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Frühstück bei Tiffany

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 2. April 2014

Frühstück bei Tiffany

In jedem Jahrzehnt gibt es Filme an die man als Zuschauer einfach nicht vorbei kommt, die sich selbst viele Jahre später noch immer durch eine Einmaligkeit auszeichnen und nicht ganz ohne Grund den Status eines Klassikers sehr viel später verliehen bekommen. In den 60er Jahren war einer dieser Filme auf den diese Beschreibung zutrifft ganz ohne Frage Blake Edwards einmalige Romanze „Frühstück bei Tiffany“, in der Audrey Hepburn und George Peppard die Rolle ihres Lebens spielen durften.

Das 19-jährige New Yorker Partygirl Holly Golightly (Audrey Hepburn) führt ein Leben von dem andere nur träumen könnten. Sie schleppt sich von einer Feier zur nächsten, schläft bis zum späten Nachmittag und versucht jede Nacht aufs neue einen Millionär fürs Leben zu finden, doch so geschickt sie die Männer auch um den Finger wickelt, diese haben kaum eine Chance am nächsten Morgen noch in ihren Armen zu liegen. Als der junge und ambitionierte Schriftsteller Paul Varjak (George Peppard) in die Wohnung über ihr zieht soll sich dies schlagartig ändern, denn obwohl Paul alles andere als an Holly interessiert zu sein scheint, ist er doch von ihrem positiven Lebensstil und jenem Elan angetan, mit dem sie sich durchs Leben schlägt. Die beiden werden beste Freunde, verbringen viel Zeit miteinander und auf einmal beginnt Paul Gefühle für Holly zu empfinden, doch diese ist endlich am Ziel ihrer Träume angelangt und will mit einem reichen Mann nach Brasilien ziehen…

Frühstück bei TiffanyVersucht man rückblickend Revue passieren zu lassen so muss man leider zugeben das sich die entsprechende Buchvorlage von Autor Truman Capote alles andere als gut verkauft hatte, sehr viel anders sah es dann schon bei der Adaption von Regisseur Blake Edwards aus, die nicht nur mit zahlreichen Golden Globe Nominierungen, sondern ganz nebenbei auch noch mit zwei Oscars belohnt wurde. Für das Drehbuch zeichnete sich der US-Amerikaner George Axelrod (Das verflixte 7. Jahr) aus, der sich zum Großteil sehr an den zugrunde liegenden Roman hält, jedoch radikal beim Finale von diesem abweicht.

Im Grunde muss man über die Geschichte selber nicht groß Worte verlieren, denn Blake Edwards „Frühstück bei Tiffany“ dürfte es wohl ganz locker auf einem der vordersten Plätze der zehn romantischten Filme schaffen, was in erster Linie den beiden Hauptdarstellern geschuldet ist. Allen voran überzeugt die junge und vor allem freche Audrey Hepburn (My Fair Lady) mit der Rolle ihres Lebens, wenn sie in ihrem schwarzen Kleid die reichen Männer in sekundenschnelle um den kleinen Finger wickelt und gleichzeitig am langen Arm verhungern lässt. Daraus entstehen immer wieder durchaus witzige Szenen, wenn diese beispielsweise kurz im Bad verschwindet um anschließend über die Feuerleiter zu entkommen oder einfach mal wieder bei ihrem asiatischen Nachbarn klingeln muss, hat sie doch erneut ihren Schlüssel verloren.

Frühstück bei TiffanyBesagte Szene rief insbesondere in den 60er Jahren einigen Unmut hervor, wurde diese doch nicht etwa von einem Asiaten gespielt, sondern vielmehr von Mickey Rooney (Nachts im Museum), der gewagt absolut jedes Klischee bedient und aus heutiger Sicht alles andere als unterhaltsam mit dieser Rolle ist. Ganz anders sieht dies bei George Peppard (Das war der wilde Westen) aus, der mit der Rolle des Paul im Grunde in einer ganz ähnlichen Situation wie Holly war. Auch er spielt den mittellosen Schriftsteller der bei einer älteren und wohlhabenden Dame im Dienste steht, sich nach vielen Jahren endlich wieder einmal nach einer guten Idee sehnt, um das große Geld zu verdienen.

