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Monuments Men – Ungewöhnliche Helden

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. August 2014

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Er hat es wieder einmal getan. Oscar-Gewinner und Multitalent George Clooney wollte nach dem bereits drei Jahre zurückliegenden „The Ides of March – Tage des Verrats“ endlich einmal wieder Regie führen, gleichwohl bei selbigen Werk aber auch eine der Hauptrollen bekleiden. Kurzerhand erledigte Clooney ein paar Telefonate, versammelte eine beeindruckende Riege an Darstellern um sich herum und suchte sich das historische Thema der Monuments Men heraus, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges dafür verantwortlich waren, dass unzählige Kunstschätze vor der Vernichtung gerettet werden konnten.

monuments-men-5Deutschland im Jahre 1943: Die Alleierten rücken unaufhaltsam gegen die deutschen Truppen vor, erobern ein Gebiet nach dem anderen zurück, doch auf der Strecke bleiben dabei nicht nur Familien die ihre Väter und Söhne verloren haben, sondern ebenso zahlreiche Kunstgegenstände, die von der Vernichtung bedroht sind. Kunsthistoriker Frank Stokes (George Clooney) ist sich dessen bewusst, weshalb er Präsident Roosevelt darum bittet Kunstexperten in die vordersten Reihen der Front zu entsenden, damit diese auf zu schützende Exponate aufmerksam machen können, bevor Gebäude, Skulpturen und Gemälde durch einen Zufall heraus zerstört werden könnten.

Roosevelt ist von diesem Plan alles andere als angetan, freie Männer hat er sowieso nicht weshalb Stokes schließlich eine Hand voller Freunde um sich herum scharrt, mit denen er die Grundausbildung im Eiltempo absolviert. An ihnen soll es nun liegen hinter der feindlichen Front Kunstgegenstände aufzustöbern, doch Herrmann Göring (Udo Kroschwald) und Dr. Stahl (Justus von Dohnanyi) verfolgen den eisernen Plan, alle Kunst nach Deutschland zu transportieren und diese dort notfalls zu vernichten.

monuments-men-4Über die sogenannten Monuments Men hat man bisher nicht unbedingt viel gelesen, denn obwohl unzählige Personen dafür verantwortlich waren das am Ende des Zweiten Weltkrieges tausende wertvoller Kunstgegenstände vor der Zerstörung gerettet werden konnten, hat sich diesen doch bisher kaum jemand im Detail angenommen. Dies versucht nun Regisseur, Produzent und Darsteller George Clooney (Up in the Air) zu ändern, wenn er die (angeblich) wahre Geschichte dieser Truppe verfilmt, dabei jedoch sehr großzügig mit eben dieser Wahrheit umgeht.

Die Gruppe der Monuments Men – die zu Spitzenzeiten weit über 400 Mitglieder hat aufweisen können – wird von Clooney kurzerhand auf eine Hand voller Personen reduziert, die sich zwar an historische Orte begeben, diese jedoch im Schnelldurchlauf abzuhandeln versuchen. Im Hintergrund ist stets die Stimme von George Clooney zu hören, der in Oberlehrer Manier versucht die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges in Worte zu fassen und dies sogar zuweilen auf einem Overheadprojektor veranschaulichen darf. Hier wird fein säuberlich für das amerikanische Publikum dargelegt wo sich der Feind befindet, wie dieser von allen Seiten eingekesselt wird, nur damit man diesem letztendlich den Gar ausmachen kann.

monuments-men-2Natürlich ist die eigentliche Geschichte unter historischen Aspekten recht spannend gehalten, doch was Clooney daraus letzten Endes macht, wirkt zuweilen wie eine Hand voller Schlaftabletten. In unzähligen Episoden wird wild umher gesprungen, man darf ein jedes Mal rund fünf Minuten einer zwei Mann Gruppe verfolgen, bevor es schon wieder an einen ganz anderen Ort des Geschehens geht, wo es gilt Gemälde und Skulpturen zu retten. Letztere werden gleich mehrmals in Großaufnahme präsentiert, wir sehen staunende Gesichter vor unzähligen Gemälden, während im Hintergrund mal wieder die Stimme Clooneys zu hören ist: „Wollen wir wirklich das die Mona Lisa aufhört zu lächeln?“

Sätze wie diese gibt es leider zuhauf, es wird kaum ein Klischee ausgelassen, wobei die Gruppe der Monuments Men wohl am ehesten als Mischung zwischen „Ocean’s Eleven“ und „Indianer Jones“ angesehen werden kann. Leider fehlt es eben dieser Gruppe jedoch an Charisma, an einer ausgearbeiteten Figurenzeichnung und gleichwohl an einem roten Faden im Drehbuch, der die unzähligen Episoden zusammenhält, zwischen denen wild umher gesprungen wird. Leider geht mit diesem Umstand auch das völlige fehlen überzeugender Darsteller einher, denn obwohl wir große Namen wie Matt Damon (Der Soldat James Ryan), Bill Murray (Lost in Translation – Zwischen den Welten) und John Goodman (The Big Lebowski) geboten bekommen, können diese doch zu keiner Zeit auch nur im Ansatz überzeugen. Am schlimmsten hat es bei alledem jedoch Cate Blanchett (Der seltsame Fall des Benjamin Button) getroffen, die im englischen Original mit einem sehr gekünstelten französischen Akzent sprechen darf. Warum man hier keine einheimische Französin genommen hat entschließt sich nicht unbedingt, insbesondere weil diese doch eine Doppelagentin abgeben soll.

George Clooneys „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ ist weit entfernt von einer historischen Aufarbeitung der realen Ereignisse in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, doch auch wenn man dies nicht unbedingt erwartet, so enttäuscht doch vor allem das episodenhafte Drehbuch, das einfach nicht zu überzeugen vermag.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Länge: 118 min

Kategorie: Biography, Drama, War

Start: 22.08.2014

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

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Kategorie: Biography, Drama, War
Start: 22.08.2014

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