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House of Cards – Das Original Staffel 1

Geschrieben von Frank Schmidke am 8. April 2014

HOUSE OF CARDSInzwischen sollte “House of Cards” Serienfans ein Begriff sein, seit Kevin Spacey in der von Netflix produzierten Serie als machtgieriger Politiker sein Unwesen treibt. Bekannt dürfte ferner sein, dass es sich bei der amerikanischen Serie um ein „Remake“ einer BBC-Produktion handelt. Die in sich abgeschlossenen Staffel 1 und 2 des Originals liegen inzwischen als Home-Entertainment Titel vor. Staffel 3, die letzte Runde, kommt demnächst. Jetzt aber geht es erst einmal um die Erste Saison, die seinerzeit (1990) mit allen wichtigen britischen TV-Preisen ausgezeichnet wurde und als Vorlage für die amerikanische Version dient.

Der konservative Politiker Francis Urquhart (Ian Richardson) ist als Fraktionschef ein wichtiger Mann. Nach Maggy Thatcher ist die Partei im Umbruch begriffen und es stehen Wahlen an. Urquhart sieht dem Auflaufen der Kandidaten gelassen entgegen und hat auch einen Favoriten gekürt. Der hat ihm im Gegenzug auch Hoffnung auf ein hohes und einflussreiches Amt gemacht. Doch Pustekuchen, nach dem Wahlerfolg will der neue Premierminister Henry Collingrich (David Lyon) Urquhart genau da behalten, wo er gerade ist, als Fraktionschef.

HOUSE OF CARDS: EPISODE 01Francis und seine Frau Elizabeth (Diane Fletcher) sind alles andere als amüsiert und sich einig, dass Francis eigentlich den besten Premier abgeben würde. Daran gilt es nun mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu arbeiten. Mit Tim Stamper (Colin Jeavons) hat der Fraktionsvorsitzende der Tories einen loyalen und zielgerichteten Mitarbeiter am Start, dann steht auch noch der koksende Pressesprecher Roger O’Neill (Miles Anderson) tief in seiner Schuld und zu guter Letzt kann Urquhart die ambitionierte junge Journalistin Mattie Storin (Susannah Harker) charmant umgarnen und ihr gezielt Insider-Informationen zukommen lassen. Eine solide Basis, um zu intrigieren und dem Prime Minister in Verruf zu bringen.

HOUSE OF CARDSDie BBC-Serie, die unter dem Titel „Ein Kartenhaus“ auch im deutschen TV zu sehen war, basiert auf dem Bestsellerroman „House of Cards“ des Politikers und Thatcher-Mitarbeiters Michael Dobbs. Für die vierteilige Mini-Serie konnte der damals schon renommierte Paul Seed als Regisseur gewonnen werden. Die Drehbuchvorlage stammt von Andrew Davis, der auch als Produzent der amerikanischen Version auftritt. Als Autor, vornehmlich von TV-Serien, hat er zahlreiche Preise und Ehrungen einheimsen können. Wenn man „House of Cards“ sieht, weiß man auch schnell warum: geschliffene Dialoge, hohes Erzähltempo und vor allem eine Erzählhaltung, die das Publikum nicht für blöd verkauft, machen die Serie um politische Intrigen zu einem feinen Vergnügen.

Bonusmaterial, soviel sei gleich erwähnt,  ist keines vorhanden, doch die Serie wurde überarbeitet. Allerdings ist „House of Cards – Das Original“ noch immer weit von heutigen High Definition Standards entfernt. Es sieht fast so aus, als hätte man nur die Farbwerte digital hochgerechnet. Das ist zwar bemerkbar, aber auch verzichtbar.

HOUSE OF CARDS: EPISODE 04Die Besetzung um den charismatischen Charakterdarsteller Ian Richardson, der für diese Rolle auch zu Recht ausgezeichnet wurde, summiert sich zu einem guten Ensemble, das immer wieder zu überraschen weiß, auch wenn die allermeisten Darsteller aus heutiger Sicht kaum noch bekannt sind. Außerdem ist die im damals gängigen  TV-Format 4:3 produzierte Serie selbstredend auch ein Kind ihrer Zeit und an Mode, Zeitgeist und dem damals aktuellen politischen Rahmen, merkt man, wie viel sich seit 1990 in der Welt geändert hat. Einige Elemente sind einfach typisch für das Fernsehen damals und wirken heute auch entsprechend antiquiert.

Dramaturgisch und von Unterhaltungswert ist „House of Cards – Das Original“ allerdings immer noch weit vorne und vor allem deutlich straffer als in der aktuellen amerikanischen Variante. Statt sich wie sein alter Ego Francis Underwood langsam an die Macht heranzuarbeiten, greift Francis Urquhart gleich nach der Kehle des schnappartigen Premierministers, ohne dass dieser überhaupt merkt, aus welcher Richtung die Einschläge kommen. Dass die Einschläge schnell näher kommen allerdings, lässt sich nicht leugnen.

Obwohl schon ein wenig betagt, ist „House of Cards – das Original“ erstaunlich bissig und boshaft. Wer sich mit Bildwelten aus anderen Fernsehzeiten anfreunden kann, wird hier noch mehr Spaß haben als mit dem Amerikanischen Remake.

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Wir vergeben daher 8,0 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Pandastorm / BBC

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Länge: 226

Kategorie: Drama, TV-Mini-Series

Start: 25.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (8,0/10)

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Info

House of Cards – Das Original Staffel 1

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 226
Kategorie: Drama, TV-Mini-Series
Start: 25.03.2014

Bewertung Film: (8,0/10)

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