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Grand Piano

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 13. April 2014

Grand Piano

Es ist immer ein Problem wenn man bereits in sehr jungen Jahren internationalen Ruhm erlangt hat, denn während man zumeist von der Presse automatisch in eine längst vergessene Rolle gedrängt wird, gestaltet es sich ebenso für den Künstler zum Problem, gänzlich andere Rollenangebote zu erhalten. Darsteller Elijah Wood ist es zum Glück nicht so ergangen, denn nach seinem Engagement bei der „Herr der Ringe“ Trilogie versuchte er sein möglichstes in völlig anderen Filmen unter zu kommen, worunter sich nicht nur der Psychothriller „Maniac“ befand, sondern nun auch der spanische Thriller „Grand Piano“.

Der international hoch angesehene Pianist Tom Selznick (Elijah Wood) stand vor fünf Jahren vor einer unglaublichen Zukunft, doch nachdem man in ihn bereits den nächsten Rachmaninow sah, enttäuschte er auf der Bühne wie kein anderer. Tom versucht nun sein großes Comeback vor ausverkauftem Hause zu geben, wo ihn nicht nur seine wunderschöne Schauspielerfreundin Emma (Kerry Bishé) zur Seite zu stehen versucht, sondern ebenso sein langjähriger Freund und Dirigent. Um dieses Konzert zu komplettieren darf Tom auf dem Flügel seines längst verstorbenen Lehrmeisters spielen, doch als dieser die Bühne betritt und die ersten Seiten seiner Partitur umblättert, wird er mit etwas schier unglaublichen konfrontiert. Auf den Notenblättern sind Hinweise auf einen unbekannten Heckenschützen irgendwo im Publikum hinterlegt, woraufhin ein Anrufer (John Cusack) schon bald von ihm verlangt ein unspielbares Stück fehlerfrei zu absolvieren…

Grand PianoDer Spanier Eugenio Mira (The Birthday) ist ganz ohne Frage ein Multi-Talent das seines gleichen sucht, denn während dieser bereits als Produzent, Schauspieler und sogar Komponist tätig war, versucht er sich in den letzten zehn Jahren insbesondere als Regisseur zu etablieren. Mit seinem letzten Film namens „Agnosia“ gelang ihm dies leider nicht unbedingt, woraufhin er sich nun nicht nur den US-amerikanischen Drehbuchautor Damien Chazelle (The Last Exorcism 2: The Beginning of the End) schnappte, sondern einen kompletten Cast von dort drüben dazu. Nichts desto trotz wurde sein Film „Grand Piano“ in Spanien komplett auf Englisch gedreht, woraufhin nicht nur ein interessanter Thriller entstand, sondern ein durchaus sehenswerter Genrebeitrag dazu.

Im Thriller Segment ist eines der größten Probleme für den Filmschaffenden etwas komplett neues zu erschaffen, denn während insbesondere Fans bereits jedwede Wendung innerhalb des Plots im voraus erkennen, fehlt diesen zumeist das gewisse Etwas. Im Falle von „Grand Piano“ werden wir auch diesmal leider nicht mit komplett neuen Ideen konfrontiert, denn all jene die insbesondere mit Joel Schumachers „Nicht auflegen!“ vertraut sind, werden hier gleich eine ganze Hand voller Gemeinsamkeiten wiederfinden. Dies soll sich im Falle von „Grand Piano“ jedoch keinesfalls als Nachteil erweisen, denn während die Location von einer Telefonzelle kurzerhand in einen Konzertsaal verlegt wurde, kommt die Spannung selber nie zu kurz.

Grand PianoWie auch schon im genannten Werk soll sich der Zeitrahmen nach einer kurzen Einführung recht übersichtlich gestalten, denn im Grunde spielt die gesamte Rahmenhandlung während eines einzelnen Konzertes, welches immer wieder durch nur kurze Pausen unterbrochen wird. Innerhalb dieser kurzen Pausen ist es dem im Mittelpunkt stehenden Tom erlaubt mit anderen Personen zu interagieren, Auswege und Möglichkeiten zu suchen den Heckenschützen zu identifizieren, um so den Tod seiner Frau zu verhindern. Dies gestaltet sich über weite Strecken recht Spannend, wirkliche Längen gibt es kaum und jedwede Klischees werden elegant umschifft, sodass im Grunde kaum etwas zu beanstanden wäre.

Leider geht dies nicht vollkommen auf, denn innerhalb der Geschichte schleichen sich leider immer wieder die einen oder anderen Wiedersprüche ein, die auf den ersten Blick zwar kaum auffallen, trotz allem aber im Gedächtnis verbleiben. So ist es recht unverständlich das Emmas Freunde sich in dieser Art und Weise während eines klassischen Konzertes aufführen können, dass der Mörder komplett unblutig vor sich hin mordet und das Orchester bei einer Änderung der aufzuführenden Stücke trotz allem die richtigen Notenblätter vorfindet, kann man doch nicht von allen erwarten das besagte unspielbare Stück auswendig zu kennen.

Grand PianoSieht man von diesen Kleinigkeiten einmal ab, so kann insbesondere Elijah Wood (Vergiss mein nicht) in seiner Rolle als Pianist überzeugen, der nicht nur das Lampenfieber wunderbar transportiert, sondern ebenso jene Ausweglosigkeit in der er sich befindet. Neben Kerry Bishé (Argo) die hier bestenfalls als Eye-Candy agiert, überrascht doch insbesondere John Cusack (Being John Malkovich) als der an Fäden ziehender Killer, der allerdings ähnlich wie Scarlett Johansson in „Her“ fast ausschließlich als Stimme zu hören ist. Erwähnenswert ist bei alledem noch Alex Winter (Bill & Ted’s verrückte Reise in die Zukunft) als Assistent und rechte Hand des Killers, der sich zwar ausschließlich um die Drecksarbeit zu kümmern hat, seine ausweglose Situation aber dennoch beeindruckend darlegt.

Eugenio Miras „Grand Piano“ erfindet das Thriller Genre zwar nicht komplett neu, doch kann er dank eines überragenden Elijah Wood zumindest kurzzeitig unterhalten. Fans von „Nicht auflegen!“ werden unzählige Gemeinsamkeiten vorfinden, von daher sollte man seine Erwartungshaltung lieber nicht zu hoch schrauben.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Koch Media

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Grand Piano

Länge: 90 min

Kategorie: Thriller

Start: 08.05.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Thriller
Start: 08.05.2014

Bewertung Film: (6,5/10)

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