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Edge of Tomorrow

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 23. Mai 2014

Edge of Tomorrow

Der Begriff der Zeitschleife wird in der Physik zumeist so erklärt, dass ein geradlinig verlaufender Zeitstrahl so gebogen wird, sodass dieser entweder die Vergangenheit oder aber die Zukunft kreuzt. Natürlich lassen sich dadurch allerhand Ideen ableiten die wir in der Science-Fiction Literatur bereits zur Genüge kennen, doch versucht man dies einmal im selben Maßstab auf den Spielfilm zu transportieren, so bleibt die Auswahl zumeist recht übersichtlich. Mit „Edge of Tomorrow“ versucht dies nun Regisseur Doug Liman zu ändern, denn dieser berichtet von einem Mann der wieder und wieder sterben muss, um die Zukunft der Menschheit doch noch zu garantieren.

Irgendwann in naher Zukunft wird die Erde von außerirdischen Invasoren angegriffen und die Menschheit zumindest in Europa geschlagen, woraufhin sich die verschiedensten Länder vereinen und der überlegenden Streitmacht gegenübertreten. Um diese höher entwickelten Aliens zu schlagen bedienen sich die Menschen einer neuen Entwicklung, denn mit einem mechanischen Kampfanzug konnten bereits in einem kleinen Test erste Erfolge erzielt werden. Besagte Erfolge weiß der Werbefachmann Bill Cage (Tom Cruise) auch ganz genau zu nutzen, denn während dieser von einer Talkshow zur anderen zieht, kann er doch mit seiner ganz besonderen Art die Zuschauer für sich und die Armee gewinnen.

Edge of TomorrowAls sich Cage eines Tages jedoch mit einem höhergestellten General anlegt wird dieser kurzerhand direkt nach Großbritannien an die Front verlegt und degradiert, von wo aus er mit allerhand anderer Freiwilligen in einer Großoffensive den übermächtigen Feind ein für allemal schlagen soll. Leider verläuft der Einmarsch in die Normandie alles andere als geplant, denn die Aliens lauern den Menschen bereits auf, woraufhin Cage das Leben lassen muss. Kurz darauf erwacht er erneut und muss den letzten Tag wieder und wieder erleben, bis er auf die Taffe Kriegsheldin Rita Vrataski (Emily Blunt) trifft, die zumindest einige Antworten für ihn parat zu haben scheint…

Basierend auf dem Roman „All You Need Is Kill“ des Japaners Hiroshi Sakurazaka versuchte bereits vor vier Jahren Autor Dante Harper (About Face) diesen als Drehbuch zu adaptieren und anschließend direkt weiter zu veräußern. Studioriese Warner Bros. kaufte das Skript und schaute es sich genauer an, ließ es noch einmal von Drehbuchautor Joby Harold (Awake) komplett überarbeiten, woraufhin es an die beiden Brüder Jez und John-Henry Butterworth (Fair Game) weitergereicht wurde. So chaotisch dies im ersten Moment auch klingen mag, mit der letzten Station machten die verantwortlichen Produzenten alles richtig, denn in den Händen von Regisseur Doug Liman (Die Bourne Identität) bekam „Edge of Tomorrow“ den nötigen Feinschliff, um als Actionfilm beinahe zwei Stunden hervorragend unterhalten zu können.

Edge of TomorrowBereits die Einleitung verspricht ungemein viel Potential, wenn wir in kurzen Rückblicken anhand von diversen Nachrichtensprechern eine erste Einführung bekommen und hautnah miterleben können, wie die Erde erobert wurde, ohne einen Blick auf die eigentlichen Aliens erhaschen zu dürfen. Sofort geht es weiter zu einem kleinen Disput mit einem hochgestellten Militärangehörigen, bevor sich unsere im Mittelpunkt stehende Figur auch schon auf dem Schlachtfeld stehen sieht. Plötzlich rauschen von links und rechts die Projektile heran, Helikopter werden der Reihe nach vom Himmel geschossen, während duzende Soldaten in diesem Chaos um Leben kommen.

In guter alter „… und täglich grüßt das Murmeltier“ Manier wird nun jedoch das Geschehen wieder auf Null gesetzt, man erlebt wieder und wieder den erfolglos verlaufenden Angriff, bis Cage plötzlich mit einer ersten Wendung konfrontiert wird, denn ihm wird gesagt, dass er sich nach dem nächsten Tod nach einer ganz bestimmten Person umsehen soll. Nun bricht der eigentliche Handlungsfaden, durch geschickte Wendungen werden weitere Figuren eingeführt, bis alles natürlich auf eine „alles oder nichts“ Schlacht hinauslaufen soll. Bis es aber soweit ist freundet sich der Zuschauer mit zwei völlig gegensätzlichen im Mittelpunkt stehenden Figuren an, denn während Tom Cruise (Oblivion) als Cage diesmal eher den Feigling mimt der alles nur nicht kämpfen kann, steht ihm mit Rita Vrataski jene Person zur Seite, die ihn fortan trainieren muss.

Edge of TomorrowAus dieser Konstellation ergibt sich ebenso ein zweiter wirklich netter Schachzug, denn während Cage sich an alles erinnert und sich fortlaufend im taktischen wie auch militärischen Bereich steigert, fängt Rita jeden Tag bei Null an. Dadurch ergibt sich langsam aber sicher eine einseitige Beziehung, Cage lernt Rita immer besser kennen und schätzen, bis diese sich irgendwann der Frage ausgesetzt sieht, wie viel Zeitschleifen dieser inzwischen schon durchlebt haben muss. Von der Action her ist „Edge of Tomorrow“ absolut solide, dass Budget von rund 175 Mio. Dollar wurde gnadenlos ausgenutzt, wodurch nicht nur ansehnliche Schlachten entstehen, sondern ebenso wirklich nett ansehende Aliens, die mit ihren unzähligen Tentakeln durchaus der „Matrix“-Trilogie entstammen könnten.

Leider bleibt bei alledem das entsprechende 3D erneut komplett auf der Strecke, denn sieht man einmal von gelegentlichen umherfliegenden Projektilen ab, weiß Doug Liman diese Technik einfach nicht zu nutzen. Stattdessen baut er auf viele sehr schnelle Schnitte, auf einen wunderbaren unterschwelligen Humor, wodurch der Zuschauer trotz aller Action das eine oder andere Mal durchaus auflachen muss, wenn sich Cage wieder einmal recht ungeschickt selber ums Leben gebracht hat.

Doug Limans „Edge of Tomorrow“ ist solide Actionkost die das Zeitschleifenthema wunderbar zu nutzen versteht und ganz nebenbei auf zwei harmonisierende Hauptdarsteller setzen darf. Bei alledem kommt jedoch auch der Humor nicht zu kurz, wodurch der Zuschauer zumindest im Ansatz das schlechte 3D kurzzeitig vergessen kann.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Warner Bros.

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Edge of Tomorrow

Länge: 113 min

Kategorie: Action, Sci-Fi

Start: 29.05.2014

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Edge of Tomorrow

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 113 min
Kategorie: Action, Sci-Fi
Start: 29.05.2014

Bewertung Film: (7/10)

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