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Die Bestimmung – Divergent

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 22. August 2014

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Seit dem Ende der „Twilight“-Reihe versuchen die verschiedensten Filmemacher den nächsten großen Fantasy Roman zu finden und entsprechend zu adaptieren, doch nach Flops wie „Chroniken der Unterwelt“ und „Beautiful Creatures“ ist man durchaus vorsichtig geworden, scheint das Publikum doch zunehmend anspruchsvoller zu werden. Mit „Die Bestimmung – Divergent“ kommt nun der erste Teil der angedachten Trilogie von Romanautorin Veronica Roth zu uns ins Heimkino, welcher zweifelsohne das nötige Potential für etwas ganz großes besitzt, berichtigt man in den kommenden Filmen noch die eine oder andere Ungereimtheit.

Divergent-die-Bestimmung-5Seit dem letzten großen Krieg sind rund 100 Jahre vergangen, eine Zeit in der viele Veränderungen vonstatten gegangen sind. Chicago wurde von einer riesigen Mauer umgeben, die Bewohner sind in fünf Fraktionen aufgeteilt worden, um das Potential eines jeden Menschen bestmöglich zu nutzen. Besagte Fraktionen bestehen aus den gelehrten Ken, den friedfertigen Amite, den ehrlichen Candor, den hilfsbereiten Altruan und den furchtlosen Ferox, welche als Polizei für Recht und Ordnung sorgen. Mit dem 16. Lebensjahr muss sich ein jedes Kind für eine dieser Fraktionen entscheiden, wofür ein extra entwickelter Test zurate gezogen wird, welcher die Stärken analysiert und dem Betroffenen eine Empfehlung an die Hand gibt. Besagtem Test muss sich auch die 16-jährige Beatrice Prior (Shailene Woodley) unterziehen, doch scheint das Ergebnis nicht eindeutig zu sein. Beatrice gehört zu den Unbestimmten (im englischen Original Divergent), eine Art sechste Fraktion, die als Ausgestoßene behandelt werden. Um dies zu verheimlichen wählt Beatrice als zukünftige Fraktion die Ferox, wo sie nicht nur mit einem erbarmungslosen Training konfrontiert werden soll, sondern ebenso mit einem Ausbilder, an dem sie langsam ihr Herz verliert.

Als Veronica Roth den ersten Teil der angedachten Trilogie schrieb war sie gerade erst 23 Jahre alt, mit ihrem Studium fertig und schon befand sich ihr Buch für einige Wochen in den Bestseller Listen, woraufhin schon bald Produzenten an ihre Tür klopften, die ihr Buch unbedingt verfilmen wollten. Besagte Adaption wurde vollzogen bevor sie den dritten Roman beendet hatte, was an dieser Stelle nicht unbedingt weiter schlimm sein soll, was im weiteren Hinblick der Filme jedoch die eine oder andere Frage aufwerfen könnte.

Divergent-die-Bestimmung-4Für die entsprechende Adaption wurde Regisseur Neil Burger (Ohne Limit) verpflichtet, für die entsprechende Umsetzung des Drehbuchs sorgte das Autorenteam rund um Evan Daugherty (Snow White and the Huntsman) und Vanessa Taylor (Wie beim ersten Mal), die sich beide nicht unbedingt an die Romanvorlage halten wollten. Das Ergebnis muss man dahingehend zuweilen auch mit recht gemischten Gefühlen betrachten, denn Aufgrund einer Länge von sage und schreibe 139 Minuten streckt sich insbesondere die Figurenentwicklung über beinahe anderthalb Stunden. In dieser Zeit werden uns die einzelnen Fraktionen im Detail vorgestellt, wir wohnen der Ausbildung von Beatrice (nennt sich in Tris um) bei und der sich im Anschluss anbahnenden Romanze mit ihrem Ausbilder.

Dies alles erinnert sehr stark an „Die Tribute von Panem“, nicht nur hinsichtlich der einzelnen Fraktionen mit ihrem jeweiligen Aufgabengebiet, sondern ebenso im Hinblick auf die im Mittelpunkt stehende Figur, die versucht gegen Normen und Gesellschaftsstrukturen anzukämpfen und sich in gewissem Maße aufzulehnen. Egal ob Autorin Veronica Roth sich nun der einen oder anderen Idee bedient haben möchte, zumindest die Zeit der Ausbildung von Tris weiß zu gefallen, was in erster Linie der Hauptdarstellerin Shailene Woodley (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) geschuldet ist. Mit ihrer naiven Einstellung und dem schmächtigen Körperbau versucht sie sich von ganz unten nach oben vorzuarbeiten, jede Herausforderung auf ganz eigener Art und Weise zu lösen, auch wenn dies zuweilen alles andere als glaubwürdig ist. Diverse Kämpfe von ihr sehen insbesondere gegen Ende hin interessant aus, dass sie sich körperlich überlegenden Gegnern aber tatsächlich erwehren kann, darf doch angezweifelt werden.

Divergent-die-Bestimmung-3So überzeugend „Die Bestimmung – Divergent“ bis hierhin auch ist, so gnadenlos wird die filmische Adaption gegen Ende hin leider wieder zunichte gemacht. Die Geschichte selber ist bereits alles andere als spannend um über zwei Stunden unterhalten zu können, was dann aber gegen Ende hin herbeigezaubert wird, spottet jeder Dramaturgie hinsichtlich eines sauber aufgebauten Konfliktes. Vieles ist einfach nicht logisch zu erklären, warum einzelne Personen sich für bestimmte Handlungen entscheiden wird nie erklärt und auch die Liebe zwischen Tris und Four ist zu keiner Zeit auch nur um Ansatz nachzuvollziehen, vermag zwischen beiden doch einfach kein Funkte überzuspringen.

Zum einen muss man hier dem Drehbuch die Schuld geben, zum anderen aber auch Theo James (Underworld: Awakening), der als Ausbilder mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck auszukommen scheint. Egal ob dieser gut drauf ist, egal ob er sauer ist oder sich gerade in einem tödlichen Gefecht befindet, mehr als grimmig drein schauen vermag auch er nicht zu können. Wesentlich besser vermag es aber auch Kate Winslet (Titanic) nicht zu machen, die gegen Ende hin in gleich mehrfacher Hinsicht eine wesentlich präsentere Rolle einnehmen darf.

Divergent-die-Bestimmung-1Trotz dieser negativen Aspekte muss man „Die Bestimmung – Divergent“ jedoch eines zugute halten, denn in visueller Hinsicht wurde aus einem 85 Mio. Dollar Budget das Maximale herausgeholt. Das zerstörte Chicago sieht einfach umwerfend aus, die weitläufigen Kamerafahrten zur gigantischen Mauer lassen bereits erahnen was in Teil 2 passieren könnte und auch die diversen Traumwelten sind eine durchaus gute Idee, welche ansehnlich umgesetzt wurde.

Der erste Teil der Trilogie lässt sich sehr viel Zeit mit der Einführung der Figuren und dem erklären bestehender gesellschaftlicher Strukturen, sodass die eigentliche Geschichte bei über zwei Stunden Länge leider auf der Strecke bleibt. Es bleibt abzuwarten ob die Fortsetzung aus diesen Fehlern lernt.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

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Die Bestimmung - Divergent

Länge: 139 min

Kategorie: Action, Adventure, Sci-Fi

Start: 28.08.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Die Bestimmung - Divergent

Die Bestimmung – Divergent

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 139 min
Kategorie: Action, Adventure, Sci-Fi
Start: 28.08.2014

Bewertung Film: (6/10)

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