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House Of Cards- die Original-Serie Staffel 2: Um Kopf und Krone

Geschrieben von Frank Schmidke am 16. April 2014

To Play The KingWegen des großen Erfolgs seiner Politsatire „House of Cards“ bei Publikum und Kritik hat der britische Journalist und Politiker Michale Dobbs drei Jahre später eine Fortsetzung des Werdegangs von Francis Urquhart vorgelegt. „To play the King“ erwies sich erneut als Bestseller und wurde auch prompt 1993 als BBC-Miniserie für das Fernsehen adaptiert. Auch die in sich abgeschlossene Serie wusste wieder zu begeistern. Ohne gelindes Spoilern kommt diese Besprechung allerdings nicht aus, die allerdings keine Übereinstimmung mit der zweiten Staffel der amerikanischen Neuauflage haben sollte.

To Play The KingWie sich am Ende von „Haus der Karten“ andeutete, sind Francis Urquharts (Ian Richardson) Pläne aufgegangen. Inzwischen ist der machtgierige und strategisch geniale Politiker Premier Minister und sein Vertrauter Stamper (Colin Jeavons) hat den Job als Fraktionsvorsitzender eingenommen. Doch nun dankt die Queen ab und Urquhart muss sich mit einem neuen König auseinandersetzen. Anders als seine Vorgängerin hat der König (Michael Kitchen) allerdings nicht vor, sich aus der aktuellen Politik herauszuhalten und stößt dem Premierminister gleich beim ersten Treffen mit sozialdemokratischen Flausen vor den Kopf.

Das kann sich Urquart natürlich nicht bieten lassen und gemeinsam mit Gattin Elizabeth (Diane Fletcher) arbeitet man daran, den König in seine Schranken zu weisen. Die Monarchie darf dabei ruhig wackeln, aber ganz abschaffen will der konservative Premierminister die Institution dann doch nicht. Der König hat zwei umtriebige Berater, seinen Studienfreund David Mycroft (Nicolas Farrell) und die ambitionierte, intelligente und junge Assistentin Chloe Carmichel (Rowena King). Und die rät dem König, sich noch intensiver einzumischen, weil die soziale Not stetig zunehmen würde.

Urquhart braucht ebenfalls ein schlagkräftigeres Team. Stamper, der bislang so loyal gewesen ist, scheint nach und nach eher an seiner eigenen Machtposition interessiert zu sein. Da ist es nicht gerade motivationsförderlich, dass sich der Chef mit der aufgeweckten Meinungsforscherin Sarah Harding (Kitty Aldridge) eine neue Vertraute ins Boot holt. Das Ringen um die Macht in Britannien kann beginnen.

To Play The King„Never change a winning team.“, lautet eine Sportweisheit, die sich auch durchaus auf die Unterhaltungsbranche übertragen lässt. Insofern kann man es Autor Michael Dobbs nicht verübeln, dass er die Politsatire um den konservativen Francis Urquhart wegen des großen Erfolges weiterspinnt. Und, um das vorweg zu nehmen, Urquhart kommt auch noch für eine dritte Runde zurück in den politischen Ring „The Final Cut“ erschien 1994 als Roman und wurde ebenfalls direkt als BBC-Serie umgesetzt. Im deutschen Fernsehen wurde diese dritte Miniserie allerdings nie ausgestrahlt, man darf also gespannt sein auf die Home Entertainment Premiere, die für diesen Sommer angekündigt ist.

Aber zurück zu „Um Kopf und Krone“: Hätte der Autor es von Anfang an auf eine Fortsetzung angelegt, so hätte er seinen Protagonisten das erträumte Ziel nicht so schnell erreichen lassen. Nun muss Dobbs einen glaubhaften Konflikt um die Macht konstruieren, die eines britischen Premierministers auch würdig ist. Für die BBC darf dasselbe Kreativteam erneut hinter die Kamera, Regisseur Paul Seed und Drehbuchautor Andrew Davis.  Souverän halten sie in der TV-Adaption alle Fäden zusammen. Die Wendung, das Königshaus in die intrigante Politsatire einzuspinnen, ist ebenso genial wie gewagt. Wer möchte, darf in dem neuen König durchaus auch Wesenszüge und Interessen von Prince Charles entdecken, der ja auch für sein soziales und ökologisches Engagement bekannt ist.

To Play The KingGleichzeitig verlässt „House of Cards –Staffel 2“ damit aber auch in gewisser Weise die realistische Basis, die einen großen Teil des Reizes von Staffel eins ausgemacht hat. Der Machtpoker um Intrigen und Sex outet sich damit noch deutlicher als Satire – was nicht notwendiger Weise schlechter ist. Allerdings sind die Figurenkonzeption und -konstellation erneut so ausgelegt wie man das schon kennt und Urquhart bekommt erneut eine attraktive junge Frau an die Seite gestellt, die über die Faszination Macht in ein sexuelles Verhältnis mit der Vaterersatzfigur rutscht.

Die erfolgreiche Geschichte wird hier also noch einmal, allerdings intelligent, variiert. Es gibt neue Feinde, neue Angriffsflächen und statt der Ratten die als Unheilsboten durch die Bilder der ersten Staffel huschten, werden nun Bilder von Obdachlosen eingefügt, um zu zeigen wie es mit England bergab geht. Zwischenzeitlich erlebt Francis Urquhart Anflüge von etwas, das wie ein Gewissen wirkt und seine Frau zu dem Schluss kommen lässt, der Gatte bräuchte Unterstützung. Und die folgt auch auf dem Fuß. Dass Diane Fletchers Charakter etwas mehr zu tun bekommt, tut der Mini-Serie gut.

Auch in der in sich abgeschlossenen zweiten Staffel ist „House of Cards – Das Original“ sehenswerte Dramaunterhaltung, der man ihr Alter allenfalls am Bildformat ansieht. Inhaltlich geht es erneut in die Vollen und in die Hinterzimmer der Macht. Ganz so stark wie die erste Staffel ist „Um Kopf und Krone“ dann aber doch nicht ausgefallen.

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Länge: 226 Minuten

Kategorie: Drama, TV-Series

Start: 25.03.2014

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Geschrieben von Frank Schmidke

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Kategorie: Drama, TV-Series
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