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The Signal

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 9. Juni 2014

The Signal

Es muss nicht immer ein großes Budget sein um einen ansprechenden Science-Fiction-Film zu realisieren, dass bewiesen nicht nur Neill Blomkamp (District 9) und Duncan Jones (Moon), sondern ebenso Werbefilmer William Eubank, der sein Erstlingswerk „Love“ vor rund drei Jahren kurzerhand in seinem Garten realisierte. Mit „The Signal“ kommt nun der langerwartete Nachfolger auf die große Leinwand, welcher erneut ein ungemein kleines Budget besitzt und dennoch auf ganzer Linie zu überzeugen vermag.

Die beiden Collegestudenten Nic (Brenton Thwaites) und Jonah (Beau Knapp) sind zusammen mit Nics Freundin Hailey (Olivia Cooke) unterwegs durch den Südwesten der USA, wo sie eines Abends in einem Motel vom mysteriösen Hacker namens Nomad kontaktiert werden. Dieser war für den Einbruch in die Infrastruktur des MIT verantwortlich, doch anstatt sich damit zu brüsten, schob er den Hack kurzerhand Nic und Jonah in die Schuhe. Um sich an diesem nun zu rächen wird anhand seiner IP Adresse dessen Wohnort ermittelt, welcher nicht nur in unmittelbarer Nähe zu liegen scheint, sondern sich durchaus auch dafür anbietet diesem einmal ordentlich die Leviten zu lesen. Als sie schließlich sein Haus irgendwo in der Ödnis erreichen, beginnen Nic und Jonah dieses zu durchsuchen, doch plötzlich dringen Schreie von Hailey ins innere des Gebäudes. Als beide das Auto erreichen ist von Nics Freundin nichts mehr zu sehen, woraufhin beide unter mysteriösen Umständen das Bewusstsein verlieren und nur wenig später in einem geheimen Forschungskomplex erneut zu sich kommen, wo sie sich den Fragen eines unbekannten Mannes (Laurence Fishburne) ausgeliefert sehen…

The SignalAls Regisseur und Drehbuchautor William Eubank vor rund drei Jahren in seinem Garten ein Raumschiff baute und damit sein Science-Fiction-Film „Love“ drehte, waren Kritiker wie auch Zuschauer mehr als nur beeindruckt. Der logische nächste Schritt wäre eigentlich ein hochbudgetierter Titel gewesen, doch Eubank widmet sich erneut einer kleineren Produktion, um das Genre zu revolutionieren. Was aus diesen rund 2 Mio. US Dollar entstanden ist kann sich letzten Endes mehr als nur sehen lassen, denn obwohl es „The Signal“ voraussichtlich in nur wenige ausgewählte Kinos schaffen wird, kann er dennoch auf ganzer Linie empfohlen werden.

Ähnlich wie auch schon in Eubanks Debütfilm „Love“ widmet sich dieser in den ersten 20 Minuten rein der Figurenzeichnung, wenn er Nic als gehbehinderten überaus intelligenten jungen Mann darstellt, der einem kleinen Jungen auf einem Automaten jenen Weg zeichnet, den dieser mit einem Greifarm zurücklegen muss, um an ein Plüschtier zu kommen. Mit dem erreichen des verwahrlosten Hauses gehen in „The Signal“ gleich mehrere Wendungen einher, denn nicht nur das sich plötzlich ein vermeintliches Drama in einen Science-Fiction-Film verwandelt, es wird auch für wenige Minuten in den Found-Footage Stil gewechselt, um das Erkunden des Hauses möglichst authentisch erscheinen zu lassen.

The SignalSobald nun die Geschichte selber in die Forschungsstation verlegt wird, entsteht eine Art Puzzle das auf den verschiedensten Ebenen mit mehreren Fragmenten langsam zu einem großen Ganzen zusammengesetzt wird. So erfahren wir zum einen mehr über die Vergangenheit von Nic, zum anderen erhält der Zuschauer durch die unzähligen Verhöre mit dem unbekannten Forscher auch weitere Einblicke ins aktuelle Geschehen. Für die einen oder anderen mag insbesondere der Mittelteil womöglich als sich wiederholende Abfolge immer gleicher Szenen erscheinen, für jene die ihnen mehr Aufmerksamkeit widmen, werden sich daraus jede Menge Details und Erkenntnisse ergeben, welche die Geschichte wertvoll erweitern.

Aufgrund des Budgets von rund 2 Mio. Dollar ist natürlich auch „The Signal“ einigen Beschränkungen unterlegen, die man so jedoch nur minimal zur Kenntnis nimmt. Der kostengünstige überaus steril wirkende Forschungskomplex fügt sich nahtlos und völlig plausibel in die Geschichte ein, der spätere Verlauf vom Ausbruch über eine finale Wendung hin wurde punktuell wirklich mit ansehnlichem CGI umgesetzt, während einige Story-Abschnitte gar an einen hochbudgetierten Titel aus Hollywood erinnern. Dies alles ist mit einem wunderbaren und sehr passenden Soundtrack von Komponist Nima Fakhrara (Machtlos) unterlegt, der wunderbar das Mystery und das Science-Fiction-Genre zu verbinden versteht.

The SignalVon Seiten der Darsteller her muss man insbesondere Laurence Fishburne (Matrix) hervorheben, der mit seinem sehr zurückgezogenen Spiel eines der Highlights von „The Signal“ darstellt. Im Grunde sieht man diesen die ganze Zeit nur in einem Schutzanzug in den verschiedensten Szenen, in welchem er mit stoischer Ruhe seine Dialoge darbietet und gleichzeitig einzig und allein mit seiner Mimik zu überzeugen versteht. Ihm gegenüber steht mit Brenton Thwaites (Maleficent – Die dunkle Fee) jener junge Mann der momentan eines der aufstrebenden Talente Hollywoods ist, was sich neben dem überzeugenden Spiel vor allem in der Darbietung seiner Figur und der einhergehenden Veränderung von dieser wiederspiegelt.

William Eubanks „The Signal“ ist ein absolut sehenswerter Science-Fiction-Film für Arthouse Fans, der es verdient beachtet zu werden. Eine wunderbare Geschichte mit zahlreichen Wendungen, zwei Darsteller die den Film tragen und dazu ein stimmiger Soundtrack. Kaum zu glauben das dies mit nur 2 Mio. Dollar möglich gewesen ist.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Capelight Pictures

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The Signal

Länge: 95 min

Kategorie: Sci-Fi, Thriller

Start: 10.07.2014

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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The Signal

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 95 min
Kategorie: Sci-Fi, Thriller
Start: 10.07.2014

Bewertung Film: (8/10)

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