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Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 12. Juni 2014

Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden

Die Galapagosinseln gehören mit ihrer Vielzahl an kleineren Inseln nicht nur seit dem Jahre 1978 zum UNESCO Weltnaturerbe, sondern ebenso zu den beliebtesten Reisezielen von Naturliebhabern, die sich dort einer strengen Reglementierung ausgesetzt sehen. Wie aber kam es überhaupt zur Besiedlung dieser Vulkaninseln, wer ließ sich dort als erster nieder und wie kann man sich ein Leben in dieser Abgeschiedenheit fort von jedweder Zivilisation überhaupt vorstellen?

Diese Frage stellten sich auch die Regisseure Daniel Geller (Ballets Russes) und Dayna Goldfine (Kids of Survival) als sie sich die mysteriösen Vorfälle angeschaut haben, die in den 30er Jahren auf der unerschlossenen Insel namens Floreana vorgefallen sind. Beide stießen auf zahlreiches Archivmaterial bestehend aus Fotos, Zeitungsartikeln und kleineren Filmen, woraufhin sich mit einzelnen Interviews heutiger Nachfahren schon bald ein großes Ganzes ergab, dass beide als eine Art dokumentarische Aufarbeitung im zweistündigen „Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden“ wiederzugeben versuchen.

Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach EdenDie Geschichte beginnt im Jahre 1929 wenn der deutsche Arzt Friedrich Ritter (gesprochen von Thomas Kretschmann) und dessen Frau Dora Strauch (Cate Blanchett) dem Großstadtleben und dem Kommerz den Rücken kehren, um auf den bis dato beinahe unbekannten Galapagosinseln noch einmal von vorn zu beginnen. Für diesen Neuanfang suchen sich beide jedoch nicht eine der Hauptinseln heraus, sondern die nahezu unerschlossene abseits gelegene Insel Floreana, auf der sie zum damaligen Zeitpunkt in völliger Isolation lebten. Dies änderte sich jedoch schon bald als sich die Familie Wittmer (Sebastian Koch / Diane Kruger) und schließlich gar eine Baronin (Connie Nielsen) niederlassen und das ruhige Inselleben stören, woraufhin die Stimmung auf Floreana zunehmend angespannter wird. Als dann auch noch die Baronin plötzlich verschwindet, will niemand der Beteiligten an eine überstürzte Abreise glauben.

Eine abgelegene Insel, eine verschwundene Baronin und das jegliche Fehlen eines Rechtsstaates, könnte die Ausgangsbasis einer dokumentarischen Aufarbeitung von bis heute nicht völlig aufgeklärten Geschehnissen besser sein? Anhand von zahlreichem Archivmaterial versuchen die Regisseure Daniel Geller und Dayna Goldfine den Geschehnissen in den 30er Jahren auf den Grund zu gehen, wenn sie zahlreiche Fotos sichten, recht gut erhaltenes Videomaterial darlegen und aus den persönlichen Briefen und Tagebüchern der Beteiligten vorlesen lassen. Der besondere Kniff ist bei alledem die Entzerrung eines statischen Blickwinkels, denn dadurch dass wir aus gleich mehreren Perspektiven die jeweilige Gemütslage erfahren, entsteht beinahe so etwas wie ein kleiner Thriller, den es aufzulösen gilt.

Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach EdenDer zweite recht geschickte Schachzug liegt darin begründet das besagte Briefe und Tagebucheinträge von gestandenen Hollywood Darstellern vorgelesen werden, was sich insbesondere im Falle von Cate Blanchett als absoluter Glücksgriff erweist, schafft sie es doch den deutschen Akzent von Dora Strauch glaubhaft wiederzugeben. Den Regisseuren ist aber nicht nur daran gelegen diese mysteriösen Vorfälle aufzuklären, sondern insbesondere ein Blick auf diese ungewöhnliche Gemeinschaft zu geben, die in den 30er Jahren gern mit Robinson Crusoe in den Medien gleichgesetzt wurde. Leider bleibt es jedoch auch beim reinen bemühen dies alles für den Zuschauer ansehnlich aufzubereiten, denn mit seinen rund zwei Stunden ist „Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden“ nicht nur um einiges zu lang geraten, sondern vor allem viel zu überfrachtet.

Unzählige Themen werden angesprochen, die Filmaufnahmen zusammen mit der Baronin sind aus heutigen Gesichtspunkten absolut trocken und Öde, woraufhin sich schon bald ein gewisses Sättigungsverhalten einstellt und der Zuschauer einfach nicht bereit ist noch mehr Informationen aufzunehmen. Das dies abschließend noch versucht wird mit Interviews der Nachfahren noch einmal Revue passieren und sich ihre Sicht der Dinge darlegen zu lassen klingt durchaus ambitioniert, was sich im Großen Ganzen jedoch auch einfach nicht harmonisch einzureihen versteht. Zum Teil erzählen diese Nachfahren nur das weiter was ihnen wohl von ihren eigenen Eltern überliefert wurde, zum anderen fehlt zum Teil deutlich der Abstand zum Geschehen, um einen urteilsfreien Blick nach hinten werfen zu können.

Die dokumentarische Aufarbeitung der Geschehnisse auf der Insel Floreana ist im Ansatz durchaus interessant und vor allem sehr ambitioniert, doch fühlt man sich als Zuschauer von der Vielfalt an Informationen nach über zwei Stunden schlicht erschlagen. Hier wäre eine deutliche Straffung der Thematik nötig gewesen, um dies auch dem gewöhnlichen Zuschauer schmackhaft zu machen.

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Copyright: Zeitgeist Films

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Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden

Länge: 120 min

Kategorie: Documentary

Start: 02.06.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden

Die Galapagos-Affäre – Satan kam nach Eden

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 120 min
Kategorie: Documentary
Start: 02.06.2014

Bewertung Film: (6/10)

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