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Scheidungsschaden inklusive

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 23. März 2014

Scheidungsschaden inklusive

Eine schnelllebige Gesellschaft wie die unsere zeichnet sich bereits seit einigen Jahrzehnten dahingehend aus das Konflikte kaum noch gelöst werden, dass man als Ehepartner kaum noch daran interessiert ist an einer Beziehung ernsthaft zu arbeiten und stattdessen lieber eine Trennung angestrebt wird, die zumeist auf Kosten des Kindes vonstatten geht. Wie aber geht man damit in noch jungen Jahren um, zu welchem Elternteil fühlt man sich hingezogen und wie kann man sich gemeinsame Familienfeier in Zukunft vorstellen, leben die Eltern erst einmal in Trennung?

Der Mittzwanziger Carter (Adam Scott) führt erfolgreich ein kleines Restaurant in einer angesagten Gegend, er hat mit Lauren (Mary Elizabeth Winstead) eine wunderschöne Freundin und dennoch verläuft sein Leben bereits seit anderthalb Jahrzehnten in recht chaotischen Bahnen, ist er doch ein Scheidungskind. Ausgerechnet an Carter soll es nun liegen seine beiden zerstrittenen Eltern (Richard Jenkins und Catherine O’Hara) wieder an einen gemeinsamen Tisch zu bekommen, beschließt sein jüngerer Bruder Trey (Clark Duke) doch überstürzt seine Lebensgefährtin zu heiraten, die er gerade einmal vier Monate kennt. Fortan versucht Carter nun die beiden Streithähne zu einem gemeinsamen Treffen zu überreden, doch als er dafür auf seine alte Therapeutin Dr. Judith (Jane Lynch) zurückgreifen will, macht er eine folgenschwere Entdeckung…

Scheidungsschaden inklusiveDas Leben von Scheidungskindern ist alles andere als einfach, nicht nur was im besten Fall die Planung der zukünftigen Wochenenden bei einem jeweils anderen Elternteil anbelangt, sondern ebenso die psychische Belastung, verläuft doch nicht jede Trennung friedlich. Auf genau dieser Basis konzipierte Produzent Stu Zicherman (Elektra) zusammen mit Ben Karlin (50/50 – Freunde fürs (Über)leben) ein entsprechendes Drehbuch, welches nicht nur die Probleme in einer solchen Konstellation thematisieren soll, sondern gleichzeitig auch Zichermans Regiedebüt darstellen soll.

Über die Probleme von Scheidungskindern wurden bereits eine ganze Menge Filme gedreht, über zerstrittene Eltern die sich auf den Tod nicht ausstehen können noch weitaus mehr, was also bietet uns „Scheidungsschaden inklusive“ was wir nicht bereits aus unzählig ähnlich aufgebauten Werken kennen würden? Im Grunde nicht unbedingt viel, denn obwohl die Geschichte aus Sicht eines dieser Kinder eine komplett andere Perspektive erhält, verläuft dennoch alles in den bekannten Bahnen. Egal ob dies die Eltern sind die plötzlich einen zweiten Frühling erleben, der an Bindungsangst leidende Carter der einfach nicht über die Scheidung seiner Eltern hinweggekommen ist oder eben jene Therapeutin, der weniger an dessen Wohl als vielmehr ihrem neuen Buch gelegen ist.

Scheidungsschaden inklusiveDas strukturell unausgereifte und komplett vorhersehbare Drehbuch zieht sich gut anderthalb Stunden wie ein Kaugummi in die Länge, im Grunde geht es nur darum wie Carter seinen Eltern hinterher spioniert und immer wieder in den peinlichsten Momenten erwischt, während die schlussendliche Botschaft jene sein soll, dass man auch als betroffenes Kind im Zweifel ganz einfach einmal loslassen sollte. Das alles ist nicht unbedingt viel, große Überraschungen gibt es noch weniger, doch wenn man bedenkt das „Scheidungsschaden inklusive“ eigentlich eine Komödie sein soll, fragt man sich bisweilen doch für welches Publikum.

