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100 Bloody Acres

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 13. April 2014

100 Bloody Acres

Im Bereich des Horror Genres zeichnete sich vor etwa 15 Jahren eine erste Veränderung ab, denn mit Filmen wie dem „Scream“-Franchise ging es plötzlich nicht mehr nur darum den Zuschauer zu erschrecken, sondern insbesondere mit ein paar unterhaltsamen Szenen den Abend mit jeder Menge guter Lacher zu versüßen. Selbiges versuchen nun auch die beiden Australier Cameron und Colin Cairnes mit ihrem Debütfilm „100 Bloody Acres“, der auf dem Fantasy Filmfest seine Premiere feiern durfte und uns nun endlich für das Heimkino zur Verfügung gestellt wird.

Die beiden Hinterwäldler Reg (Damon Herriman) und Lindsay (Angus Sampson) betreiben irgendwo in der australischen Wildnis einen Laden für Düngemittel, doch obwohl sich die Konkurrenz in Grenzen hält, geht es „Morgan’s Organic Blood & Bone Fertilizer“ alles als gut. Eines Tages sammeln die beiden einen schwer verletzten Mann am Straßenrand auf, der sich im weiteren Verlauf als großer Segen erweisen soll, denn dieser wird nicht etwas ins nächste Krankenhaus gebracht, sondern direkt in ihre Düngemittelfabrik. Als Geheime Zutat in besagtes Produkt wandernd stellt sich dies als absoluter Glücksgriff dar, denn die Kombination aus Haut, Knochen und etwas Blut lässt die verschiedensten Gemüse auf dem Feld wahrlich in die Luft sprießen. Leider ist besagter Mann schon bald verbraucht und so muss schleunigst Ersatz gesucht werden, woraufhin die drei Reisenden James (Oliver Ackland), Sophie (Anna McGahan) und Wesley (Jamie Kristian) gerade recht kommen, die auf dem Weg zu einem Musikfestival mit ihrem Wagen stecken geblieben sind…

100 Bloody AcresNach dem phänomenalen Erfolg von „Tucker & Dale vs Evil“ versuchten die verschiedensten Filmemacher diesen zu kopieren, woraufhin es in den meisten Splatter-Komödien in den letzten Jahren vornehmlich darauf hinausgelaufen ist, dass wir zwei recht schräge Typen auf ihrer Reise begleiten. Das Debüt der beiden Australier Cameron (Celestial Avenue) und Colin Cairnes (Parental Guidance) soll sich von selbigen nun nicht groß unterscheiden, doch wo andere in erster Linie auf einen recht flachen Humor setzen, wissen die beiden Brüder mit jeder Menge Witz und noch mehr Leichenteilen zu unterhalten.

Die einen oder anderen werden sich nun sicherlich die Frage stellen ob „100 Bloody Acres“ ein Film ist den man mit der besseren Hälfte schauen kann oder ob man hier am ehesten auf seinen männlichen Freundeskreis setzt, sind von umherfliegenden Leichenteilen doch nicht alle Menschen zu gleichen Teilen angetan. Im Falle von „100 Bloody Acres“ hält sich genau dies zuweilen sehr in Grenzen, denn sieht man einmal von den ersten 30 Minuten ab in denen praktisch gar nichts passiert, soll sich auch der spätere Body-Count mit dem Eintreffen auf der Farm übersichtlich gestalten. Im Großen und Ganzen geht es ab dieser Stelle an nur noch um das Überleben der drei Jugendlichen, was sich recht unterschiedlich gestaltet. James hängt den halben Film lang Kopfüber oberhalb eines riesigen Fleischwolfes, während dieser seiner Freundin dabei zusehen muss wie diese sich jedem zweiten Manne förmlich an den Hals wirft.

100 Bloody AcresWas „100 Bloody Acres“ nun aber so besonders macht sind weniger diverse Körperteile die mit einigen Litern Kunstblut abgetrennt werden, sondern vielmehr die entsprechenden Dialoge zwischen diversen Figuren, die immer wieder für einige gute Lacher sorgen. Wenn der ruhige Lindsay plötzlich anfängt von seinem Dünger und den Riesenkürbis im Garten zu erzählen, wenn der ungeschickte Reg ihn immer wieder versucht als großen Bruder zu gewinnen und gleichzeitig mit den drei Gefangenen spielt, so macht dies zuweilen sogar unheimlich Spaß. Sehenswert ist auch jene Idee bei der Wesley unter Drogeneinfluss plötzlich fliehen kann, sich in einem Wunderland mit den sieben Zwergen und allerhand anderen Märchenfiguren wiederfindet, während auch hier selbstverständlich Körperteile herhalten müssen.

Nach dem anfänglichen sehr ruhigen Einstand bleibt das Tempo bei alledem im späteren Verlauf stets auf einem konstant hohen Niveau, durch die verschiedensten Wendungen innerhalb der Geschichte springen Sympathien des Zuschauern gern einmal hin und her, wodurch Cameron und Colin Cairnes die Zuschauer zumeist im Ungewissen lassen. Dadurch entwickelt sich eine Geschichte die nie vollständig vorhersehbar ist, Figuren machen eine seltsame, wenn auch nachvollziehbare Entwicklung durch, wodurch letzten Endes nicht nur Spaß übrig bleibt, sondern gleichwohl eine Art Spannung was den weiteren Verlauf betrifft.

100 Bloody AcresDie Figuren selber sind bei alledem alles andere als Stereotypisch angelegt, denn obwohl man insbesondere die drei Jugendlichen schnell als Schlampe, der Dumme und der Sportler identifizieren könnte, soll dies hier nie vollständig auf bestimmte Klischees reduziert werden. Im Bereich der Darsteller kann man im Grunde kaum jemand besonders hervorheben, denn während Oliver Ackland (Wasted on the Young), Anna McGahan (House Husbands) und Jamie Kristian (Getting Hurt) zumeist so agieren wie man es von entführten Opfern erwarten würde, überraschen doch insbesondere die beiden Hauptdarsteller. Damon Herriman (Lone Ranger) spielt wunderbar den leicht verrückten der im Grunde nur auf der Suche nach Geborgenheit und einer Art Familie ist, während Angus Sampson (Insidious) zumeist den grimmigen Typen von nebenan gibt, der am liebsten mit niemanden ein Wort wechseln würde.

Cameron und Colin Cairnes „100 Bloody Acres“ überrascht nach einem fast schon langweiligen Beginn mit einer interessanten Geschichte, jede Menge Kunstblut und zwei Darstellern die vor allem mit ihren schrägen Dialogen zu unterhalten verstehen.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Weltkino Filmverleih

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100 Bloody Acres

Länge: 91 min

Kategorie: Comedy, Horror

Start: 22.05.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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100 Bloody Acres

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 91 min
Kategorie: Comedy, Horror
Start: 22.05.2014

Bewertung Film: (6,5/10)

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