cinetastic.de - Living in the Cinema

Blood Ties

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 23. September 2014

Blood Ties

Der Franzose Guillaume Canet gehört zweifelsohne zu den ganz großen Darstellern in seinem Heimatland, weshalb man insbesondere daran interessiert war, wie er sich wohl als Regisseur schlagen würde. Die ersten Filme waren allesamt noch recht verhalten ausgefallen, mit seinem vierten wagt er sich nun an ein amerikanisches Remake, bei dessen Original er selbst noch eine der Hauptrollen innehaben durfte.

Blood TiesNew York im Jahre 1974: Die beiden Brüder Chris (Clive Owen) und Frank (Billy Crudup) könnten unterschiedlicher kaum sein, denn während Chris soeben erst nach einer längeren Haftstrafe das Gefängnis wegen guter Führung vorzeitig verlassen durfte, steht der jüngere Frank als Polizist auf der anderen Seite des Gesetzes. Durch diese Konstellation gehen aber auch noch zahlreiche andere Probleme einher, denn obwohl Vater Léon (James Caan) zwischen beiden bestmöglich zu vermitteln versucht, traut Frank dem älteren Bruder einfach nicht über den Weg. Genau dieses Misstrauen soll sich schon bald bewahrheiten, denn nachdem Chris in einen Überfall auf einen Geldtransporter beteiligt gewesen war, beginnt dieser zusammen mit seiner Ex-Frau Monica (Marion Cotillard) ein Bordell zu eröffnen. Plötzlich stehen sich beide Brüder erneut gegenüber, die Probleme kochen hoch und es muss endgültig eine Entscheidung erzwungen werden.

Als Guillaume Canet (The Beach) vor nunmehr sechs Jahren den französischen Thriller „Les liens du sang“ drehte und eine der Hauptrollen inne hatte, hat er sich wohl nicht einmal im Ansatz erträumen lassen, den selben Film noch einmal als Remake abdrehen zu dürfen. Für die entsprechende Adaption überarbeiteten Canet und sein Co-Autor James Gray (Helden der Nacht – We Own the Night) das Drehbuch noch einmal komplett, wobei der innere Twist mit den beiden ungleichen Brüdern nahezu komplett erhalten geblieben ist.

Blood TiesVergleicht man das Original mit dem entsprechenden Remake von Guillaume Canet, so fällt im ersten Moment natürlich die sehr gedehnte Ausarbeitung auf, bei der er sich insbesondere am Anfang alle Zeit der Welt lässt. Gut 45 Minuten lang erfahren die unterschiedlichsten Personen eine detailierte Figurenzeichnung, das Milieu der beiden Brüder wird umfangreich skizziert, wodurch sich „Blood Ties“ beinahe etwas quälend in die Länge zieht, bis es überhaupt erst einmal so richtig losgeht. Sobald man diese viel zu umfangreiche Einleitung jedoch erst einmal überwunden hat, wird man mit einem ansehnlichen Thriller belohnt, der im Großen und Ganzen den typischen Stil der 80er Jahre erneut für sich aufarbeitet.

Der dramaturgische Twist kommt bei alledem gut herüber, die zahlreichen Sub-Plots reihen sich homogen in die Geschichte mit ein, wodurch „Blood Ties“ gleich in mehrfacher Hinsicht die verschiedensten Möglichkeiten zur Interpretation verfolgt. Auf der einen Seite haben wir zwei Brüder die unterschiedlicher kaum sein könnten, auf der anderen Seite sind es aber auch zwei Menschen, die ungemein viel Wert auf ihre eigene Familie und das Miteinander legen. Dadurch mag man zuweilen beinahe dem Glauben verfallen das Canet das eine oder andere Mal die nötige Stringenz fehlt um seinen Plan zu verfolgen, dass er immer wieder abschweift und sich in Nebensächlichkeiten verliert, doch genau das Gegenteil ist hier der Fall.

Blood TiesDiese durchaus interessante Geschichte wird zusätzlich mit einem einmaligen Setting angereichert, denn das New York der 70er Jahre ist hier wirklich wunderbar eingefangen worden. Dreckige Gebäude, die Darsteller mit unmöglichen Anzügen und Schlaghosen, über alledem stets das bekannt triste Bild, das die Filme von damals so auszeichnete. Im Bereich der Besetzung ist Canet in „Blood Ties“ ein kleines Wunder gelungen, denn wo das französische Original noch viele unbekannte Namen vereinigte, darf er hier auf eine Riege namhafter Darsteller bauen. Clive Owen (Children of Men) und Billy Crudup (Watchmen: Die Wächter) als ungleiches Bruderpaar in den Hauptrollen, James Caan (Der Pate) als besorgter und vermittelnder Vater, während Marion Cotillard (The Dark Knight Rises), Mila Kunis (Black Swan) und Zoe Saldana (Guardians of the Galaxy) in den weiblichen Nebenrollen mit ansehnlichen Leistungen zu sehen sind.

Mit „Blod Ties“ präsentiert Guillaume Canet ein durchaus sehenswertes Remake seines eigenen Films, welches dem Original in nur wenigen Punkten nachsteht. Ein intensiver Thriller, großartig besetzt, nur leider etwas zu lang geraten.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Koch Media

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
Blood Ties

Länge: 127 min

Kategorie: Crime, Drama, Thriller

Start: 25.09.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (nan/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

Blood Ties

Blood Ties

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 127 min
Kategorie: Crime, Drama, Thriller
Start: 25.09.2014

Bewertung Film: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (nan/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten