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Disconnect

Geschrieben von Melanie Ulbrich am 1. Juni 2014

Disconnect
Nach dem Dokumentarfilm „Murderball“ versucht sich Regisseur Henry-Alex Rubin nun an einem Drama in Spielfilmlänge.  „Disconnect“ überzeugt mit einem hochkarätigen Cast und einer verstrickten Storyline.

In „Disconnect“ verfolgt der Zuschauer mehrere Handlungsstricke und Figuren: Da ist der schüchterne Junge Ben, Außenseiter an der Schule, der von seinen Mitschülern Jason und Kyle durch ein gefälschtes Online-Profil hintergangen wird. Sein Vater, der als Anwalt kaum Zeit für Ehefrau, Tochter und Sohn findet, wird vielleicht zu spät von den Ereignissen wachgerüttelt. Auf der anderen Seite steht der mobbende Schüler Jason, Sohn eines verwitweten Ex-Cops, der sich der Konsequenzen seines Cybermobbings nicht bewusst ist.

DisconnectAußerdem gibt es das entfremdete Paar Cindy und Derek Hull, welche beide das Internet auf ihre Weise nutzen, um der leblosen Ehe und einem tragischen Erlebnis zu entfliehen. Während Cindy sich in Chats zur Selbsthilfe aufhält, nutzt Derek das Internet für Glücksspiele. Als dritten Handlungsstrang gibt es die ehrgeizige Journalistin Nina. Sie findet in einem Teenager, der sich auf Sex-Seiten präsentiert, die Story, die ihr zum Durchbruch verhelfen soll. Als sich das FBI einschaltet, gerät die Situation außer Kontrolle.

Sie sind Fremde, Nachbarn und Kollegen, Mitschüler…  „Disconnect“ weiß die Figuren geschickt und zu keinem Zeitpunkt künstlich aufeinanderprallen zu lassen.  Dabei haben nahezu alle Figuren eines gemeinsam: Sie sehnen sich nach menschlichen Verbindungen und müssen oft erst den Umweg über das Internet gehen, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Es handelt sich hierbei um ein Drama, das zwischenzeitlich sogar in die düstere Thriller-Sparte rutscht, dabei aber nie den roten Faden verliert. Dabei kann man den Film als Sensibilisierungs-Versuch für die Themen World Wide Web, persönliche Daten und Surfgewohnheiten sehen. Es wird aufgezeigt, wie das Internet durch Naivität, Unerfahrenheit oder Unwissenheit zu einem Werkzeug werden kann – nicht immer ungefährlich. Das Drama verurteilt die Taten seiner Figuren niemals. Regisseur Rubin zeigt lediglich wertfrei auf, was passieren kann.

DisconnectSo ist es erstaunlich, wie viele Themen „Disconnect“ anspricht, ohne dabei zu bewerten. Während sich die Spannung vor allem im letzten Drittel stärker aufbaut, hat Rubin bereits die Themen Journalismus, verantwortungsvoller Umgang mit anonymen Quellen, Datenschutz online und sogar arbeitslose Kriegsveteranen angesprochen. Dass die Handlungsstränge dennoch glaubwürdig bleiben und niemals abgehoben wirken, ist nicht nur einem soliden Drehbuch zu verdanken, sondern auch den Darstellern. Mit Jason Bateman („Kill the Boss“, „Juno“), Paula Patton („Mission Impossible – Phantom Protokoll“, „Precious“) und Alexander Skarsgård („True Blood“, „Melancholia“) hat Rubin einen anspruchsvollen Cast zusammengestellt, der den hohen Ansprüchen gerecht wird. Zu den namenhaften Schauspielern gesellt sich zudem ein herausstechender Soundtrack. Jeder einzelne Song passt perfekt und schmiegt sich in die Szenerie als würde er nur dafür existieren.

Die Blu-ray ist mit deutschem und englischem Ton in DTS-HD 5.1  ausgestattet. Als Untertitel gibt es leider nur Deutsch zur Auswahl. Auch das Bonusmaterial ist eher spärlich: Neben dem Trailer gibt es lediglich Interviews mit den Darstellern. Hier wären weitere Eindrücke wünschenswert gewesen.

Ein sehenswertes Drama stellt „Disconnect“ allemal dar – Schauspieler, Drehbuch und Kamera überzeugen und berühren. So kann einem unterhaltsamen Videoabend nichts mehr im Wege stehen.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Weltkino

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Länge: 115 Min

Kategorie: Drama

Start: 05.06.2014

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Geschrieben von Melanie Ulbrich

Länge: 115 Min
Kategorie: Drama
Start: 05.06.2014

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