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Hellfjord

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Juli 2014

Hellfjord

Im Bereich der Fernsehunterhaltung gibt es die allgemeingültige Regel, dass gute Fernsehserien genreübergreifend zumeist aus den Vereinigten Staaten kommen, gute Dramen aus Südkorea und sehenswerte Mini-Serien aus Großbritannien. Mit „Hellfjord“ bekommen wir nun den Beweis geliefert das selbst die skandinavischen Länder in diesem Bereich ein wenig mitzureden haben, denn die achtteilige Serie „Hellfjord“ ist das witzigste, was wir seit langem haben sehen dürfen.

HellfjordIn Norwegens Hauptstadt Oslo ist Polizist Salmander (Zahid Ali) bereits seit längerem ein größeres Problem, doch nach seiner neusten Aktion ist er auf seiner derzeitigen Position absolut nicht mehr zu halten. Dieser hat nämlich während einer Parade sein Dienstpferd nicht nur mit seiner Pistole auf skurrile Art und Weise vor aller Augen erschossen, sondern ebenso im nachhinein auch noch mit einer Tuba drauf eingeschlagen sowie mit seinem Wagen überfahren. Um nach diesem Vorfall nicht in schlechter PR zu versinken wird Salmander kurzerhand für drei Monate auf die kleine Insel Hellfjord versetzt, wo sich sogleich auch ein Fall für ihn ergibt, den es zu lösen gilt. Zusammen mit dem schrulligen Ureinwohner Kobba (Stig Frode Henriksen) und der naiven Journalistin Johanne (Ingrid Bolsø Berdal) kommen die drei schon bald einem dunklen Geheimnis auf die Spur, dass im Dorf für einen Toten nach dem anderen sorgen soll…

Die einen oder anderen dürften den norwegischen Regisseur und Drehbuchautor Tommy Wirkola bereits aus dem recht ungewöhnlichen Actionfeuerwerk „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ bzw. dem Horrorfilm „Dead Snow“ kennen, mit der achtteiligen Mini-Serie „Hellfjord“ schrieb er nun ein Meisterwerk, dass in punkto Unterhaltung seines gleichen sucht. Man könnte „Hellfjord“ vom Mystery-Anteil mit der US-Serie „Twin Peaks“ vergleichen, vom schwarzen Humor durchaus mit Edgar Wright seinem „Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis“ aus dem Jahre 2007.

HellfjordEin kleines Fischerdorf hoch oben in Norwegen wo absolut jeder raucht, wo eine einzige Person Zahnarzt, Arzt, Briefträger, Mechaniker und Klempner in einem ist und ganz nebenbei nahezu alle Einwohner in einer ominösen Fischerei arbeiten, was kann da schon schief gehen? Im Grunde eine ganze Menge, denn genauso tollpatschig wie sich Polizist Salmander anstellt, genauso unerfahren geht auch dessen Assistent Kobba zu werke, wenn dieser wieder einmal versucht einen Brand zu löschen, indem er wild mit seiner Pistole darauf einzuschießen beginnt.

Von letzteren Situationen gibt es in „Hellfjord“ reichlich, denn wenn diese achtteilige Serie von jeweils 30 Minuten eines hat, dann sind es skurrile Situationen am Fließband. Es gibt ein geheimnisvolles Meeresungeheuer das die naheliegende Bucht bewohnt, eine strohdumme Assistentin die für Kobba wirklich alles macht und eine noch naivere Reporterin, die zuweilen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann. Was bleibt sind ungemein viele Zufälle die letzten Endes ans Ziel führen, eine Hand voller überzeichneter Figuren und natürlich jede Menge Gewalt, die absolut überspitzt dargestellt wird. Bei selbiger spritzt zuweilen das Blut nicht gerade wenig, denn wenn wie eingangs erwähnt Pferde malträtiert werden oder man irgendwie versucht einen Menschen zu ermorden, spielen Glück und diverse Unfälle stets eine tragende Rolle.

HellfjordNatürlich ist die Geschichte von „Hellfjord“ zum Großteil recht vorhersehbar, die Geheimnisse stellen sich im laufe der Zeit weniger als solche heraus und auch der Bösewicht ist mit all seinen Eigenschaften klar umrissen, sodass diverse Klischees offen ausgespielt werden. Dies alles ist jedoch nicht schlimm, denn darauf hat es Drehbuchautor Tommy Wirkola auch gar nicht abgesehen. Dieser wollte in erster Linie jede Menge schwarzen Humors wie wir ihn aus dem skandinavischen Kino bereits kennen und seien wir einmal ehrlich, nicht weniger bekommen wir auch. Zuweilen mag es für die einen oder anderen Zuschauer etwas flach sein, doch wenn man sich erst einmal auf das Niveau eingelassen hat, wird man weder dazu kommen zwischen den acht Folgen eine Pause einzulegen, noch wird man Zeit haben um mit dem Lachen kurz zu pausieren.

Für all dies sind neben den fein gezeichneten Figuren jedoch vor allem Darsteller von Nöten die diese Personen glaubhaft verkörpern, was den Verantwortlichen im Falle von „Hellfjord“ auf ganzer Linie gelungen ist. Mit Zahid Ali (Buddy) haben wir jenen Darsteller der den tollpatschigen Polizisten nahezu perfekt verkörpert, der es im Grunde nur wegen der Ausländerquote zum Staatsdienst geschafft hat, während Ingrid Bolsø Berdal (Chernobyl Diaries) die naive und strohdumme Reporterin mimen darf. Die mit weitem Abstand beste Rolle wurde jedoch Nebendarsteller Stig Frode Henriksen (Essential Killing) zuteil, der mit Vollbart und ranzigen Klamotten nicht nur einen besseren Obdachlosen verkörpert, sondern mit seinen unmöglichen Sprüchen auch noch für den Großteil aller witzigen Szenen verantwortlich ist. Überraschend ist bei alledem die wirklich gelungene deutsche Synchronisation, bei der nicht nur die Komik gut herüber kommt, sondern ebenso die Persönlichkeit der unterschiedlichsten Figuren.

Die skandinavische Mini-Serie „Hellfjord“ überrascht mit seinen witzigen Charakteren und mit seinem rabenschwarzen Humor, der zuweilen bis an die Grenzen des zumutbaren geht. Bitte mehr von dieser Art Unterhaltung!

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Polyband

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Hellfjord

Länge: 210 min

Kategorie: Comedy, Drama

Start: 25.07.2014

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 210 min
Kategorie: Comedy, Drama
Start: 25.07.2014

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