.09.2014

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