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The Borderlands

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 6. April 2014

The Borderlands

Seit einigen Jahren werden Fans des Horror Genres mit einer schier unglaublichen Anzahl an Found-Footage Filmen konfrontiert, die zumeist alle nur wenig wirklich Neues mit sich bringen und inzwischen selbst von den großen Verleihen einzig und allein deswegen auf den Markt geworfen werden, um mit einem möglichst geringen Budget einen ordentlichen Umsatz zu erwirtschaften. Im Falle von Elliot Goldners „The Borderlands“ liegt die Vermutung natürlich nahe einen ähnlich schwachen Film präsentiert zu bekommen, doch obwohl auch dieser kaum Überraschungen für den Zuschauer bereit hält, sollte man ihm trotz allem eine Chance geben.

In einer kleinen Provinz irgendwo im westen Englands wird eine alte Kirche neu eröffnet und in dieser ein Neugeborenes getauft, doch während der Taufe kommt es plötzlich zu unerklärlichen Phänomenen. Um diesen auf den Grund zu gehen entsendet der Vatikan mit dem Priester Deacon (Gordon Kennedy) und dem jungen Kameramanns Gray (Robin Hill) ein Team, welches Licht ins dunkle bringen und die Vorfälle genauer in Augenschein nehmen soll. Schnell werden überall in der Kirche Kameras montiert, die Wände untersucht und mit modernstem Gerät alles aufgezeichnet, doch beide kommen einfach nicht über jenen Verdacht hinweg, dass der psychisch kranke Pfarrer selbst etwas mit den Vorfällen zu tun haben könnte. Als sich diese Theorie allerdings nicht bewahrheitet, machen beide in den Gemäuern der Kirche eine grauenvolle Entdeckung…

The BorderlandsDie meisten Leser werden spätestens an dieser Stelle fragen, wozu man sich einen weiteren von dieser schier unendlichen Anzahl an Found-Footage Horrorfilmen ansehen sollte. All jene die nun bereits an dieser Stelle aufhören sollten zu lesen sei vorweg gesagt, „The Borderlands“ erfindet das Genre zwar nicht neu, ihr hättet euch aber trotz allem auf unterhaltsame 90 Minuten freuen können. Filme dieses Genres, das in erster Linie mit seinem dokumentarischen Ansatz vor vielen Jahren für Aufsehen hat sorgen können, spielen überwiegend im Wald oder in einem alten Haus was sich in eben diesem Wald befindet, im Falle von „The Borderlands“ soll es diesmal also eine Kirche sein, womit Elliot Goldner (Tez) zwar im Ansatz versucht das Bekannte hinter sich zu lassen, dies in letzter Konsequenz dann aber doch nicht völlig schafft.

Wie dem auch sei. Die beiden im Mittelpunkt stehenden Personen könnten gegensätzlicher kaum sein, denn während Deacon ohne Alkohol nicht auszukommen vermag und für jedes Wunder eine rationale Erklärung bereit zu haben scheint, ist der Technikfreak Gray doch eher der gesprächige Typ, der Dinge nicht immer infrage stellen muss. Beide haben am Kopf eine kleine Kamera befestigt aus deren Perspektive wir einen Großteil des Filmes erleben, während auch im inneren ihrer Wohnung und in der Kirche selber zahlreiche an den Wänden angebracht sind, wodurch dem Zuschauer selber zuweilen auch der Blick von außen gestattet wird.

The BorderlandsDies alles ist weder neu noch spannend, die Vorfälle innerhalb der Kirche sind zumeist aus rund hundert anderen Filmen bekannt, wodurch sich insbesondere in der ersten Hälfte der Anschein erwecken ließe, dass wir es hier mit einem ebenso langweiligen Film zu tun bekommen. Zum Glück ist dem nicht so, was nicht nur aus dem Wechselspiel der beiden im Mittelpunkt stehenden Protagonisten resultiert die sich wunderbar ergänzen, sondern vor allem an der zweiten Hälfte, in der die Kirche näher in Augenschein genommen wird. Die einzelnen Szenen sind im späteren Verlauf dahingehend recht interessant und spannend konzipiert, auch wenn dem Horrorfan selber nur wenig Szenen geboten werden, bei denen man sich auch nur im Ansatz erschrecken könnte. „The Borderlands“ verfolgt aber auch einen ganz anderen Ansatz, denn obwohl das Cover der DVD dem Zuschauer etwas komplett anderes vorgaugelt, soll sich doch im späteren Verlauf nahezu alles im inneren der Kirche abspielen, wodurch ein vorhersehbares, jedoch nicht minder spannendes Finale entsteht, dass die komplette erste Hälfte des Filmes in einem anderen Licht dastehen lässt.

Die Kameraperspektive selber lässt den Zuschauer – wie bereits erwähnt – zumeist genau das sehen was Deacon und Gray sehen, wodurch der sichtbare Raum nicht nur sehr eingeengt und innerhalb der dunklen Kirchengemäuer sehr übersichtlich ist, sondern gleichwohl die Atmosphäre des Films auch auf angenehme Art und Weise unterstützt. Oftmals hören wir nur ein rascheln hinter uns, von links und rechts Geräusche die von kleinen Kindern zeugen könnten, während sich schon wieder schnell umgedreht wird und der Zuschauer für nur wenige Sekunden die Orientierung verliert.

The BorderlandsVon Seiten der Darsteller darf und sollte man lieber nicht zu viel erwarten, denn obwohl sich einige durchaus interessante Dialoge ergeben und Gordon Kennedy (Robin Hood) wie auch Robin Hill (Sightseers) sich gegenseitig gut ergänzen, bleibt beiden doch nicht unbedingt viel Raum um sich entsprechend zu entfalten und mit ihren jeweiligen Qualitäten zu glänzen. Stattdessen agieren beide in ihrem engen Rahmen dem Genre entsprechend, versuchen ihre jeweilige Figur glaubhaft darzustellen, wobei auch an dieser Stelle nicht unbedingt viel durch Elliot Goldner an die Hand gegeben wurde, haben die beiden doch eine alles andere als komplexe Figurenzeichnung erfahren.

Elliot Goldners „The Borderlands“ überzeugt insbesondere mit der zweiten Hälfte des Films sowie dem überaus gelungenen Finale, auch wenn das Werk darüber hinaus nur wenig wirklich Neues für den Zuschauer bereithält.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Pandastorm Pictures

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The Borderlands

Länge: 89 min

Kategorie: Horror

Start: 15.04.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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The Borderlands

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 89 min
Kategorie: Horror
Start: 15.04.2014

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