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Homefront

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 17. Juni 2014

Homefront

Seit einigen Jahren melden sich ehemalige Actionstars kontinuierlich auf der großen Leinwand zurück, wodurch nicht nur Actionfilme mit dem älteren Semester entstehen, sondern gleichwohl durchaus interessante Arbeiten, in denen sie noch einmal als Team agieren. In Gary Fleders neustem Film namens „Homefront“ schreibt Sylvester Stallone nun für seinen Kumpel Jason Statham kurzerhand das Drehbuch, welches zwar nicht sonderlich originell daher kommt, dennoch aber dessen Qualitäten in Szene zu setzen versteht.

Seitdem der ehemalige FBI-Agent Phil Broker (Jason Statham) den Drogenring einer Motoradgang hat auffliegen lassen und deren Anführer hinter Schloss und Riegel sitzt, ist es ruhig um diesen geworden, denn weit ab vom Trubel der Großstadt versucht Phil zusammen mit seiner neunjährigen Tochter Maddy (Izabela Vidovic) ein neues Leben zu beginnen. Leider gestaltet sich dies schwerer als anfangs gedacht, denn ausgerechnet Maddy verprügelt bereits am ersten Schultag einen gleichaltrigen Raufbold so dermaßen, dass dessen Mutter (Winona Ryder) wie eine Furie erst ihren Ehemann dazu anstachelt Rache zu üben, später auch noch ihren Bruder Gator Bodine (James Franco). Nicht unbedingt angetan vom Wunsch seiner Schwester beginnt dieser eines Tages das Haus von Phil zu durchsuchen, wo er nicht nur auf dessen ehemalige Vergangenheit als Agent stößt, sondern ebenso auf jenen Konflikt mit der Motoradgang, die mit Phil noch immer etwas zu klären hat. Kurzerhand beschließt dieser besagte Gang zu informieren, doch wenn Phil seine Tochter erst einmal in Gefahr sieht, kennt dieser kein Halten mehr…

HomefrontSylvester Stallone (The Expendables) schreibt für seinen Kumpel Jason Statham (Transporter) ein Drehbuch, basierend auf dem Roman von Autor Chuck Logan? Wer sich nun ungläubig die Augen reibt der sollte ein wenig in die Vita von Stallone schauen, denn sieht man einmal von diversen eher schlechteren Werken ab, bekam dieser für sein Drehbuch zu „Rocky“ aus dem Jahre 1976 sogar eine Oscar-Nominierung. Im Falle von Gary Fleders „Homefront“ gestaltet sich selbige Adaption eher nüchtern, denn sieht man einmal von der beinharten Action im Stile der 80er Jahre ab, versteht dieser es lediglich die Stärken von Statham gezielt zu nutzen.

Ein Mann dessen Frau verstorben ist, der seinen Beruf weit hinter sich lässt und sich stattdessen um seine Tochter zu kümmern versucht, hatten wir genau diese Konstellation nicht bereits in einigen älteren Werken von Regisseur Gary Fleder? In jedem dieser Filme ging es zumeist um die Gebrechlichkeit der im Mittelpunkt stehenden Person, um eine Form der Vergangenheitsbewältigung, wodurch wiederrum die unterschiedlichsten Ereignisse in Gang gesetzt werden. Obwohl „Homefront“ all dies dem Zuschauer im späteren Verlauf versucht darzubieten, überrascht doch insbesondere der Anfang des Filmes, der etwas völlig anderes verspricht als der Zuschauer letzten Endes erhält. Wir sehen eine Rockergang die mit Drogen dealt, mehrere Schusswechsel und muskulöse ungepflegte Männer, die auf ihren Maschinen etwas Animalisches darstellen.

HomefrontSobald diese Einleitung jedoch vorüber ist, werden wesentlich ruhigere Töne angeschlagen. Es geht vielmehr um die kleine Tochter die sich in der neuen Stadt einen ersten Feind gemacht hat, um einen Vater der alles unternehmen würde um sich in dieser Stadt ein neues zuhause aufzubauen, gleichzeitig aber auch versucht sich nichts gefallen zu lassen und seine Familie zu schützen. Besagter Schutz erinnert am ehesten an die bekannten Actionfilme aus den 80er Jahren, denn anstatt mit schnelle Schnitten und diversen Schusswechseln mit großkalibrigen Waffen überzeugen zu wollen, versucht man sich hier stattdessen auf das wesentliche zu konzentrieren. Harte Faustschläge unter denen Gegner in sekundenschnelle zu Boden gehen, gezielte Kopfschüsse durch die man eine feindliche Übermacht dezimiert, während das Blut auf den Körpern stets präsent bleibt.

Dies alles ist wirklich ansehnlich, die Auseinandersetzungen sind gut choreografiert und auch Hauptdarsteller Jason Statham schafft es erneut seine inzwischen doch recht bekannte Rolle glaubhaft darzulegen. Neben ihm kann aber auch James Franco (Spring Breakers) als gnadenloser Drogendealer unterhalten, während die ungewöhnlichste Rolle natürlich bei Winona Ryder verbleibt, die als hysterisches Etwas stellenweise wirklich brilliert. Bei alledem bleibt jedoch über einen Großteil des Films hinweg das Drehbuch selber auf der Strecke, denn neben der einen oder anderen inkonsequenten Figurenzeichnung, muss man Drehbuchautor Sylvester Stallone vor allem die einfallslose Dramaturgie vorwerfen, deren Verlauf man spätestens nach den ersten zehn Minuten komplett erahnen kann.

HomefrontWer sich an besagtem Drehbuch nicht stört und „Homefront“ seinerzeit leider auf der großen Leinwand verpasst hat, der bekommt nun die zweite Chance, denn Universum Film bringt diesen ab dem 20. Juni 2014 auf Blu-ray und DVD direkt in euer Wohnzimmer. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, wo es einiges interessantes zu entdecken galt. Neben dem Trailer zum Film gibt es ein zweiminütiges Special zur Person des Gator, rund drei Minuten zu Standoff sowie rund neun Minuten an unveröffentlichten Szenen, die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben.

Gary Fleders „Homefront“ ist beinhartes Actionkino der 80er Jahre, welches weniger versucht mit kessen Sprüchen zu unterhalten, als vielmehr mit dem Duell Statham vs. Franco. Leider bleibt bei alledem das Drehbuch stellenweise doch sehr auf der Strecke, weswegen man hinsichtlich der Dramaturgie lieber nicht zu viel erwarten sollte.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum Film

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Homefront

Länge: 100 min

Kategorie: Action, Drama

Start: 20.06.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Action, Drama
Start: 20.06.2014

Bewertung Film: (6,5/10)

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