Im Grunde werden nur bekannte Klischees bedient, die komischen Stellen sind zumeist eher peinlicher statt unterhaltsamer Natur und auch wenn man den Beteiligten ein entsprechendes Engagement durchaus zugutehalten muss, sind die Ergebnisse dennoch durchwachsen. So richtig mag man Adam Scott (Das erstaunliche Leben des Walter Mitty) zu keiner Zeit den leidgeplagten abnehmen der nach wie vor unter der Trennung der Eltern zu leiden hat, warum sich Mary Elizabeth Winstead (The Thing) als Lauren überhaupt mit diesem beziehungstechnisch abgibt ist bis zuletzt ein Geheimnis, während Darsteller wie Amy Poehler (Parks and Recreation) und Ken Howard (Das Netz) als Nebendarsteller mit einem Minimum an Text verschwendet werden, könnten doch gerade sie dem Film zu etwas mehr Persönlichkeit verhelfen. Was bei alledem bleibt sind mit Richard Jenkins (Jack Reacher) und Catherine O’Hara (Frankenweenie) zwei Darsteller die insbesondere bei den Streitereien in den ersten zwanzig Minuten dick auftrumpfen können, bevor auch sie sich in den Wirren des Drehbuchs verlieren, dass zu keiner Zeit auch nur im Ansatz so etwas wie Unterhaltung verspricht.

Scheidungsschaden inklusiveFür all jene die von alledem nicht abgeschreckt sind und sich gern eine eigene Meinung bilden möchten, denen bietet sich ab dem 13. März 2014 die Gelegenheit, denn Paramount Home Entertainment bringt „Scheidungsschaden inklusive“ nach einer vorab Auswertung per Video-on-Demand nun auch auf DVD in den Handel. Das Bild der DVD ist farblich gut abgestimmt und zeichnet sich durch einen guten Kontrast aus, während der Ton in Dolby Digital 5.1 in den Sprachen Deutsch, Spanisch, Italenisch und Englisch auf dem Medium vorliegt. Wie immer haben wir uns für euch insbesondere das zusätzliche Material des Mediums etwas genauer angesehen, wo uns schon die ersten Ungereimtheiten aufgefallen sind. Wieso nur bringt man eine DVD auf den deutschen Markt, welche mit „A.C.O.D.“ (steht für: Adult Children of Divorce) noch immer einen völlig unaussprechlichen englischen Titel auf der DVD selber wie auch im DVD Menü aufweist?

Dies kann wohl nur auf möglichst wenig Arbeit zurückzuführen sein, doch sehen wir uns einmal das zusätzliche Material auf dem Medium genauer an. Es gibt ein rund fünfminütiges Gespräch von der US Premiere des Films in dem die Darsteller kurz auf diversen Fragen antworten, wir bekommen ein paar Outtakes von Darstellerin Amy Poehler von etwa einer Minute, während uns in einem 50-sekündigen Clip erklärt wird, wofür die Buchstaben „A.C.O.D.“ vom englischen Titel des Films stehen. Den Abschluss der Extras bilden etwa sechs Minuten Clips in denen der Film angekündigt wird, die wohl vorab zur Vermarktung des Films hergestellt wurden.

Stu Zichermans „Scheidungsschaden inklusive“ ist eine Komödie die gleich an einer ganzen Hand voller Probleme leidet, denn während das Drehbuch strukturell einfach kaum zu überzeugen versteht und praktisch keinerlei Neuerungen für den Zuschauer bereithält, ist der Film leider auch alles andere als witzig.

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Wir vergeben daher 4 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount Home Entertainment

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Scheidungsschaden inklusive

Länge: 88 min

Kategorie: Comedy

Start: 13.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (4/10)

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Scheidungsschaden inklusive

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 88 min
Kategorie: Comedy
Start: 13.03.2014

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