Edwards „Frühstück bei Tiffany“ überzeugt aber nicht nur durch seine großartige Adaption der Geschichte und dem nahezu perfekten Zusammenspiel von Audrey Hepburn und George Peppard, sondern vor allem durch seinen einmaligen Soundtrack von Komponist Henry Mancini (The Big Lebowski). Dieser erhielt von seinen vier Oscars allein zwei für seine Musik von „Frühstück bei Tiffany“ sowie den Song „Moon River“ den er zusammen mit Johnny Mercer (My Week with Marilyn) komponierte, den Audrey Hepburn sogar in einer Szene selber singen durfte, was sich einfach nur einmalig anhört. Hepburn kann nicht nur schauspielern, sie sieht nicht nur unheimlich gut aus in diesem Film, sie hat auch noch eine einmalige Stimme mit der sie die Männer reihenweise zum erliegen bringt.

Frühstück bei TiffanyWenn nun der eine oder andere Lust auf diesen Klassiker bekommen hat, allerdings nicht auf die nächste Fernsehausstrahlung warten möchte und auch die angestaubte VHS Kassette nicht mehr findet, für den dürfte nun eventuell die überarbeitete Version des Filmes etwas sein, die Paramount Home Entertainment nun exklusiv mit ihrer Masterworks Collection auf den Markt bringt. Diese zeichnet sich in erster Linie durch ein sehr edles Digi-Book aus das insbesondere für Sammler einen Blick wert sein sollte, liegt diesem doch noch ein Begleitheft dabei, in dem wir auf über 20 Seiten wunderschöne Farbfotos vom damaligen Dreh erhalten.

Wie aber ist es mit dem überarbeiteten Film selber bestellt? Das Bild wurde auf 1080/24p für einen beinahe 50 Jahren alten Film gut überarbeitet, Pixel und Fragmente sind kaum zu erkennen, jedoch hat man bei einigen Szenen zuweilen einen eigenartigen Schleier drüber, der jedoch nicht weiter stört. Der Ton liegt leider nur in der englischen Sprache in einer überarbeiteten DTS-HD 5.1 Tonspur vor, alle anderen Sprachen haben nach wie vor ein reines Mono Format. Wie aber ist es mit den Extras des Mediums bestellt? Wir bekommen einen exklusiven Audiokommentar von Produzent Richard Shepherd der viel interessantes zur Entstehungsgeschichte und zu den einzelnen Szenen zu berichten hat, in „Eine wundervolle Zusammenkunft“ treffen sich viele der ehemaligen Darsteller wieder und sprechen rund 20 Minuten über die damalige Zeit, während uns in einem 21-minütigen Special mehr über die Musik von Henry Mancini erzählt wird.

Es geht weiter mit einem Feature über die Szene mit dem Asiaten Mr. Yunioshi aus Sicht eben dieser Bevölkerung (17 Minuten), einem Making Of über die Restauration dieses Klassikers (16 Minuten) sowie einem Beitrag (8 Minuten) zur wunderbaren Audrey Hepburn, bei dem anerkannte Modedesigner über ihren ganz speziellen Geschmack und ihren Einfluss auf die Modewelt berichten. Den Abschluss bildet schließlich eine vierminütige Studiotour der Paramount Studios, eine Aufarbeitung der Ring-Szene bei Tiffany (6 Minuten) sowie ein Brief den Audrey Hepburn als Vorwort für die letzte Edition des Romans schrieb.

„Frühstück bei Tiffany“ ist ein zeitloser Klassiker der in einer überarbeiteten Version nun seinen Weg zurück ins Wohnzimmer gefunden hat. Ein wunderschöner Film mit einer einmaligen Audrey Hepburn, ein Klassiker der einfach in keiner Sammlung fehlen darf.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount Home Entertainment

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Frühstück bei Tiffany

Länge: 115 min

Kategorie: Comedy, Drama, Romance

Start: 03.04.2014

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Frühstück bei Tiffany

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 115 min
Kategorie: Comedy, Drama, Romance
Start: 03.04.2014

Bewertung Film: (8/10)

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