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Tokarev

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. April 2014

Tokarev

Seit seinen finanziellen Schwierigkeiten ist es für Nicolas Cage leider Vergangenheit das er sich die Drehbücher aussuchen darf, stattdessen ist er nun nahezu gezwungen jeden noch so bescheidenen B-Movie anzunehmen, die zumeist alles andere als das große Potential besitzen. Nachdem wir zuletzt bereits den einen oder anderen Film von Cage besprochen haben, folgt nun endlich wieder ein Werk, das zumindest im oberen Drittel seiner beinahe 80 Filme anzusiedeln ist.

Es ist erst wenige Jahre her als Paul Maguire (Nicolas Cage) noch für das Syndikat gearbeitet hat, doch nachdem er zusammen mit seinen beiden Kollegen Kane (Max Ryan) und Doherty (Michael McGrady) den Geldboten eines russischen Gangsterbosses abgefangen hatte, setzten sie sich zur Ruh und schworen dem kriminellen Leben ab. Paul eröffnete eine Baufirma und gehört inzwischen zu den ehrbaren Geschäftsmännern der Stadt, doch als er eines Abends mit seiner Frau Vanessa (Rachel Nichols) ausgeht, überfallen unbekannte Täter sein Haus und entführen Tochter Caitlin (Aubrey Peeples). Natürlich geht Paul sofort alle möglichen Täter durch die dafür verantwortlich sein könnten und so beschließt er nur kurze Zeit später zusammen mit Kane und Doherty jeden Winkel der Stadt abzugrasen, doch sie kommen zu spät. Caitlin wird mit einem Loch im Schädel nur wenige Tage später tot aufgefunden, als Waffe wird schnell eine Tokarew TT-33 identifiziert, die unweigerlich auf jenen russischen Gangsterboss zurückzuführen ist, den er damals bestohlen hat…

TokarevSeit seinem Horrorfilm „Aparecidos“ hat sich der spanische Regisseur Paco Cabezas (Carne de neón) vornehmlich auf das heimische Publikum sowie auf das Schreiben von Drehbüchern konzentriert. Mit „Tokarev“ kommt nun Cabezas erster rein englischsprachiger Film als Direct-to-DVD Veröffentlichung in den deutschen Handel, bei dem er nicht nur auf einen sehenswerten Cast hat bauen können, sondern ebenso auf das Autorenteam bestehend aus Jim Agnew (Game of Death) und Sean Keller (Gryphon), die zuletzt für Dario Argentos „Giallo“ zusammengearbeitet haben.

Entführungsfilme mit dem Ansatz der Selbstjustiz und der Rache gibt es wie Sand am Meer, was also hat „Tokarev“ was Filme wie „96 Hours“ nicht haben? Im Grunde rein gar nichts, denn das Drehbuch von Jim Agnew und Sean Keller verfolgt die bereits bekannten Strukturen eines Entführungsthrillers, ohne inhaltlich mit jedweden Neuerungen zu überraschen. Der Ansatz mit der zugrunde liegenden düsteren Vergangenheit ist durchaus eine Idee die sich sehen lassen kann, dass die Protagonisten plötzlich beginnen die Stadt vor allem Übel zu säubern um die eigene Tochter zu retten durchaus nachvollziehbar, doch offenbaren sich mit der Zeit die einen oder anderen inhaltlichen Schwächen, die nicht immer erklärt werden können.

TokarevBereits in einer recht frühen Szene kommt es zum aufeinandertreffen zwischen Paul und seinem früheren Paten O’Connell (Peter Stormare), der ihm recht deutlich zu verstehen gibt die Rache ruhen zu lassen und vor allem den Frieden zwischen den verschiedensten Parteien in der Stadt nicht nachhaltig zu stören. Wenn nun aber Paul damit beginnt einen Russen nach dem anderen umzulegen, wieso greift O’Connell dann nicht einfach ein? Dies ist nur ein Beispiel auf dem langen Weg bis zum finalen Duell mit dem russischen Gangsterboss Chernov (Pavel Lychnikoff), der von der Vielzahl an verschiedenen Figuren wohl den nachhaltigsten Eindruck hat vermitteln können.

Obwohl sich gerade strukturell nicht unbedingt viele Überraschungen innerhalb der Handlung ergeben, so muss man Jim Agnew und Sean Keller trotz allem zugutehalten, dass der am Ende folgende Twist nicht unbedingt ersichtlich gewesen ist. Dieser schafft es noch einmal die komplette Handlung und vor allem das Agieren bestimmter Personen infrage zu stellen, sich dem Thema der Rache fast schon feinfühlig zu nähern und dieses durchaus zu hinterfragen, wodurch man für nur wenige Sekunden beinahe einen gesellschaftskritischen Ansatz hätte unterstellen können.

TokarevNatürlich kommt ein Rachethriller nicht ohne eine gehörige Portion Gewalt aus, die in „Tokarev“ zumeist doch aber recht harmlos ausfällt. Es gibt ein paar Schlägereien, den einen oder anderen Schusswechsel, doch insgesamt kaum etwas mit dem dieses Werk als Actionfilm hätte glänzen können. Genauso verhält es sich leider auch bei den Darstellern selber, von denen im Grunde nur der aus Russland stammende Pavel Lychnikoff (Cloverfield) mit seiner Präsenz und seiner härte nachhaltig beeindrucken konnte. Nicolas Cage (Kick-Ass) spielt seine Figur genauso lieblos wie in den letzten zwanzig Filmen, Max Ryan (Death Race) und Michael McGrady (Evolution) sind ein Abziehbild eines jeden Gangster Klischees, während Rachel Nichols (Star Trek) im Grunde nur das hübsche Gesicht ist das verdeutlicht, das Paul sich anfangs als Ex-Gangster erfolgreich rehabilitieren konnte.

Von den vielen B-Movies in denen Nicolas Cage unterwegs ist, ist „Tokarev“ definitiv einer der besseren, obwohl auch hier die Handlung nur wenig wirklich Neues bietet und die Figuren eine umfangreichere Figurenzeichnung vermissen lassen. Auf der DVD gibt es 22min entfallene Szenen inklusive einem alternativen Ende, eine kurze B-Roll, 36min Interviews sowie einen exklusiven Audiokommentar mit Regisseur Paco Cabezas.

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Wir vergeben daher 5,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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Tokarev

Länge: 98 min

Kategorie: Action, Crime, Thriller

Start: 13.05.2014

cinetastic.de Filmwertung: (5,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Action, Crime, Thriller
Start: 13.05.2014

Bewertung Film: (5,5/10)

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