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Dallas Buyers Club

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Juli 2014

Dallas Buyers Club

Seitdem die Krise rund um das AIDS Virus in der Mitte der 90er Jahre halbwegs unter Kontrolle gebracht wurde, ist es darüber in den Medien relativ ruhig geworden. Was die wenigsten wissen ist wie es dazu kam, welcher Mann hauptsächlich daran beteiligt war das alternative Medikamente zugelassen wurden und welch steiniger Weg bis dorthin zu beschreiten war, um die großen Konzerne und vor allem die Lobby zu überzeugen, die auf den Staat einwirkten.

Dallas Buyers ClubDallas im Jahre 1985: Der Cowboy Ron Woodroof (Matthew McConaughey) lebt ein Leben am Limit, denn die Mischung aus Rodeo, Alkohol, Koks und Frauen bestimmt sein Leben. Als Ron eines Tages nach einer Schlägerei ins Krankenhaus eingeliefert wird, verändert sich sein Leben nach einer Routineuntersuchung nachhaltig. Ron wird HIV positiv getestet, die Ärzte geben ihm bestenfalls noch 30 Tage zu leben. Wie kann es sein das ein Cowboy wie er sich mit einer Krankheit infiziert, die sonst nur homosexuelle bekommen? Er beginnt sich umfassend über die Krankheit zu informieren, besorgt sich illegal das noch in der Testphase befindende Medikament AZT, woraufhin er allerdings schon wenig später erneut im Krankenhaus landet.

Ist AZT wirklich die Lösung, zerstört es doch den Virus und seinen Körper dazu? Ron begibt sich nach Mexico zu Dr. Vass (Griffin Dunne) der seine Zulassung verlor, wo er einen Medikamentencocktail verabreicht bekommt, der in den USA noch nicht zugelassen ist. Um sich selbst zu helfen und nebenbei ein einträgliches Geschäft aufzuziehen beschließt Ron die Medikamente im großen Stil zu schmuggeln, doch wie bringt man diese am besten an den Mann? Die Rettung soll ausgerechnet der homosexuelle Rayon (Jared Leto) versprechen, der als Mittelsmann auftritt und die ersten Kontakte knüpft. Zusammen gründen sie den “Dallay Buyers Club”, wo man seine Medikamente nicht etwa kauft, sondern vielmehr eine Art Mitgliedschaft erwirbt. Für 400 Dollar im Monat bekommt man alles was man benötigt, doch der Drogenbehörde sind Ron seine Geschäfte bereits längst aufgefallen.

Dallas Buyers ClubManchmal dauert es eben länger bestimmte Geschichten zu verfilmen, im Falle von Jean-Marc Vallées (C.R.A.Z.Y. – Verrücktes Leben) „Dallay Buyers Club“ kann man dies sogar wörtlich nehmen. Bereits im Jahre 1992 interviewte Drehbuchautor Craig Borten (The 33) den im sterben liegenden Ron Woodroof, um kurz danach die beeindruckende Geschichte dem befreundeten Produzentin Robbie Brenner schmackhaft zu machen. Das Interesse verlor sich jedoch schon bald wieder, Borton überarbeitete das komplette Drehbuch noch einmal zusammen mit Autorin Melisa Wallack (Emily the Strange), wodurch die Geschichte nicht nur wesentlich gestrafft, sondern vor allem der Fokus auf die Figur des Ron und seinen Kampf um die freie Medikamentenwahl gelegt wurde. Es zogen weitere zwölf Jahre ins Land, bis nun nach rund zwei Jahrzehnten endlich jene Geschichte erzählt werden kann, die nicht nur das Kinopublikum, sondern gleichwohl die Jury der Oscars auf ganzer Linie beeindruckte.

Im Grunde ist es von der Dramaturgie her ein recht berechenbarer Verlauf, wenn uns mit Ron Woodroof die Figur eines waschechten Texaners präsentiert wird, der offen gegen homosexuelle Menschen ist und diese auf übelster Art und Weise beleidigt. Durch einen harten Schicksalsschlag wird er genau mit jener Krankheit namens AIDS konfrontiert die hauptsächlich in dieser Szene heimisch ist, wodurch sich schon bald seine Ansichten diesen gegenüber ändern. Was nun folgt sind rund zwei Stunden in denen Ron ums Überleben kämpft, auf die Suche nach alternativen Medikamenten geht und dieses Wissen gleichwohl dazu nutzt, um zum einen Profit zu machen, zum anderen aber auch an AIDS erkrankte Menschen zu helfen.

Dallas Buyers ClubDiese Hilfe hört sich auf den ersten Blick recht unspektakulär an, in der Umsetzung überzeugt diese jedoch auf ganzer Linie, was in erster Linie Hauptdarsteller Matthew McConaughey (Magic Mike) und Nebendarsteller Jared Leto (Fight Club) geschuldet ist. Beide steigerten sich in ihre Rolle ungemein hinein, nahmen rund 30 Kg ab, wodurch insbesondere Leto zu einem Skelett aus Haut und Knochen mutierte, das zwischenzeitlich nur noch 55 Kilo gewogen hat. Es ist aber nicht nur die beeindruckende Darbietung dieser beiden Schauspieler die jeweils einen Oscar dafür in Empfang nehmen durften, sondern gleichwohl der authentische Umgang wie mit dieser Krankheit damals umgegangen wurde. Man sieht die Menschen und vor allem die Ärzte mit Mundschutz, Berührungen werden weitestgehend vermieden, während anderslautende Meinungen neben jenen der Gesundheitsbehörde gänzlich unterdrückt werden.

Einen etwas undankbaren Job hat bei alledem ein wenig Jennifer Garner (Juno), die zwar als mitfühlende Ärztin dargestellt wird, dabei jedoch recht blass bleibt. In nur ganz wenigen Szenen kommt sie aus sich heraus, wenn sie beispielsweise wutentbrannt mit dem Hammer auf die Wand einschlägt, nur um wenige Minuten später wieder im Hintergrund zu verschwinden.

Das AIDS-Drama „Dallas Buyers Club“ lebt vor allem durch das intensive Spiel von Matthew McConaughey und Jared Leto, die beide das sehr ernste Thema mit der nötigen Intensität und gleichwohl einer Prise Humor herüberbringen. Kein zweites „Philadelphia“, aber ein Film den man auf jeden Fall gesehen haben sollte.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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Dallas Buyers Club

Länge: 117 min

Kategorie: Biography, Drama

Start: 22.07.2014

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Dallas Buyers Club

Dallas Buyers Club

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 117 min
Kategorie: Biography, Drama
Start: 22.07.2014

Bewertung Film: (8/10)

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