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Rigor Mortis

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 6. April 2014

Rigor Mortis

Asiatische Filme haben zumeist die Eigenart Themen aus Mythologie und Legenden so aufzubereiten, dass es entweder ein Heldenepos wird in dem überschwänglich längst vergessene Taten hervorgehoben werden, oder aber nahezu unglaubliches noch einmal übertroffen wird, sodass vom zugrunde liegenden Thema kaum noch etwas übrig zu bleiben scheint. Im Falle von Juno Mak seinem Debüt als Regisseur muss man unweigerlich vom letzteren sprechen, denn wenn in einem Geisterhaus plötzlich Vampire zum Leben erweckt werden, ist ein gänzlich ungewöhnlicher Genrefilm geboren.

Der mitdreißiger Siu-Ho (Siu-hou Chin) hat mit seinem Leben längst abgeschlossen, denn nachdem der einstmals erfolgreiche Schauspieler seine Frau und sein Kind verloren hat, sieht er nur noch im Suizid einen Ausweg. Dafür lässt er sich eine heruntergekommene Wohnung in einem ebenso baufälligen Hochhaus geben, befestigt ein Seil an der Decke und macht seinem Leben ein Ende, doch plötzlich erscheinen Geister um ihn herum. Sein spirituell anfälliger Nachbar Yau (Anthony Chan) kommt sogleich in die Wohnung und vertreibt die Geister, rettet Siu-Ho das Leben und berichtet bei einer warmen Nudelsuppe von seinem Leben als ehemaliger Vampirjäger, welches recht öde verläuft seitdem es keine Blutsauger mehr in der Nachbarschaft gibt.

Rigor MortisIm selben Hochhaus lebt ebenso die etwas seltsam wirkende gleichaltrige Feng (Kara Hui) mit ihrem Sohn die immer wieder vor Siu-Ho seiner Wohnung zu sehen ist, mit Gau (Chung Fat) ein Mönch der dunklen Künste und mit Mui (Hee Ching Paw) eine verzweifelte alte Frau, die den Tod ihres Mannes einfach nicht verkraften kann. Als Mui besagten Mann allerdings wieder zum Leben erweckt, ist plötzlich ein unberechenbarer Vampir geboren, dem Siu-Ho und Yau das Handwerk legen müssen…

Die einen oder anderen werden nun sicherlich die Augen leicht verdrehen, denn wenn Juno Mak (Let’s Go!) versucht sein Debüt als Regisseur zu geben, vermag man dies im ersten Moment kaum zu Glauben. Mak war bisher bestenfalls als Darsteller aus einigen drittklassigen Filmen bekannt sowie als Sänger der in erster Linie in Hong Kong unterwegs war, die Position des Regisseurs hätte man diesem aber wohl am wenigsten zugetraut. Ganz anders sieht dies bei Produzent Takashi Shimizu (Ju-on) aus, der Mak sein vollstes Vertrauen sowie eine nicht unbedingt kleine Summe zukommen ließ, um „Rigor Mortis“ vor allem auf seiner visuellen Ebene mit gelungenen Schauwerten zu gestalten.

Rigor MortisFür besagte visuelle Ebene sorgte vor allem Kameramann Man-Ching Ng (Internal Affairs), der bewusst die graue Eintönigkeit des Gebäudekomplexes mit der Pracht roten Blutes zu vermischen gedachte, was im Falle von „Rigor Mortis“ ganz wunderbar funktioniert. Bei alledem kommt nicht unbedingt wenig CGI zum Einsatz, denn wenn plötzlich Gestalten aus der Geisterwelt in den Fluren umher schweben und bei alledem hunderte rote Fäden aus ihrem Körper kommen, bildet dies einen nicht zu übersehbaren Fremdkörper in der ansonsten gelungenen Komposition der Bildsprache.

Leider ist neben genau dieser Bildsprache nur wenig was „Rigor Mortis“ über einen durchschnittlichen Film heben könnte, denn obwohl man diesen wohl durchaus als Hommage an „Mr. Vampire“ von Seiten der Darsteller (Siu-hou Chin und Anthony Chan) und der Dialoge (Klebreis und Vampire…) ansehen könnte, vermag der Rest doch nur bedingt zu überzeugen. Dies liegt in erster Linie an der recht konfusen Geschichte bei der es dem Zuschauer recht schwer fällt den Überblick zu behalten, denn sieht man einmal von rund zehn Personen ab die im Haus in der Haupthandlung vertreten sind, sieht man immer wieder die verschiedensten Geister die man kaum einem der Handlungsfäden zuordnen kann. Mit eben diesen Geistern gehen ebenso die verschiedensten zeitlichen Ebenen einher, ein nicht immer sofort verständlicher Übergang zwischen diesen sowie der bereits erwähnten Vielzahl an beteiligten Personen/Geistern, wodurch es schwer fällt den im Mittelpunkt stehenden roten Faden auszumachen.

Rigor MortisSofern man zu jenen Zuschauern gehört die dennoch bei alledem den Überblick behalten können, wird man neben den visuellen Schauwerten doch insbesondere mit einer gelungenen Atmosphäre belohnt, die sich durchaus sehen lassen kann. Durch den grauen Look fallen vereinzelte Blutlachen im Flur immer sofort ins Auge, die musikalische Untermalung von Komponist Nate Connelly (Later) ist dezent und vermag gleichzeitig den Spannungsaufbau positiv zu unterstützen, während Darsteller wie Kara Hui (Dragon) und Anthony Chan (Twin Dragons – Das Powerduo) ihr übriges dazu beitragen. Beide glänzen vornehmlich mit einem soliden und vor allem überzeugenden Spiel, wenn es darum geht das Beste aus dieser doch recht konfusen Geschichte zu machen.

Juno Mak sein Regiedebüt „Rigor Mortis“ glänzt in erster Linie mit gelungenen Schauwerten und einer interessanten Atmosphäre, doch ist die Geschichte mit seiner Vielzahl an beteiligter Personen zuweilen einfach zu konfus, sodass es schwer fällt den Überblick zu behalten.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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Rigor Mortis

Länge: 105 min

Kategorie: Action, Drama, Horror

Start: 15.04.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Rigor Mortis

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 105 min
Kategorie: Action, Drama, Horror
Start: 15.04.2014

Bewertung Film: (6/10)

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